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Akt mit Rennrad – Behind the Scenes

Das Rennrad Foto kam besonders gut bei euch an, daher hier ein kleiner Einblick in die Entstehung und das Making Of. Das Foto lag schon sehr lange in meiner To-Shoot-Ideen-Liste und hat auf das richtige Model gewartet. Als S. also sagte, sie möchte etwas nicht 08/15 machen, etwas sportliches, habe ich ihr dies vorgeschlagen. Mit rotem Kopf und drumherum drucksend. MICH machen Akt-Fotos immer viel mehr nervös, als die Damen 🙂
Die Idee zu dem Foto kommt von Peter Coulson Photographer. In seiner Variante hat das Model aber Ballett-Schuhe an. Das macht für mich jedoch keinen Sinn, da ich den Zusammenhang nicht sehe. Statt dem Model Velo-Schuhe oder High Heels anzuziehen, haben wir uns für Barfuss entschieden.

Warum wirkt das Foto so gut?

Ja, das Licht ist gut und ja, Schwarzweiss passt hier gut. Und ja, sie ist durchtrainiert und ich habe sie so gestellt, dass die Muskeln und die Schlankheit gut rüber kommen. Das ist aber nicht alles.
Wie würde das Foto wirken, wenn sie auf einem normalen Stadt-Fahrrad sitzen würde? Gar nicht. Die Schlankheit vom Model und das teure Rennrad komplementieren sich.

Licht-Setup

Das Licht-Setup ist extrem einfach: Zwei grosse Lichter als Zangenlicht. In diesem Fall 2 Elinchrom LTD Blitze mit Walimex Striplights mit Grid! Problematisch ist, mal wieder, dass wir in meinem Wohnzimmer zu wenig Platz haben. Hätte ich das Model einen Meter weiter vom Hintergrund wegbekommen, wäre dieser gleichmässiger und man würde das Papier-Geknickere nicht mehr sehen. Kann man das im Photoshop korrigieren? Klar, aber nicht so einfach, wie man denkt. Ich bin unterwegs und habe nur den Laptop dabei, das machts nicht einfacher. Hier kann ich jedoch gut damit leben. Das fertige Foto ist kaum bearbeitet, fast out of camera. Wann immer möglich versuche ich den Look bereits in der Kamera hinzubekommen und nicht erst im Photoshop. Dort korrigiere ich meist nur noch minimale Details. Ich lasse hier auch bewusst einen Teil des Drecks auf dem Boden, den Schiller Photo neulich hier hinterlassen hat. Hier passt das und wer Perfektion und klinische Fotos will, ist bei mir fehl am Platz.
Wichtiger Tipp am Rande: Direkt in den Laptop fotografieren. Und viele Bilder machen. Zwischendurch besprechen und noch mal ran. Dadurch steht das Model automatisch etwas anders und es fallen einem kleine Details auf, die man sonst schnell übersieht. Und dabei gilt: Immer schön auf den Monitor konzentrieren, nicht auf die schöne, nackte Frau neben mir…

Ein paar Notizen vom Shoot

Das Rennrad hat schwarze Speichen. Das wirkt hier sehr gut. Silberne Speichen hätte ich extra angeblitzt – was aber evtl. vom Model abgelenkt hätte. Die Arme werfen ein wenig Schatten auf den Oberkörper, was bei vielen Bildern komisch aussah. Hier gehts grade noch. Die Pose mit dem leicht hängenden Kopf versteckt ihr Gesicht – ohne gekünstelt auszusehen. Ausserdem betont es die Rückenmuskeln. Durch das Strecken auf Zehenspitzen straffen sich auch gleich Oberschenkel und Po, was hier gewünscht ist.
Wenn das Foto ein Werbe-Plakat für einen Velo-Komponenten-Hersteller gewesen wäre, hätte ich mit einem Aufsteckblitz mit Tube eine Reflektion auf z.B. den Schriftzug auf der Felge gesetzt. Hier habe ich bewusst drauf verzichtet. Es geht primär um die Frau, nicht um das Canyon Rennrad.

Was könnte man besser machen?

Model weiter vom Hintergrund wegbringen (ich brauche endlich ein Studio)! Pedale ganz leicht drehen, sie sollten längs der Strebe verlaufen und sind dann leicht verrutscht. Die Ventile gleichmässig ausrichten. Auf die Getränkehalter aufpassen, sie gehen hier in die Waden über, evtl. die hintere Halterung abmontieren. Auf den Brust-Schatten aufpassen.

Nebenbei:

Dieser Beitrag ist eine gute Gelegenheit, die neue Notizen-Funktion von Facebook auszuprobieren und kurz einen Blick in mein Wohnzimmer zu werfen 🙂 Merci Calvin Hollywood für den Youtube-Tipp mit den Notizen.

Fazit

Als Fotograf ist es normal, dass man sich von anderen Fotografen inspirieren lässt. Es ist auch eine sehr gute Übung, zu versuchen Fotos nachzustellen. Sie kommen nicht 1-1 wie das Original raus – sollen sie ja auch nicht. Wenn man aber so nah am Original bleibt, wie ich hier, sollte man dann aber auch so fair sein, und den Ursprung erwähnen. Kostet mich nichts und bringt Peter Coulson Photographer ein paar Views oder Fans. Viel Spass beim Blättern in seinen Werken 🙂

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