Um ein Foto für den Druck aufzubereiten kann man ein sogenanntes ICC-Profil verwenden. Damit ist es möglich, die Helligkeit und Darstellung der Farben am Monitor zu simulieren. Dabei können verschiedene Druckarten und Papier wie Hochglanz vs. Matt oder stark strukturiertes Papier simuliert werden. Insbesondere bei Hauttönen und eher düsteren Fotos erlebt man sonst beim Drucken evtl. eine Enttäuschung. Wie das mit Adobe Lightroom funktioniert liest Du in diesem Beitrag.

Dieser Artikel ist Teil der Serie: Technik für Fortgeschrittene.

Was ist ein ICC Profil?

Ein ICC-Profil (synonymer Begriff: Farbprofil) ist ein genormter Datensatz, der den Farbraum eines Farbeingabe- oder Farbwiedergabegeräts, z. B. Monitor, Drucker, Scanner etc. beschreibt.

Ziel eines konsequent eingesetzten Farbmanagements ist, dass eine Vorlage, die mit einem beliebigen Eingabegerät erfasst wurde, an anderen Ausgabegeräten möglichst ähnlich wiedergegeben wird. (https://de.wikipedia.org/wiki/ICC-Profil)

Wikipedia bringt es auf den Punkt: Das ICC-Profil soll es ermöglichen, eine Bildbearbeitung für ein Ziel-Medium durchzuführen.

Diese ICC Profile bekommt man teilweise von Herstellern von Spezialpapieren oder vom Druckerhersteller. Wichtig ist hier immer: Das Profil muss auf das Papier abgestimmt sein. Canon z.B. bietet für die eigenen Premium Papiere jeweils ein eigenes Profil zum herunterladen.

Ein ICC Profil installieren

Das Profil muss nicht installiert werden, einfach in den richtigen Ordner (siehe Screenshot) kopieren.

ICC-Profil installieren Mac

ICC-Profil installieren Mac

Für Windows 7, 8: \Windows\system32\spool\drivers\color

 

Muss man den Monitor kalibrieren?

Idealerweise sollte man seinen Monitor kalibrieren. Weit verbreitet sind die Geräte von Spyder (Affiliate Link), die ich selbst auch schon sehr lange verwende (meins ist nicht mehr verfügbar). Wem das zu teuer ist, der muss sich auf einige Versuche einstellen, bis er das gewünschte Ergebnis erhält. Das wird wahrscheinlich teurer/aufwändiger, als die Kalibrierung.

Man kann versuchen, einen Testdruck neben den Monitor zu halten und abzuschätzen, ob und wie Bildschirm und Ausdruck aussehen. Wenn man nicht selbst druckt, bleibt das aber ein mühsames Unterfangen. Manche Hersteller bieten für ihre Monitore Profile an. Das ist evtl. sinnvoller, als das Default-Profil.

Ein Profil für den Monitor auswählen

Ein Profil für den Monitor auswählen

 

Ein ICC Profil in Adobe Lightroom für die Druckvorschau verwenden

In Lightroom kann man im Entwickeln-Modul die Option Softproof aktiveren (evtl. “T” drücken, damit die Leiste unten sichtbar ist). Jetzt kann man eine Kopie des Fotos erstellen, ein Profil (oben rechts) auswählen und individuelle Einstellungen vornehmen.

ICC-Profil in Lightroom verwenden

ICC-Profil in Lightroom verwenden

Vorausgesetzt der Monitor ist kalibriert, wird man jetzt gut abschätzen können, wie das Foto später im Druck aussehen wird. Der folgende Screenshot zeigt die Auswahl von Spezialpapier mit Simulation des Matten Drucks. Der Unterschied ist stark und evtl. möchte man hier den Kontrast anders anpassen.

Spezialpapier und Matter-Druck

Spezialpapier und Matter-Druck

Ein Testdruck bleibt zwingend!

Für den Druck wird man meist 300 DPI verwenden und sRGB als Farbraum.

Unser ICC-Profil ist ausschließlich für den Softproof in Photoshop oder Lightroom gedacht, das Profil darf auf keinen Fall in die Datei eingebettet werden. (http://www.saal-digital.de/service/icc-profil/)

Egal ob kalibriert oder nicht: Einen Testdruck sollte man auf jeden Fall machen, wenn man ein neues Profil installiert hat. Druckanbieter saal-digital z.B. bietet nicht nur ICC-Profile zum Download, sondern auch die Möglichkeit, einen Testdruck zu bestellen. Insbesondere für sehr teure Produkte, wie z.B. sehr grosse Leinwände, bietet es sich zudem evtl. an zunächst eine sehr kleine Version zu bestellen. Dadurch entstehen zwar Mehrkosten, aber lieber 15 EUR verschenken, als 150 in den Sand setzen. Auch deswegen bietet es sich an, bei einem einmal gefundenen (guten) Druckanbieter zu bleiben.

 

Weiterführende Informationen zum Drucken mit ICC-Profil

Wer es ganz genau wissen will, dem sei das Buch Fine Art Printing (Affiliate Link) ans Herz gelegt. Da bleiben dann hoffentlich keine Fragen offen. Einen Artikel zum Thema Farbraum, also sRGB vs. Adobe RGB gibt es hier im Blog.