Möchte man eine Szene fotografieren, die viel Dynamikumfang hat, dann kann die Software in der Kamera helfen. Bei Sony nennt sich die Funktion DRO (Dynamic Range Optimization) und in diesem Blog-Beitrag erkläre ich, was genau es damit auf sich hat. Wichtig ist dabei zu verstehen, dass der DRO-Effekt kein HDR-Foto ist. Bei anderen Kamera-Herstellern heisst die Funktion anders: Nikon Active D-Lighting, Canon Automatische Belichtungsoptimierung, Fuji nennt es einfach DR. Die Details unterscheiden sich je nach Hersteller.

Sonnenaufgang im Pfälzerwald

Sonnenaufgang im Pfälzerwald

Bedienung von Sony Kameras und DRO verstehen

Der Dynamikbereich-Optimierer analysiert den Kontrast und erzeugt ein Bild mit optimaler Helligkeit und Gradation. Diese Funktion kann sogar für sich bewegende Objekte oder für Serienaufnahmen verwendet werden. Bei Aufnahmen mit dem Dynamikbereich-Optimierer kann Bildrauschen auftreten.

(https://www.sony.de/electronics/support/articles/00012101)

 

Eine JPG-Datei hat 8-Bit und kann damit nur eine begrenzte Anzahl Bildinformationen speichern. Soll eine Szene mit hohem Dynamikumfang wie das Foto vom Sonnenaufgang im Pfälzerwald fotografiert werden, so muss eine Komprimierung der Bildinformationen stattfinden. Die Software in der Kamera kann dabei versuchen die hellsten Elemente leicht abzudunkeln (hier den Himmel) und die dunkelsten Elemente (hier die Felsen und Bäume) etwas aufzuhellen. Anders als bei einem HDR werden aber nicht mehrere Fotos aufgenommen. Statt dessen wird die auf den Sensor treffende Information mittels Software reduziert. Die Stärke von diesem Effekt stellt man mit dem DRO-Wert in der Kamera ein. Das Foto hier im Blog ist ein JPG, dass ich von Hand aus einer RAW-Datei bearbeitet habe.

Fotografiert man mit RAW, dann hat man mehr Informationen, aber häufig auch hier nicht den vollen Umfang der natürlichen Szene. Mit der RAW-Datei kann ich am Computer selbst entscheiden, wie stark ich einzelne Bildelemente aufhellen/abdunkeln möchte. In den dunklen Bereichen kann dabei allerdings Rauschen auftreten.

Dynamikumfang RAW vs. JPG

Dynamikumfang RAW vs. JPG

 

 

Sollte man DRO an Sony Kameras aktivieren?

Wer mit JPG arbeitet sollte die Funktion ausprobieren und wahrscheinlich wird man sie dann auch nutzen. Bei der Einstellung niedrig oder Standard entsteht damit ein natürlich aussehendes Foto. Wenn ich mit JPG fotografiere, dann habe ich DRO bei allen Kameras an und auf Standard/Auto gestellt. Nur bei Fuji wähle ich das manuell, da sich die Funktion dort anders verhält.

Für die Arbeit mit RAW ist es wichtig zu verstehen, dass eine RAW-Datei eine JPG-Vorschau enthält. Diese wird in der Kamera angezeigt und NICHT das RAW. Daher wirkt sich das DRO auf die Beurteilung von Foto in der Kamera aus.

Ich selbst habe DRO aktiviert, da ich somit besser abschätzen kann, wie das fertige Foto aussehen wird.

Damit ist es auch besser möglich, anderen Personen die Fotos in der Kamera zu zeigen. Mit einem “flachen Look” können Nicht-Fotografen meist nicht viel anfangen und sind enttäuscht. Andere Fotografen hingegen bevorzugen einen möglichst flachen Look mit der Begründung, dass sie somit die nackten Informationen angezeigt bekommen. Wie immer gilt: Ausprobieren und einen eigenen Weg finden.

Sony ohne DRO

Sony ohne DRO

Sony mit DRO auf Stufe 5

Sony mit DRO auf Stufe 5

Sony HDR in der Kamera

Sony HDR in der Kamera

Sony mit Auto-DRO

Sony mit Auto-DRO

 

Was ist der Unterschied zwischen DRO und HDR?

Mit HDR wird eine Serie von Fotos bezeichnet, die zu einem einzelnen Bild zusammengerechnet werden. In der Kamera kann somit sehr hoher Dynamikumfang eingefangen werden, in dem z.B. drei Fotos mit unterschiedlicher Belichtung kombiniert werden. Der Vorteil ist, dass diese Fotos mit sehr wenig Rauschen aufgenommen werden können. In der Kamera entsteht damit häufig ein künstlich aussehendes JPG-Foto, aber keine RAW-Datei. Daher verwende ich selbst diese Funktion nicht.

Ein HDR kann man auch von Hand in der Nachbearbeitung aus mehreren Fotos erstellen und hat dann die Möglichkeit gezielt einzelne Bildbereiche aufzuhellen/abzudunkeln ohne Rauschen zu erzeugen. HDR-Fotos eignen sich vor allem für Szenen, in denen sich wenig bewegt.

Ein DRO-Foto hingegen wird aus einem einzelnen Foto erzeugt und eignet sich damit auch für bewegte Szenen. Die dunklen Bereiche können dabei allerdings (leicht) rauschen.

Hier der Vergleich zwischen DRO Stufe 5 (links) und HDR Stufe 5 in der Kamera (rechts). Der Bereich ausserhalb vom Fenster ist im HDR gleichmässiger belichtet.

Sony mit DRO bzw. HDR

Sony mit DRO bzw. HDR

 

 

Wirkt sich DRO auf die RAW-Datei aus?

Wie oben beschrieben wirkt sich DRO auf die Vorschau in der Kamera aus. Die RAW-Datei hingegen sollte identisch sein. Sollte. Denn es kann sein, dass die Kamera die Belichtung anpasst, um mehr Dynamikumfang einzufangen. An meiner Sony A7R III konnte ich das nicht konsistent reproduzieren, meist ist das ISO leicht verschoben, z.B. 250 statt 320, aber manchmal sind die Werte auch identisch.

 

 

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Wirkt die DRO-Funktion auch bei manueller Belichtung?

Bei manueller Belichtung legt der Fotograf fest, wie hell/dunkel das Foto ist. Das betrifft aber nur die Informationen, die auf den Sensor treffen. Bei einer längeren Verschlusszeit trifft z. B. mehr Licht auf den Sensor. DRO wird erst danach angewandt und betrifft somit auch eine im M-Modus erstellte JPG-Datei.

 

Siehe auch