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Fotografieren lernen mit dem Foto-Tagebuch

„Und? Ist es so schön, wie Du es Dir vorgestellt hast?“ Kommt die SMS von meiner Freundin. Ich antworte grummelig „Nein!“ Und dann „Es ist kaaaalt!“ Gute Landschaftsfotos zu machen ist vor allem eine Frage des zur richtigen Zeit am richtigen Ort stehen. Licht und Wetter müssen für das Zielfoto passen. Wer das nicht dem Zufall überlassen möchte, der denkt nach, bevor er losfährt. Planung ist das halbe Foto – die andere Hälfte ist warten und frieren.

Mit einer Skizze zum besseren Landschaftsfoto kommen

In meinem Landschaftsfotografie Buch beschreibe ich, wie man zu Ideen für ein konkretes Zielfoto kommt. Noch einen Schritt weiter gehe ich, wenn das Foto aufwändig zu machen/ zu erreichen ist: Eine Skizze. In einem ganz normalen Notizbuch. Ich nutze seit vielen Jahren die günstigen und praktischen Idena Notizbücher (Affiliate Links). Mein nächstes wird allerdings ein Leuchtturm 1917 sein, dass hier schon leer im Regal steht. Es ist blau, das macht dann noch mehr Spass!

Planung mit Skizze - und Nachbesprechung!

Planung mit Skizze – und Nachbesprechung!

Nenn mich altmodisch, aber ich kann am besten denken, wenn ich einen Stift in der Hand habe. Dinge, die ich aufschreibe oder zeichne bleiben besser hängen. Plötzlich denke ich an Details, die ich nicht bedenke, wenn ich nur am Computer durch Fotos in der Google-Suche blättere. Und genauso wichtig ist es, sich das Ergebnis der Arbeit aufzuheben und auszuwerten. Was war gut? Was lief nicht gut? Was habe ich gelernt? Was würde ich nächstes Mal anders machen? Echtes Papier in der Hand halten, das Foto bewusst auszudrucken und einzukleben, das sind physikalische Aktionen, die mir Freude machen. Und die mir helfen, das Erlebte zu vertiefen und besser auszuwerten. Auf dem gedruckten Bild bin ich „final“, ich kann nicht noch mal und noch mal an Reglern im Lightroom drehen.

Fotografieren Lüneburger Heide

Fotografieren Lüneburger Heide

Retro-Feeling mit schlechtem Drucker

Streben wir Fotografen sonst eher nach Perfektion, habe ich mir bewusst einen kleinen HP Selphy 910 (Affiliate Link) für die Fotos genommen. Der ist so klein, den kann ich im Urlaub schon mal mitnehmen. Die Druckkosten sind hoch, die Qualität OKisch, aber gerade deswegen haben die Fotos mehr Charm. Die sind schliesslich nur für mich und mein Tagebuch. Ausser meiner Freundin sieht die niemand. Also müssen sie auch nur mir Freude machen. Es gibt noch kleinere Drucker, die mit Akku betrieben in die Hosentasche passen, wie der Polaroid mit dem Zink Papier. Und natürlich kann man auch seinen ganz normalen Alltagsdrucker nehmen und das Foto ein wenig zerkratzen oder mit weissem Rahmen versehen.

Wichtig ist: Regelmässig machen, erst dann macht es richtig Spass. Ich blättere inzwischen gerne mal in meinen Notizen, am Abend bei Bier und Kerzenlicht. Es weckt Erinnerungen und es weckt auch alte Fehler und Lektionen wieder auf. Wer mit dem Partner im Foto-Urlaub war kann so z.B. das Foto des Tages dort verewigen und hat gleich ein romantisches Reisetagebuch. Wer darauf steht kann das dann noch mit einem Polaroid-Template oder Retro-Filter versehen.hochkant

 

In Zielfotos denken

Im Podcast Interview auf Tom Meurers Fotocast habe ich gesagt, dass ein Fotograf jemand ist, der ein Zielfoto umsetzen kann – und weiss warum. Der vielleicht grösste Unterschied zwischen meiner Fotografie heute und der vor drei Jahren, als ich mit Youtube angefangen habe ist genau das: Ich denke in Zielfotos. Konkreten Fotos. Also nicht „ich fahre nach Zermatt und fotografiere das Matterhorn“, sondern „Eine Stunde vor Sonnenaufgang stehe ich auf der östlichen Seite des Sees auf ca. 30mm und Blende 7.1 und warte auf das perfekte Licht“. Oder bei Mondlicht – dass dann nicht kommt, wie ich in diesem Youtube Video jammere.

 

Auch im Fotostudio versuche ich aus meinen Fehlern zu lernen

Auch bei Studio-Shootings hier in Bern versuche ich aus meinen Fehlern und Erfolgen als Fotograf zu lernen. Nicht jedes Bewerbungsfoto- oder Portrait-Shooting kommt ins Tagebuch, aber grössere Foto-Aufträge werden geplant, interessante Dinge aufgeschrieben.

 

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Probier es doch mal aus. Vielleicht hilft dieser kleine Trick ja auch Dir mehr Spass und bessere Fotos zu erreichen?

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Oktober 15th, 2016|Categories: Beruf Fotograf, Fotografieren Lernen|Tags: |

2 Comments

  1. Marcus Golz 16. Oktober 2016 at 9:22 - Reply

    Das finde ich witzig 🙂
    Ich habe mir gestern, bevor ich von diesem Beitrag wusste, ein Notizbuch gekauft. Eigentlich nicht um Shootings und Zielbilder zu planen, sondern um mir generelle Sachen zu notieren, die ich als Anfänger beim Shooting im Affekt halt vergesse. Denn im Vergessen habe ich schon viel Erfahrung 🙂

    Ich denke ich werde einiges aus diesem Beitrag mit meinem neuen Buch anwenden können, vielen Dank dafür und einen schönen Sonntag 🙂

    • Stephan Wiesner 16. Oktober 2016 at 11:18 - Reply

      Viel Spass mit dem Notizbuch 🙂

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