Home/Fotokurs - Endlich Fotografieren lernen/DSLR, CSS, Kompaktkamera: Kameratypen und Kaufempfehlungen

Heute bietet der Kameramarkt eine grosse Anzahl an Kameras für jeden Verwendungszweck. In diesem Artikel erkläre ich die Unterschiede und gebe Tipps für den Kamerakauf. Die wichtigste Botschaft gleich vorweg: Aufgrund des hohen Konkurrenzdrucks sind heute alle neueren Kameras sehr leistungsfähig. Neue Modelle bringen nur noch minimale Steigerungen der Leistungsfähigkeit. In den meisten Fällen sind die Vorjahresmodelle die bessere Wahl, bieten sie doch ein viel besseres Preis-Leistungs-Verhältnis. Alle Links zu Amazon sind Affiliate Links.

 

Milchstrasse in den Alpen der Schweiz. Zelt bei Langzeitbelichtung.

Milchstrasse in den Alpen der Schweiz. Zelt bei Langzeitbelichtung – Sony A6000

Beispiel: Sony hat gerade die A6500 angekündigt. Wer jetzt die „alte“ A6000 kauft, spart ca. 1200 EUR. Die Kamera bietet eine fast identische Bildqualität, man verzichtet allerdings auf Bildstabilisator und Touchscreen. Kauft man sich für das Geld ein oder zwei gute Objektive, so wird man am Ende sogar „bessere“ Fotos machen können.

 

Kompaktkameras – Die richtige Wahl für den Alltag

Moderne Kompaktkameras unterscheiden sich von den „billigen Knipsen“ der Vergangenheit. Heute bekommt man leistungsfähige Maschinen mit hochwertigen Objektiven und grossen Fotochips, an denen man alles manuell einstellen kann. Sie sind daher die ideale Wahl für Menschen, die keinen Fotorucksack mitschleppen möchten – oder als Zweitkamera für die Hosentasche.

Ich selbst verwende die Sony RX100 M3 als ständige Begleiterin. Egal, ob im Urlaub, beim Wandern in den Alpen oder auf dem Weg zur Arbeit. Im Testbericht zeige ich viele Fotos mit der kleinen Kamera. Vergleichbare Kameras gibt es auch von anderen Herstellern, z.B. die Canon PowerShot G7 X. Wem die neueren Modelle zu teuer sind findet mit den älteren Versionen ebenfalls leistungsfähige Kameras. Die M1 von Sony z.B. hatte ich jahrelang als meine Urlaubskamera und es hängen DIN A3 Fotos von ihr bei mir in der Wohnung. Das man mit der Sony auch Trick-Fotos erstellen kann, zeige ich in diesem Video: 06 Sony RX100 M3 Langzeitbelichtung am Wasser. An die Grenzen der Kameras kommt man meist im Zoom-Bereich und wenn man Portraits mit sehr unscharfem Hintergrund (Freistellen) aufnehmen möchte.

 

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Langzeitbelichtung am Bach mit der Sony RX100 M3

 

Bridgekamera und Superzoom

Bridgekameras versuchen die eierlegende Wollmilchsau zu sein. Sie bieten auf dem Papier sehr viel in einem immer noch kompakten Gehäuse. Häufig bieten sie einen Zoombereich vom Ultra-Weitwinkel bis zum Superzoom, den passenden Bildstabilisator, versprechen tolle Filmeigenschaften und passen dennoch in die Jackentasche.

Mit kurzem Nachdenken wird allerdings klar, dass die Bildqualität nur bedingt gut sein kann. Zu viele Kompromisse müssen hier eingegangen werden. Das heisst nicht, dass die Kameras schlecht sind, evtl. reichen sie für Deine Ansprüche. Die zwei wichtigsten Einflussgrössen auf die Bildqualität sind das Objektiv und der Chip in der Kamera. Man bekommt mit der Sony RX10 M3 z.B. eine sehr leistungsfähige Kamera – die aber auch teurer ist, als manche Profi-Kamera. Für die meisten Anwendungsfälle wird die Kamera mehr als ausreichend sein. Dennoch kann man mit einer günstigen DSLR und einem guten Objektiv Fotos erzeugen, die eine höhere Bildqualität bieten (dafür aber weniger Flexibilität).

Selbst habe ich die Panasonic FZ1000 seit gut 2 Jahren. Die meisten meiner Youtube Filme sind mit ihr gedreht. Zum Fotografieren verwende ich sie jedoch gar nicht, mir reicht die Bildqualität nicht.

