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Hochwertiger Druck – So drucken wir das ZIELFOTO-Magazin

“Ich fotografiere mit eine 5d Mark III – da bring ich keine 24MP zusammen …. nur 22,3MP …. ist das auch okay?” Die Naturfotografien Perdita Petzl schreibt Gastbeiträge für die Sommer-Ausgabe des ZIELFOTO-Magazins mit dem Arbeitstitel: “So fotografierst Du die Tiere vor Deiner Haustür”. Mit unserem Beschluss keine Kompromisse beim Druck zu machen stossen wir auch auf Probleme. Wie wir das JPG von Perdita in Wien zum Drucker in München kriegen und was damit alles passiert erkläre ich in diesem Artikel.

Eine umfassende Übersicht zum Thema Bildauflösung für Fotografen gibt es in einem extra Artikel.

Sonnenaufgang am Bantiger bei Bern (Sony A7R III)

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Das Papier ist wichtig

Du kennst es von Dir selbst: Wenn Du daheim Fotos auf billigem Papier druckst, dann sieht man das. Die National Geographic fühlt sich “anders” an, als die Gratis-Tageszeitung. Und sowohl Texte als auch Fotos sehen anders aus. Das Papier hat einen starken Einfluss auf die optischen Qualitäten von einem Magazin. Papier mit gleichem Gewicht kann eine unterschiedliche Dicke haben und sich unterschiedlich anfühlen. Aktuell kommen einige Zeitschriften in einem Retro-Look heraus, dort wird ein leicht vergilbtes, raues Papier verwendet. Wir hingegen haben ein rein weisses Papier, auf dem man die Schrift sehr gut lesen kann. Und am Ende kann man den Druck noch mit einem Lack versehen oder nicht.

Für das ZIELFOTO-Magazin verwenden wir ein Spezialpapier aus einer kleinen deutschen Papiermühle. Es ist für den Druck von Auktionskatalogen gedacht und ermöglicht es uns die hochwertige Haptik vom Magazin zu erreichen. Es ist entsprechend teuer. Immer wenn ich Preise anfrage, bekomme ich einen saftigen Aufpreis, wenn ich auf “unserem Papier” beharre. Aber es lohnt sich.

Zum Vergleich: Die National Geographic ist ca. gleich dick, hat aber 80 Seiten mehr Inhalt. Ihr Papier ist deutlich dünner. Ausserdem ist unser Magazin größer. Fotos wirken nun einmal stärker, je größer sie sind. Mit dem DIN A4 Format gehen wir daher bewusst auf ein Format, das man noch gut transportieren kann – das aber auch stärker wirkt.

 

COSYSPEED Outdoor Tasche - Ganzseitige Anzeige

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Drucken im 80er Raster

Gedruckt wird normalerweise auf 300 DPI. Das sich das lohnt kannst Du leicht ausprobieren. Für das 52wiesnerwochen-Projekt habe ich gestern ein Foto ausgedruckt – aus Versehen in 100 DPI. Das sieht man sofort. Die Farben stimmen, aber die Auflösung ist auffällig pixelig. 300 DPI gilt als eine Auflösung, bei der man keine Punkte mehr sieht, aber das ist abhängig von der Entfernung des Betrachters (und bei mir ob ich die Brille aufhabe).

Unser Magazin ist für Fotografen und wie ich euch kenne, schaut ihr auch schon mal kritisch hin. Wenn Du das bei hochwertigen Zeitschriften wie z.B. der National Geographic machst, dann wirst Du Pixel sehen können. Feine Strukturen in den Fotos sind nicht mehr sauber zu erkennen. Aber dafür muss man wirklich sehr genau hinschauen.

Hochwertige Maschinen und fähige Druckexperten vorausgesetzt gilt: Feinere Raster erlauben es noch mehr Details abzubilden. Irgendwann sieht man das natürlich nicht mehr. Mein Bauchgefühl ist, dass ich ein 100er Raster gerade noch von einem 80er unterscheiden kann, aber nur wenn ich sie nebeneinander lege und sehr genau darauf achte. 80er Raster, das bedeutet 406 DPI und das macht Probleme. Im Magazin kommen Fotos in unterschiedlicher Größe vor. Für eine Doppelseite sollten wir 24 MP haben. Das können die meisten Kameras bieten, aber nicht mehr alle. Gerade für die Tiere-Ausgabe ist das ein Problem, da Sport-Kameras wie die Nikon D7500 (Testbericht) häufig nur 20 MP liefern. Genug für das Cover vom National Geographic, aber grenzwertig für eine Doppelseite bei uns.

Davon betroffen sind auch unsere Werbepartner. Große Firmen lassen ihre Anzeigen für den Druck in Zeitschriften optimieren – auf 300 dpi. Sie müssen die Anzeige für uns also evtl. neu generieren oder sogar optimieren. Die COSYSPEED Anzeige von der Outdoor Tasche hat Kristina mit meiner Canon 6D erstellt. Für einen ganzseitigen Druck reicht die “alte Kamera” immer noch aus.

