Startseite/Backup Strategie für 4K Video Workflow

Backup Strategie für 4K Video Workflow

Archivierung, Backup und Workflow für Videobearbeitung mit 4K Video-Material. Mit dem konsequenten Wechsel auf 4K Video kommen neue Probleme: Meine Backup Strategie für Fotografen ist auf 200.000 Fotos ausgelegt – aber nicht auf das konstante Arbeiten mit 30 TB Daten. In diesem Artikel erläutere ich meine aktuelle Strategie für Backup und Workflow mit 4K Videos (Stand November 2017).

 

4K Video Workflow mit Backup Strategie

Meine Youtube Videos erstelle ich schon seit rund zwei Jahren in 4K. Bislang habe ich die meisten Dateien aber nach dem Upload gelöscht. In dem Artikel zum Backup für  Fotografen beschreibe ich, wie ich bislang vorgegangen bin. Seit Herbst 2017 hebe ich die Video-Dateien aber überwiegend auf und verwende sie auch wiederholt als B-Roll in neuen Videos. Das steigert die Qualität meiner Videos deutlich, da ich sie viel kurzweiliger machen kann. Wenn ich in einem Video zu Stativen sage “ich wandere häufig stundenlang durch die Alpen”, dann zeige ich jetzt eine Drohnenaufnahme, die mich beim Wandern zeigt.

Das bedeutet aber, dass die Video-Dateien griffbereit sein müssen und mit einer Zugriffszeit, die “schnell genug” ist. Ein klassisches NAS über WLAN ist nicht schnell genug, um flüssig zu arbeiten. Meine QNAP (Erfahrungsbericht) ist daher rausgeflogen. Statt dessen setze ich auf eine DROBO 5D3. Ich betone noch mal: Ich benötige nicht maximale Zugriffs- oder Ladezeiten. Schnell genug ist … schnell genug.

 

 

DROBO 5D3 Erfahrungsbericht

In meiner DROBO 5D3 sind 5 Festplatten zu 8 TB drin. Durch das RAID-System habe ich 32 TB nutzbaren Speicher und eine Platte kann kaputt gehen, ohne dass ich Daten verliere. Die DROBO ist normalerweise aus und wird nur alle paar Tage angeschaltet, wenn ich ein Video bearbeite. Entsprechend sollten die für den Dauerbetrieb ausgelegten Festplatten sehr lange halten. Eine mSATA SSD sorgt zusätzlich für schnelle Zugriffe.

DROBO 5D3 Festplatten

DROBO 5D3 Festplatten

Der Zugriff auf die Videos ist schnell genug, um kaum zu spüren, dass ich extern arbeite. Das ist ein wichtiger Punkt. Die grossen Datenmengen stellen hohe Anforderungen an die CPU, Speicher und die Transferrate zum Laufwerk. Wer mit HD-Dateien arbeitet hat es hier viel “leichter”. Schreiboperationen liegen meist im Bereich 180 MB/s.

DROBO 5D3 Erfahrung

DROBO 5D3 Erfahrung mit Backup

 

Nicht mehr aktiv im Einsatz ist dagegen mein altes QNAP TS-453A NAS. Zum einen bietet sie sehr viele Funktionen, die mir aber mehr im Weg stehen, als das sie nutzen. Und dann ist der WIFI-Zugriff einfach nicht schnell genug für flüssiges Bearbeiten von 4K Filmen.

Backup: Festplatten und NAS

Meine alte Backup-Lösung: Festplatten und NAS

 

 

 

Mobiler Workflow für 4K Video mit externer Festplatte

Da ich viel auf Reisen bin und dort meine Videos erstelle, muss ich eine externe Festplatte verwenden. Mein MacBook Pro hat zwar eine 1TB Festplatte, aber da passt nicht viel Video-Material drauf. Zu beachten ist, dass beim Rendern von Videos sehr grosse Datenmengen entstehen. Für ein 5 Minuten Youtube-Video habe ich vielleicht 30 Minuten Material und 150 GB Daten inkl. Renderdateien. Wenn ich drei Tage oder sogar eine Woche unterwegs bin, dann kommen schnell bis zu 500 GB Daten zusammen. Ich verwende daher eine externe SSD (Testbericht). In der Panasonic GH5 ist eine 256 GB SD Karte (Affiliate Link) und dort bleiben die Videos auch als Backup drauf, bis ich wieder daheim bin. Ich habe also zwei Versionen der Daten.

