Tipps und Tricks für den Urlaub in Kalifornien:Eine Fotoreise in den Nationalpark und das Yosemite Valley ist eine der grossen Ereignisse für Landschaftsfotografen. Wir waren 5 Tage dort und in diesem Artikel gebe ich unsere Lektionen wieder.

Landschaftsfotografie im Yosemite Valley – Unterkunft

“So! Jetzt ziehen wir die Daunenjacke an und essen Mittag!” sage ich zu meiner Freundin, nachdem wir das Zelt auf dem Upper Pine Campingplatz im Yosemite Valley aufgestellt haben. Es ist November und auch wenn die Sonne scheint: Wir sind in den Bergen. Im schattigen Wald ist es empfindlich kühl.

Unser Zelt am Lagerfeuer im Wald

Unser Zelt am Lagerfeuer im Wald

Camping im Yosemite heisst: Für 26$ bekommen wir einen Stellplatz für unser Zelt und Auto. Eine Bärenbox, einen Tisch und eine Feuerstelle. Das WC teilen wir uns mit rund 40 Zelten. Einen Waschraum oder gar Dusche gibt es nicht (es gibt zentrale Duschen im Valley). Es gibt mehrere Campingplätze. Bekannt ist das Camp 4, in dem sich die Kletterer treffen. Das ist aber direkt an der Hauptstrasse und hat keine Stellplätze für die Autos. Die Alternativen sind überteuerte Hotels, die man Monate im Voraus buchen muss – oder Hotels ausserhalb. Drei Nächte waren wir in der Cedar Lodge in El Portal, rund 20km vom Valley entfernt. In der Nebensaison zahlen wir 85$ für das Doppelzimmer.

 

Yosemite Valley vs. Nationalpark

Das Yosemite Valley ist nur ein Tal im riesigen Nationalpark. Die weltbekannten Fotos sind aus diesem Tal, und da es so bekannt ist kommen rund 4 Millionen Besucher pro Jahr. Eine zweispurige Einbahn-Ringstrasse führt durch das ganze Tal. Es klingt tagsüber wie an einer Autobahn. Als Landschaftsfotograf kommt man um das Tal nicht herum, als Kletterer auch nicht. Wer aber Natur und Einsamkeit zum Wandern sucht, der sollte das Tal meiden und sich an die Wandergebiete rundherum halten. Der Park wimmelt vor Wanderwegen. Fernwanderwege wie der John Muir Trail bieten wochenlangen Wandergenuss.

Zelten im Yosemite Nationalpark

Zelten im Yosemite Nationalpark

Sobald man die Ringstrasse verlässt wird es merklich einsamer. Auf den Wanderwegen ausserhalb des Valleys haben wir im November kaum Menschen gesehen. Dazu kommt, dass man an vielen Stellen wild zelten kann und überwiegend auch darf. Wichtig zu beachten:Im Winter sind einige Campingplätze und Strassen gesperrt. Auf der Tioga Road ist Nachtparkverbot ab 15.10. Sehr lohnend war z.B. der Eagle Peak über die Upper Yosemite Waterfall Route (Parkplatz am Camp 4).

Sehr lohnen fanden wir auch die Fahrt zum Glacier Point (Morgensonne!), auf den man auch laufen kann (4-Mile-Trail) und die Tioga Road ist einen Besuch wert. Auf ihr kann man weiter nach Osten fahren, z.B. zum Death Valley. Wer die Riesenbäume noch nicht kennt, der sollte in eine der Groves gehen (wir kannten sie schon vom Sequoia National Park).

Wir waren mit dem Buch Hiking Yosemite Valley unterwegs (Affiliate Link).

Die Sache mit den Bären

Vor den Schwarzbären wird überall gewarnt. In Reiseberichten liest man häufig, dass Autos aufgebrochen werden und man bekommt Strafen, wenn man sein Essen und alles was riecht (Seife, Zahnpasta, etc.) im Auto lässt. Entsprechend gibt es an vielen Stellen im Park Bear-Lockers. Schränke in die man sein Essen stellen kann. An Wanderparkplätzen teilt man sich diese. In der Tagesplanung muss man entsprechend einplanen, wo man sein Zeug lässt.

Gesehen haben wir eine Bärenfamilie – direkt beim Eingang vom Sequoia National Park. Danach haben wir zwar ständig die Augen aufgehalten, aber keine mehr gesehen. Vielleicht waren sie schon im Winterschlaf. Eine wirkliche Gefahr geht scheinbar nicht von ihnen aus – sofern man sich entsprechend verhält und sein Essen sicher deponiert. Für Mehrtageswanderungen kann man im Information Center portable Bärenboxen mieten. Wir zumindest sind viel aufmerksamer unterwegs gewesen, als bei uns in den Alpen. Zu gerne hätte ich einen wilden Bären vor meine Canon bekommen.

Yosemite Valley Wasserfall im Herbst

Yosemite Valley Wasserfall im Herbst

Yosemite Valley als Landschaftsfotograf

Wer nur wenige Tage vor Ort ist, der sollte sich evtl. einen Foto-Guide kaufen. Es gibt mehrere, ich war mit dem von Michel Frye unterwegs: The Photographers Guide to Yosemite (Affiliate). Ein “Muss” sind sicherlich der Blick vom Tunnel View (das erste Foto in diesem Artikel), mindestens ein Wasserfall, eine Aufnahme vom Half Dome von der Wiese am Village und vom Glacier Point. Je nach Jahreszeit bieten sich noch dutzende andere Motive an.

Unbedingt mitbringen: Stativ und Objektive für eine Brennweite von 16-100mm.

Yosemite: Half Dome

Yosemite: Half Dome

 

Fazit

Im ersten Moment waren wir recht angesäuert, als wir das Valley erreicht haben. Der viele Verkehr selbst unter der Woche in der Nebensaison war doch ein ordentlicher Dämpfer für unsere Stimmung. Man muss den Rangern aber zu Gute halten, dass sie extrem freundlich und hilfsbereit waren und wir uns zu jeder Zeit sicher gefühlt haben. Auch schaffen sie es, die viele Zivilisation gut zu “verstecken”. Blickt man von oben aufs Tal, sieht man kaum Anzeichen von Menschen. Die Natur scheint uns Menschen zu akzeptieren. Diverse Vögel, Hörnchen und die Mule Deers sieht man häufig und von nahem.

Mule Deer Hirsch im Yosemite Valley

Mule Deer Bock im Yosemite Valley

Hat man sich mit der Situation erstmal abgefunden, dann kann man die Schönheit der Natur entdecken. Im Gegensatz zum sehr trockenen Umland ist das Valley ein grünes Juwel. Alles ist grün (bzw. aktuell gelb), die Berge sind sehr markant und bekannt und als Landschaftsfotograf weiss man gar nicht, wo man sein Stativ zu erst hinstellen soll. Ein Besuch ist wirklich ein Muss! Als Wanderer sollte man in sich gehen, ob man sich in die Wildnis traut und wild campen geht. Wenn hinter jedem Baum ein Bär lauern kann, erhält das Wort “Wildnis” eine ganz andere Bedeutung. Wir haben einen Luchs, eine Bärenfamilie und diverse andere Tiere gesehen.

Yosemite Valley:Die Three Brothers

Yosemite Valley:Die Three Brothers