Das ZIELFOTO-Magazin

Das ZIELFOTO-Magazin

In der Zukunft möchte ich auf das 100er Raster gehen (500 dpi). Das ist einer der Gründe, warum ich die Sony A7R III gekauft habe. Auch möchte ich in Zukunft sowohl sehr groß drucken können, als auch einen sehr großen Bildschirm / Projektor in hoher Auflösung bei mir daheim aufhängen. Nicht dieses Jahr und nicht 2019, aber die Elektronikmessen zeigen fantastische Produkte, die in ein paar Jahren für den Privatgebrauch erschwinglich sein werden.

Wenn Dich das Thema Pixel beschäftigt und Du (wie ich bislang) glaubst, dass Du nicht regelmäßig hochauflösend drucken wirst, dann bietet dieser Grundlagen Artikel eine gute Übersicht:

Wie viele Pixel braucht man wirklich?

 

Farbmanagement für den Druck in der Praxis

Wer sich mit dem Thema Drucken beschäftigt stolpert auch über Farbräume. sRGB ist sehr weit verbreitet, Adobe-RGB ist größer (Wikipedia) und Drucker verwenden evtl. noch weitere Farbräume. In einer idealen Welt hätten wir alle sauber kalibrierte Monitore und die Fotos von Perdita könnte ich 1-1 bewerten. In der Praxis ist das aber nicht so.

Dropbox dreht durch … Thomas wird sich freuen, die platzt bei ihm gleich aus allen Nähten. Alle Bilder in CMYK gewandelt und in Indesign neu verknüpft … 😊

Gestern hat Susanne, unsere Designerin, alle Fotos für die nächste Ausgabe in CMYK gewandelt.  Vorher habe ich eine visuelle Kontrolle der Fotos der Gastbeiträge durchgeführt.Wir bekommen sie als normales JPG, meist in sRGB. Wir machen keine Produktfotos, unsere Fotos müssen nicht “korrekt” sein, sie sollen “schön” sein. Und einheitlich. Das erreichen wir in mehreren Stufen

  • Ich führe eine visuelle Kontrolle an meinem iMac durch. Dadurch sind die Fotos schon mal “im Wesentlichen einheitlich”
  • Susanne macht das Design und achtet darauf, dass die Doppelseiten einheitlich aussehen. Auch sie arbeitet an einem iMac
  • Wir führen einen Proof (Probedruck) durch. Das ist sehr teuer, aber die sicherste Lösung. Der Proof wird vom Drucker erstellt, auf ähnlichem Papier und mit ähnlicher Tinte. Grobe Patzer fallen hier sofort auf und ein erfahrender Drucker kann ernennen, wie sich das im finalen Druck verhalten wird. Der Proof geht zu Susanne und mit Anmerkungen zurück zum Drucker
  • Beim finalen Druck werden die ersten Seiten gedruckt und allenfalls noch feinjustiert. Ein wenig mehr Blau oder Rot, ein wenig heller, etc. Das sind aber nur noch Nuancen und das kann man nicht für jeden Papierbogen machen, sonst bekommt man wieder ein buntes Magazin

Das Vorgehen ist pragmatisch und funktioniert bislang sehr gut. Da wir auch künftig viel mit Gastbeiträgen arbeiten wollen, werden wir bis auf Weiteres auch so weitermachen. Und die Fotos von der 5D MIII von Perdita? Die nehmen wir und sie reichen von der Auflösung. Noch.

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Januar 16th, 2018|Kategorien: Beruf Blogger, Beruf Fotograf, Beruf Youtube|Tags: , |

5 Comments

  1. Rotter Barbara 17. Januar 2018 um 20:49 Uhr - Antworten

    Wo bekomme ich diese Zeitschrift in Deutschland?Danke

    • Stephan Wiesner 18. Januar 2018 um 4:43 Uhr - Antworten

      Direkt hier im Webshop.

  2. Richard Puhl 16. Januar 2018 um 17:33 Uhr - Antworten

    Ich persönlich finde die derzeitige Druckqualität und das Papier außerordentlich gut, es bereitet mir richtig Freude darin zu blättern. Mir erschließt sich zwar auch nicht weshalb man in ein paar Jahren 500 oder 600 dpi brauchen soll, aber ich bin ja auch kein Fachmann 😉 Vor Weihnachten habe ich mir einen Bildband eines bekannten deutschen Wildlife und Naturfotografen/Filmer gegönnt und bin doch ernüchtert wie schlecht die Druckqualität der ansonsten wirkich sehr schönen Aufnahmen ist. Ich bin froh das Dein Zielfoto Magazin ein Premiumprodukt ist und hoffentlich immer bleiben wird. Grüsse aus dem Riesengebirge.

  3. Andreas Balko 16. Januar 2018 um 15:42 Uhr - Antworten

    Man kann sich das Leben auch selber schwer machen. Mir reichen 300 DPI. Wenn’s ganz toll sein soll 400. OK. Aber 500? Warum sollte ich eine Zeitschrift mit dem Vergrößerungsglas anschauen? Sorry für die Ironie. Aber ich konnte mich bei aller Begeisterung für Deine Arbei nicht zurückhalten.

    • Stephan Wiesner 16. Januar 2018 um 16:28 Uhr - Antworten

      Man sieht es halt auch ohne. Unterschwellig meinetwegen.

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