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Kameras 2018 – meine Prognosen

Für Fotografen und Kamera-Junkies war 2017 ein spannendes Jahr, in dem viele interessante Modell herausgekommen sind. Was ich in 2018 erwarte und welche Kameras ich mir wünsche erzähle ich in diesem (nur halb ernst gemeinten) Blogbeitrag.

Zürich bei Nacht mit Vollmond

Vollmond in Zürich (Sony A6000)

Sony, Nikon, Canon – Welche Neuerungen kommen 2018?

In 2017 wurde die Vollformat-Serie auf ein sehr hohes Niveau gehoben. Besitzer einer Sony A9 oder Nikon D850 (Testbericht) dürfen sich über einen aussergewöhnlich guten Autofokus, einen hohen Dynamikumfang und gutes Rauschverhalten bei hohen ISO-Werten freuen. Filmen in 4K ist längst Standard, nur die Preise sind noch auf einem Niveau, dass für den Massenmarkt zu hoch ist. Und im Massenmarkt liegen Marktanteile und Margen, insbesondere über Zubehör. Der Marketingleiter von Sony wird sich doch die Finger danach lecken, dass wir uns neue Akkus kaufen, die sie in den neueren Kameras verbauen. Ich habe zwei alte Sonys und wahrscheinlich inzwischen ein Dutzend Akkus. In allen Rucksäcken liegt einer für den Fall, dass ich vergesse einen zweiten einzupacken, wenn ich auf Tour gehe.

Entsprechend erwarte ich, dass sowohl eine A7 III, als auch die Nikon D750 II heraus kommen (wie auch immer sie dann genau heissen mögen). Es werden leicht abgespeckte Versionen der diesjährigen Kameras sein.

Nikon D850 im Test

Nikon D850 im Test

Die Nikon D750 (Testbericht) habe ich seit September 2014 und sie ist weiterhin meine Brot und Butter Kamera für Landschaftsfotografie. Von der Nachfolgerin wünsche ich mir ein Touch Display, die beleuchteten Tasten der D850 und, öhm, mehr Pixel? mehr Autofokuspunkte? besseres ISO-Rauschverhalten? Wird sie alles haben, aber das ist mir keine 2500 EUR wert. Kaufen werde ich sie dennoch, aber nur weil die alte abgeschrieben ist und ich über die Firma ja nur grob den halben Preis zahle. Eigentlich ist die D750 bereits so gut, dass ich nur sehr selten an ihre Grenzen stosse und dann kann ich das mit anderen Mitteln als mit Hardware lösen. Ah, und sie wird 4K haben, mit dem miesen Autofokus, der sie für den Einsatz als VLog-Kamera ungeeignet macht. Um Landschaftsvideos zu machen, aber ein Feature auf das ich mich freue.

Das Fazit in meinem Testbericht zur Nikon D7500 war ja schon sehr positiv. Im APS-C Sektor erwarte ich da keine Steigerung in 2018.

Die Sony A6000 ist fast wasserfest

Die Sony A6000 ist fast wasserfest

Die Sony A7 II nutze ich viel für “Mensch bei der Arbeit” Fotos bei Tageslicht. Ihr Autofokus ist nie zeitgemäss gewesen, selbst die A6000 war spürbar besser. Die A7 III wird hier einen Sprung machen. Es werden die grösseren Akkus der neueren Kameras zum Einsatz kommen, das neue Menü und hoffentlich Touchscreen. Wahrscheinlich wieder ein 24 MP Chip, der endlich auch in 4K filmen kann. Mikrofon-Eingang, aber kein Kopfhörer-Ausgang. Leider wohl weiter kein schwenkbares Display, so dass sie als VLog-Kamera wenig geeignet ist. Ich wünsche mir schwergängigere Knöpfe und einen grösseren Body, bin aber skeptisch, ob ich das bekomme. Für 2500 EUR wird man sich sehr fragen müssen, ob man nicht zur A6500 greift, die im nächsten Jahr deutlich im Preis fallen wird.

Falls es schon wieder eine neue Sony A6600 geben wird, dann wird sie mit Panasonic gleich ziehen und Slow Motion in 4K anbieten und weiter kein Klappdisplay haben. Also das Niveau moderner Smartphones beim Filmen erreichen? Mhm, lass mich kurz überlegen was Sony noch drauf legen könnte: Mehr Pixel auf dem APS-C Chip? Wofür? ISO-Rauschen? Ein lichtstarkes Objektiv ist günstiger und bringt mehr Nutzen.

Sie werden sagen, dass die Kamera weniger rauscht, da ist Sony ja gut drin. Im Sagen meine ich. Wenn ich durch meine alten A6000 Fotos von 2014 oder 2015 blättere, dann ist Rauschen da schon nur bei einer Handvoll Fotos relevant. Dafür 2000 EUR ausgeben? Schwer zu argumentieren. Sony hat hier einfach das Problem der Zielgruppe. Nicht umsonst ist die A6000 weiterhin am Markt. Und weiter ein Verkaufsschlager. Die Forschungskosten sind längst reingeholt und die Marge wird für Sony sehr hoch sein. Der Markt aber auch irgendwann gesättigt.

Ich glaube daher, dass die A6300 und A6500 deutlich im Preis sinken und die Produktion der A6000 eingestellt wird.

