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Kreativ ist, wer über den Tellerrand schaut

Ich fotografiere Landschaft und Portraits und habe eine gewisse Art Fotografie entwickelt, die man durchaus auch wieder erkennt (siehe z.B. mein Instagram Profil). Die Gefahr ist dabei, in einen Trott zu fallen. Immer das gleiche Lichtsetup, Objektiv und Nachbearbeitung. Konsistenz ist gut – vor allem, wenn man dafür bezahlt wird. Aber es ist schwierig dabei besser zu werden. Eine einfache Methode, um auf neue Ideen zu kommen, ist es, mal ganz etwas anderes zu machen.
Schwarzweiss Portrait an Workshop in Hamburg

Schwarzweiss Portrait an Workshop in Hamburg (Sony A7II, Sigma 85mm bei F1.7)

Am Workshop in Hamburg im Februar 2017 z.B. habe ich mit Klaus Reinders zusammengearbeitet. Wir gehen sehr unterschiedlich vor und ich lasse mich gerne von ihm inspirieren. Das geht so weit, dass ich mich schon mal frage „wie würde Klaus fotografieren?“
Kreativ wird man, wenn man über den Tellerrand schaut

Knüppelhartes Licht

Ich nehme immer möglichst grosse Lichter. Weiches, schmeichelndes Licht. Sanfte Schattenübergänge. Meine Models dürfen auch bei Schwarzweiss-Fotos in blauer Jeans kommen (weniger Kontrast als eine schwarze Hose). Ich möchte „schöne Fotos“ machen, nicht „künstlerische“. Ich sehe mich nicht als Künstler und kann mit „Kunst“ häufig nichts anfangen.
In Hamburg habe ich das mal umgedreht. Ganz schlichtes Setup für Janna: Weisser Stuhl, das Model in Schwarzweiss gekleidet und dann ein ultra-hartes Licht „voll in die Fresse“, wie man in Hamburg wohl sagen würde.
Das Foto ist out of camera, nur mit einem Schwarzweiss-Preset versehen. Es passt nicht zu mir und als Social Media Fotograf bekomme ich für solche „andersartigen“ Fotos häufig kaum Likes. Meine Abonnenten erwarten den Wiesner-Style von mir.
Für mich selbst hingegen ist es eine Bereicherung. Durch diese Experimente bekomme ich frischen Input für weitere Projekte. Und am Workshop profitieren die Teilnehmer natürlich sehr davon. Wir haben das gleiche Setup auch mit einer 120cm Softbox gemacht. Auch interessant, aber eine ganz andere Wirkung. Mit dem Wechseln von der Softobx auf einen Reflektor mit Grid lernen die Kursteilnehmer, mit Licht zu spielen.
Grosse Softbox für Schwarzweiss-Portrait

Grosse Softbox für Schwarzweiss-Portrait (Sony A7II, 85mm bei F2.2)

Februar 14th, 2017|Categories: Fotografieren Lernen, Portrait|Tags: |

2 Comments

  1. Clemens Heppner 15. Februar 2017 at 17:46 - Reply

    Hallo,

    ich finde das eine super Herangehensweise. Schade, wenn es die anderen nicht verstehen aber übel nehmen kann man es ihnen ja auch nicht. Siehe Terry Richardson: Nicht alles gefällt jedem (mit gutem Grund).
    Künstlerische Weiterentwicklung entsteht ja oft durch begrenzte Mittel – dadurch dass ich nicht „wie immer“ machen kann, muss ich kreative Lösungen finden. Sich auf den Stil eines anderen Fotografen zu konzentrieren bringt dann immerhin etwas hervor, was dem Publikum dieses Fotografen gefallen könnte. Der andere Weg, sich technisch einzuschränken (z.B: available light only), kann auch spannend sein aber vielleicht mag das dann niemand ;-).

    Viele Grüße,
    – Clemens

  2. Stefan 14. Februar 2017 at 13:39 - Reply

    Hallo Stephan,
    ich kann Dir nur zustimmen, was das Schauen über den Tellerrand angeht. In die gleiche Richtung – sogar noch ein wenig weiter – geht mein Tipp, immer mal wieder die eigene Komfortzone zu verlassen. Also etwas total Anderes auszuprobieren, wie z.B. sich in ein ganz anderes fotografisches Betätigungsfeld zu wagen. Auch auf die Gefahr hin, beim ersten Versuch totalen Mist zu produzieren. (Muss man ja niemandem zeigen ;-)) Meine Erfahrung ist, dass bei solchen Ausflügen auch immer etwas für die „Routinearbeit“ hängen bleibt.
    Ich bin gerade dabei, genau das zu tun. Es ist unbequem, manchmal schwierig und nicht immer erfolgreich. Aber es lohnt sich.

    Viele Grüße, Stefan

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