Wichtiger Kauftipp: Extremen Zoom wird man wohl nur selten benötigen. Wichtiger sind ein grosser Chip (1-Zoll Chips sind hier heute die erste Wahl) und ein gutes Objektiv. Weniger Zoom erlaubt es den Technikern meist eine höhere Bildqualität zu erzielen.

 

DSLR – Digitale Spiegelreflexkamera

Spiegelreflexkameras sind die klassischen Arbeitsgeräte der Profifotografen und waren lange die erste Wahl für ernsthafte Hobby Fotografen. Heute werden sie häufig von Systemkameras (siehe nächster Abschnitt) abgelöst. Auf Wikipedia sind die technischen Details des Spiegels erklärt. Für uns ist wichtig: Man schaut in der Tat durch den Sucher auf einen Spiegel, der den Blick durch das Objektiv lenkt. Dadurch kann man den Bildausschnitt sehen, der später auch auf dem Bild erscheint.

Aufgrund des Spiegels müssen sie eine gewisse Grösse haben, wobei es hier auch sehr handliche Modelle gibt, die in die Jackentasche passen. Je nach Preisklasse und Zielkäufer bieten sie unterschiedliche Leistungen. Die teuersten Modelle bieten auch heute noch den besten Autofokus und extrem robuste Gehäuse. In der Einsteigerklasse hingegen werden die Kameras heute von vielen Systemkameras geschlagen.

Die grössten Vorteile von DSLRs sind: Das Fotografieren fühlt sich anders an. Der Blick durch den Glassucher statt auf einen Bildschirm gibt einem einfach ein anderes Gefühl. Ausserdem gibt es die Kameras seit vielen Jahren, so dass man ein sehr grosses Angebot an Objektiven erhält und der Markt für gebrauchte Kameras und Objektive sehr gross ist. Viele Dritthersteller bieten Zubehör an. Auch wegen der vergleichsweise langen Produktzyklen wird viel Zubehör angeboten. Die Kameras behalten (nach dem Preisverfall der ersten Monate) lange ihren Preis stabil. Eine Canon 6D kostet heute nur 200 EUR weniger, als ich vor drei Jahren bezahlt habe.

Portrait Fotograf im Fotostudio Bern

Im Fotostudio weiterhin die erste Wahl: Spiegelreflexkameras

 

Systemkameras – CSC

Als Systemkameras (CSC – compact system camera) oder auch spiegellose Systemkamera bezeichnet man Kameras, bei denen man die Objektive wechseln kann, die aber keinen Spiegel haben. Das Foto wird auf einem Bildschirm angezeigt. Meistens haben sie zusätzlich einen Sucher der ebenfalls einen Monitor erhält.

Da man das fertige Foto bereits auf dem Sucher sieht, ist die Bedienung ähnlich wie bei einem Smartphone, insbesondere, wenn die Kamera ein Touch-Display hat. Moderne Systemkameras bieten eine Bildqualität auf dem Niveau von DSLRs in ähnlichem Preissegment. Auch der Autofokus ist mindestens genauso gut. Insbesondere die Kameras von Panasonic und Olympus glänzen hier mit extrem gutem Autofokus.

Systemkameras gibt es erst seit ein paar Jahren, daher hat man noch nicht so viel Auswahl an Zubehör. Allerdings gibt es heute Adapter mit dem man fast jedes Objektiv an fast jede Kamera setzen kann (was nicht immer Sinn macht). Eine Zeitlang haben die Hersteller versucht, möglichst kleine Systemkameras zu bauen. Dies aus dem Aufschrei der Fotografenszene heraus, dass DSLRs „zu schwer“ seien. Inzwischen gibt es aber auch „normal grosse“ Systemkameras und kleine DSLRs. Auch sollte man das Thema Gewicht nicht überbewerten. Ich selbst teile meine Kameras in die Grössen: Hosentasche, Jackentasche, Rucksack ein. Ist die Kamera im Rucksack, dann spielt das Gewicht kaum noch eine Rolle.

Selbst verwende ich diverse Systemkameras verschiedener Hersteller, um in meinen Tutorials, Videos und Büchern ein breites Spektrum anbieten zu können. Insbesondere nutze ich die Sony A6300 und A7II. Zum Filmen die Panasonic G70.

 

Kamerakauf – Darauf kommt es an

In einem weiteren Artikel liste ich die wichtigsten Punkte auf, die man beim Kamerakauf beachten sollte.