Die kaufkräftigen Kunden sollen sicher ins Vollformat gelockt werden. Da locken die teuren Objektive, die man sich dann neu kaufen muss. Sigma ist zum Glück zur Stelle, um Sony in die Suppe zu spucken, davon profitieren wir Freunde richtig scharfer Objektive. Ich bleibe bis auf weiteres bei meiner A6300 (Testbericht).

Meine Nummer 1 Kaufempfehlung ist und bleibt aber die Sony RX100 M3 (Tutorials zur RX100 auf YouTube). Als Zweitkamera, als Kamera für Eltern die “bessere Fotos als mit dem Handy” machen wollen und als Jackentaschenkamera für Urlaub, Trekking und den Ausgang.

 

Canon 6D in 2014

Sportfotografie mit der Canon 6D (2014)

Und Canon? Auf eine Canon 6D III werden wir ja wieder vier Jahre warten müssen. Laut Canon ist 4K uninteressant, Qualität bei HD Filmen auch (die MII komprimiert Videos schlechter als die alte 6D) und Dynamikumfang wird überbewertet. Da können sie jetzt schwer eine 100D herausbringen, die…, ah, Moment, die 100D gab es schon. Die Nummern gehen also langsam auch aus. Ganz ehrlich? Canon hat den besten Video-Autofokus den ich kenne, sie haben die (argumentierbar) besten Objektive und die (argumentierbar) schönste Farbwiedergabe.

Meine Traumkamera ist eine Canon 6D MIII als spiegellose Kamera mit 4K.

Nur wird es die nicht geben. Evtl. aber eine M5 Nachfolgerin mit 5 Achsen Stabilisator und evtl. dann doch 4K und vielleicht sogar einem Display, das nicht nach unten klappt, wo es im Weg ist? Damit könnte Canon die VLog-Szene aufmischen. Es gibt aktuell keine gute VLog Kamera auf dem Markt, die in 4K filmen kann. Dabei sind wir die YouTubler doch die idealen Influencer! Weiss Canon das? Natürlich. Aber anders als Sony sind sie scheinbar so festgefahren in ihrer Firmenpolitik, dass ich den Glauben an sie verloren habe. Meine alte 6D ist weiterhin meine Kamera für Auftragsarbeiten. Nur mache ich die in 2018 nicht mehr und daher würde ich anfangen meine Canon Objektive zu verkaufen, wenn sie mir jetzt kaputt gehen sollte.

 

Die Sony RX100 M3 im Urlaub

Die Sony RX100 M3 im Urlaub

 

Video in 2018

Video ist die Zukunft. Bei Fotoapparaten wird nicht mehr viel an Qualität (und Gewinnmarge) zu machen sein. Bei Video ist noch Luft. Panasonic hat zwei Kameras mit Video-Schwerpunkt herausgebracht. Eine GH5 ist aktuell teurer als eine Sony A7II. Die Sony RX100 M5 ist für viele zu teuer, aber wäre die perfekte VLog-Kamera, wenn sie einen Mikrofon-Eingang hätte. Sucher raus, Mikro rein, ist mein Wunsch. Da Sony jedes Jahr eine RX100 herauszubringen scheint, darf man hoffen, dass da etwas kommt.

Kamerahersteller werden versuchen mit mehr Pixeln zu locken.

Slow Motion in 4K wird das neue Feature sein, schliesslich können neue Smartphones das bereits. Und dann werden die Hersteller versuchen, was sie immer versuchen: Mit mehr Pixeln zu locken. 8K Kameras gibt es schon, nur sind sie noch sehr teuer. Das wird in 2018 noch nicht viel anders sein, aber in ein paar Jahren können wir uns das perfekte Foto von unserem Model aus einem Video aussuchen. RAW und mit 24 MP. Damit verliert Fotografieren aber an Spass. Entsprechend gewinnt Video immer mehr an Bedeutung, auch weil es einfacher und günstiger wird. Und es immer mehr sehr gute Anleitungen dafür gibt (nicht nur bei mir).

 

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Fuji X100T in Irland

Fuji X100T in Irland

 

Fuji, Olympus und Co?

Es fällt mir schwer, zu verstehen, warum eine MFT Kamera teurer (und grösser) als eine Sony A7II oder A6500 sein kann. Von daher verstehe ich auch weiter nicht, warum sie sich am Markt halten können. Tun sie offensichtlich, also machen sie etwas richtig, dass weniger mit Technik zu tun hat: Sie sehen sehr gut aus und wecken in uns die Leidenschaft nach Retro-Style. Ob das anhält und was da an Neuerungen möglich ist, kann ich nicht beurteilen, ich fotografiere nicht mit MFT und verfolge die Details nicht. Nenn mich Macho, aber ich mag grosse Chips.

Die steigende Beliebtheit von Fuji hingegen verstehe ich. Wunderschöne Kameras im Retro-Style, die ich immer wieder gerne in die Hand nehme. Mit der konsequenten Strategie auf hochwertige Objektive zu setzen holen sie die gewichtsbewussten Käufer mit entsprechendem Geldbeutel ab. Wenn mich heute ein befreundeter Familienvater nach einer Kamera für die Fotografie von seinem Kind fragt, dann ist eine Fuji XT-20 mit einer Festbrennweite definitiv auf der Shortlist.

 

Und Du?

Was sind Deine Erwartungen an 2018? Lass doch einen Kommentar mit Deinen Wünschen an die Kamerahersteller hier 🙂

 

 

 

Dezember 27th, 2017|Kategorien: Fotoausrüstung|Tags: , |

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