In Embryo-Stellung liege ich im Schlafsack zusammengerollt und döse, als der Wecker klingelt. 01:00 Uhr. Shit! Als ich die Eingangsplane wegziehe fällt Kristina Eis aufs Gesicht. Wie es dazu kam und was noch passierte liest Du in diesem Blogbeitrag…
Sometimes I do get to places just when God’s ready to have someone click the shutter.” (Ansel Adams).
Da ich nicht Ansel bin, muss ich schwitzen, frieren und leiden für meine Fotos. So z.B. beim Zelten in den Alpen am Wochenende. Zu Hause am Schreibtisch ist es einfach, eine Fototour zu planen. Bei einem Käffchen sassen wir gemeinsam am Küchentisch und haben Wetter und Karten studiert. Der Wetterbericht hatte eine klare Nacht versprochen und der Mondaufgang war erst für 02:00 angesagt – die Milchstrasse kann aktuell aber schon um 1 gesehen werden. Also eine Stunde Zeit für “Zelt unter Milchstrasse Fotos”. Das kriege ich hin!
Dank schönem Zeltplatz haben wir Sonne bis zu ihrem Untergang. In Ruhe Zeit, meinen neuen MSR Windburner Kocher auszuprobieren (affiliate link). Der Gutenacht-Tee mit sauberem Alpen-Schnee-Wasser schmeckt nach 3 Stunden anstrengendem Aufstieg herrlich!

Du bist Fotograf, wenn Du Dein Zelt wegen der Farbe kaufst

Das Zelt ist neu. Erster Einsatz. Gekauft habe ich es vor allem wegen der Farbe. Mein altes Bergzelt ist nicht nur grösser und schwerer (und bequemer), es ist auch grün. Und da grün und blau nicht gut zusammenpassen, kann man damit keine guten Fotos machen. Zelte von Fotografen müssen Rot, Orange oder Gelb sein!
Im warmen Schlafsack stelle ich mir den Wecker auf 21:30 Uhr. Und auf 01:00 Uhr. Zwei Ziel-Fotos stehen auf der To-Shoot-Liste: Zelt mit Herz und Zelt unter Milchstrasse. Dazu muss aber erst die Sonne ganz weg sein. Draussen sitzen ist zu kalt, also kuscheln wir uns für eine Stunde in die Daunen und dösen. Dann muss ich wieder raus. Kristina kann im Warmen liegen bleiben und mit der Taschenlampe spielen.
Zu dem Herz-Zelt-Sternenfoto gibt es auf Youtube ein Making of Video: https://www.youtube.com/watch?v=Q1F… Gemalt hat Kristina das #Herz mit einer kleinen ZWEIBRÜDER LED LENSER® K2
#Teamwork hat hier zum Ergebnis geführt. Kleines Detail noch: Es stehen dort 2 paar Schneeschuhe. Das ist ein typischer Fall, für den ich einen Laptop mit ins Gebirge schleppe. Diese Details sieht man auf dem Display der Kamera meist nicht – und ärgert sich dann daheim. Hier hatte ich am Anfang die Schuhe aus Sicherheitsgründen an. Details Details Details. Das ist dir doch bestimmt sofort aufgefallen, dass es ZWEI Paar Schuhe hat, oder? Mein Problem ist: Ich habe ein furchtbar kritisches Publikum. Du lässt mich hart arbeiten, für Dein Like 🙂
(Finde den Fehler: Liebespaar mit nur einem Paar #Schneeschuhe?)

Unser Zelt steht an einer Klippe über Frutigen

Wenn der Wecker um 01:00 klingelt

In Embryo-Stellung liege ich im Schlafsack zusammengerollt und döse, als der Wecker klingelt. 01:00 Uhr. Shit! Als ich die Eingangsplane wegziehe fällt Kristina Eis aufs Gesicht. Das Zelt ist von innen mit Reif bedeckt. Es gab am Abend einen schnellen Temperatur-Abfall und alles ist nass, bzw. gefroren. Im Zelt, wie auch aussen.
Müde stecke ich den Kopf raus und versuche eine 360 Grad Sicht zu bekommen. Keine Milchstrasse zu sehen! Damn! Also drehe ich mich um und versuche wieder einzuschlafen. Aber mein Kopf gibt keine Ruhe. Die Welt schaut auf Dich, Stephan! Du MUSST es wenigstens versuchen!
Seufzend setze ich mich schliesslich noch mal auf, mache die Stirnlampe an und prüfe meine Sony A6000 und die Nikon D750. Auf den Objektiven hat sich Kondenswasser gebildet und ist gefroren. DAS habe ich auch noch nie gesehen. Mit viel Anhauchen und Reiben versuche ich sie halbwegs zu enteisen, dann zwinge ich mich in die kalten Stiefel. Die Schnürsenkel sind gefroren und lassen sich nicht richtig anlegen. Dann breche ich mir noch einen Fingernagel am Stativ ab und fluche laut vor mich hin. Wäre ich mal liegen geblieben!
Dann stehe ich auf und: Direkt überm Zelt ist die Milchstrasse zu sehen. Trotz Lichtverschmutzung sieht man schön, wie sie einen Bogen macht. Führende Linien: Sie scheint in Thun zu starten – so wie wir heute Morgen!