Wenn sie mir besonders wichtig sind, mache ich noch eine weitere Kopie auf einem 64 GB USB-Stick, den ich am Schlüsselbund trage (Affiliate Link). Eine Möglichkeit dafür, wenn man keinen Laptop dabei hat stelle ich im Video aus Venedig vor.

 

 

Archivierung vom Backup

Ein RAID wird häufig fälschlicherweise mit Datensicherheit verbunden und als eine Art Backup eingesetzt. Das ist falsch, wie ich ausführlich in diesem Artikel beschreibe. Ein RAID erhöht nur die Verfügbarkeit, schützt aber nicht vor den häufigsten Gefahren. Der grosse Nachteil an den DROBO-Systemen ist natürlich der hohe Preis. Hier muss jeder selbst abwägen, wie wahrscheinlich ein Einbruch, Feuer oder versehentliches Löschen ist. Mir passiert es erschreckend häufig, dass ich aus Versehen Daten lösche, daher benötige ich eine doppelte Sicherung. Was bei einem kleinen System einfach ist, wird bei sehr grossen Datenmengen zum Problem. Ich kann nicht einfach 20 TB über das Internet synchronisieren, selbst über WLAN dauert das teilweise Tage. Besser (aber teurer) ist eine Lösung mit Thunderbolt oder USB 3.1.

Selbst verwende ich aktuell noch ein externes Gehäuse mit zwei Festplatten, dass über USB 3.1 angeschlossen ist (Affiliate Link). Damit komme ich auf 16 TB, das reicht ca. bis zum Jahresende. Im kommenden Jahr muss ich da leider noch mal neu investieren. Aus Steuerlichen Gründen schiebe ich das ins nächste Kalenderjahr. Das Gehäuse ist nicht permanent am Strom. Zur Synchronisation verwende ich Carbon Copy Cloner (Mac).

Festplatten nutze ich aktuell sieben 8 TB mit 5400 Umdrehungen (Affiliate Link). Die “langsamen” Platten sind etwas leiser, günstiger und für mich schnell genug.

 

 

Fazit zu Backup und Workflow von Videos

Ein Backup ist eine Versicherung. Es kostet Geld und Zeit und man hofft, dass man es nie braucht. Häufig kann man Geld gegen Zeit tauschen und z.B. komplette Backup-Systeme inkl. Remote-Site beziehen. Denn ein echter Schutz besteht nur, wenn ein zweiter Standort hin zu kommt und man mindestens 5 Versionen der Daten hat.

Sicherheit heisst: 5 Versionen der Daten an zwei Standorten.

Was für die IT bei Banken und Versicherungen selbstverständlich ist kann sich kaum eine Privatperson leisten. Meinen ersten PC habe ich mir vor über 20 Jahren gekauft. Meines Wissens hatte ich erst einmal einen Virus und habe ich noch nie Daten wegen einer defekten Festplatte verloren. Aber mir sind schon dutzende Festplatten kaputt gegangen. Ich bemühe mich entsprechend einen pragmatischen Ansatz zu fahren und natürlich kann ich die Kosten dafür als Betriebskosten absetzen. Und zum Schluss sei, mal wieder, darauf hingewiesen, dass Datensicherheit genauso wichtig ist wie ein Backup. Was passiert mit den Akt-Fotos Deiner Kunden im Fall eines Einbruchs? Darauf hast Du hoffentlich eine gute Antwort.

 

 

November 8th, 2017|Kategorien: Beruf Fotograf, Beruf Youtube, Fotoausrüstung|Tags: , |

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.