Die Verschlusszeit bestimmt, wie lange der Verschluss offen ist. Aber welche soll man wählen? Und warum? In diesem Blog-Beitrag erkläre ich genau das. Das Gute vorweg: Bei Tageslicht wirst Du normalerweise die Verschlusszeit einfach ignorieren können. Nur wenn Du sehr wenig Licht hast oder für manche künstlerische Effekte ist es wichtig zu verstehen, welche man nehmen soll. Siehe auch den Artikel: Fotografie und Blende.

 

Schärfere Fotos durch kürzere Verschlusszeit

In diesem Video erkläre ich den Zusammenhang zwischen Deiner Kamera-Haltung und der Schärfe von Fotos (Verwackler). Grundsätzlich gilt: Kürzere Verschlusszeiten sind immer besser (um schärfere Fotos zu bekommen). Das ist ein Grund, warum Fotos mit Blitz immer so knackig wirken: Die Belichtung erfolgt meist nur im Bereich von z.B. 1/4000.

 

Vergiss die Faustformel, wenn Du scharfe Fotos haben willst!

Die Faustregel besagt, dass Deine maximale Belichtungszeit 1/Brennweite betragen sollte (auf Vollformat gerechnet). Mit einer APS-C Kamera und einem 50mm Objektiv sind das dann 1/75s. Zu kompliziert? Dazu kommt dann noch der Einfluss vom Bildstabilisator und ob das fotografierte Objekt sich bewegt. Und wieviel Energiedrinks Du heute hattest. Und ob Du aufgeregt bist. etc.

Praxistipp: Wenn Du wählen musst, nehm lieber höhere ISO-Werte in Kauf, als eine lange Belichtungszeit. Insbesondere, wenn Du mit Brennweiten von 50mm oder mehr arbeitest.
Und probier es mehrmals! aus. Fotografier eine rauhe Wand oder noch besser ein Plakat mit viel Text. Mit und ohne Stativ. Dann wirst Du schnell sehen, wie stark die Unterschiede sind.

 

 

Lange Belichtungszeiten um Wasser darzustellen

Der vielleicht beliebteste Einsatz der Belichtungszeit ist für das glatte Darstellen von Wasser. Dazu wählt man eine Belichtungszeit im Bereich 1/2 Sekunde bis zu mehreren Minuten, je nach gewünschtem Effekt. Meist kann man dies nur am Abend oder mit Hilfe von einem Graufilter machen.
In diesen Videos zeige ich, wie es geht:

Urlaubsfotos aus Irland: Langzeitbelichtung mit Fuji X100t amRoss Castle

 

Sony RX100 M3 Langzeitbelichtung am Wasser

 

 

Sportfotografie: Bewegung darstellen

Sportfotografen – und manchmal auch Tierfotografen – wollen gezielt Bewegung einfrieren oder verwischt darstellen (Mitzieher). Dazu wählst Du die Verschlusszeit, welche Du möchtest, um Deinen Effekt zu erzielen.
Wenig überraschend gilt auch hier: Ausprobieren. Ich kann Dir nicht sagen, wie gleichmässig du nächste Woche einen MTB-Mitzieher ziehen kannst. 1/125 ist für Sprinter und Radfahrer ein guter Anfangswert, dann probieren langsamer zu werden. Auch hier gilt: Die Brennweite hat einen Einfluss.
Um einen Kolibri einzufrieren braucht es eine sehr viel kürzere Belichtungszeit, als beim gemütlichen Graureiher aus dem Tierpark um die Ecke.

 

 

Belichtungszeit und Blitz-Fotografie

Blitze haben eine sehr kurze (unterschiedliche) Belichtungszeit/Brenndauer. Da spielt es keine Rolle, ob Deine Verschlusszeit 1/100 oder 1/10 ist. Somit kannst Du evtl. Hintergrundbeleuchtung und Blitz geschickt kombinieren.
Nur wenn Du an die maximale Blitzsynchronisationszeit Deiner Kamera (im Handbuch nachlesen) kommst, dann hast Du einen schwarzen Balken im Bild oder musst in den High Spee Modus (HSS) wechseln (was den Rahmen dieses Beitrags sprengt).

 

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