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Kurztest Monitor ViewSonic VP2768 Review

Der ViewSonic VP2768 verspricht eine hohe Abdeckung vom sRGB-Farbraum und preist sich damit für ambitionierte Hobby-Fotografen an. Als Fotograf ist der Monitor das vielleicht wichtigste Werkzeug: Farbtreue, Helligkeit, Auflösung aber auch die Grösse sind wichtig oder zumindest hilfreich. Der Hauptgrund, warum ich mit einem MacBook Pro arbeite ist entsprechend auch der überdurchschnittlich gute Monitor. Daheim sitze ich dann aber für die Fotobearbeitung am Schreibtisch an einem grossen Monitor und wer, wie ich, zehn oder mehr Stunden am Tag dahinter hockt, der weiss einen guten Monitor zu schätzen.

Disclaimer: Der Monitor wurde mir gratis zur Verfügung gestellt.

 

Technische Daten ViewSonic VP2768

Der Monitor ist kaum grösser als das Display und sehr flach. Optisch gefällt er mir sehr gut und die Verarbeitung wirkt hochwertig. Auf dem Ständer kann man ihn leicht drehen, falls man hochkant arbeiten möchte. Auch ein Anwinkeln geht einfach und präzise. Die Rückseite bietet viel Anschlussmöglichkeiten: DisplayPort 1.2, Mini DisplayPort 1.2, DisplayPort Out, zwei HDMI und satte fünf! USB 3.0 Anschlüsse. Auch die Knöpfe für die Bedienung sind auf der Rückseite, was sehr unpraktisch ist. Die Bedienung kann ich nur als frustrierend bezeichnen, dafür sieht es aber optisch sehr gut aus und die Einstellungen benötigt man ja meist nur einmalig. Lautsprecher sind nicht verbaut (was ich als Plus betrachte).

Die Helligkeit wird mit 350 ANSI Lumen angegeben und die Auflösung beträgt WQHD resolution (2560×1440) mit 60 Hz. Das klingt viel, ist aber der Schwachpunkt von dem ansonsten guten Monitor. Neben dem MacBook sieht das Bild sichtbar pixelig aus. Zum Vergleich: Auf meinem iMac arbeite ich mit 2880×1620. Damit kann ich Text noch gut lesen und sehe keine Pixel. Alles darunter ist (leicht) pixelig. Um das zu betonen: Das ist jammern auf hohem Niveau und kein Vergleich zu den billigen Monitoren, vor denen ich jahrelang in den IT-Abteilungen diverser Banken und Behörden gesessen habe. Mein dringender Rat wäre aber dennoch: Schaut Dir eine solche Auflösung mal auf einem 27-Zoll Monitor an. Filme oder Fotos sehen gut aus, Text hat Pixel. Kaum zu glauben, dass wir „früher“ mit viel geringerer Auflösung gearbeitet haben!

Im Lieferumfang ist gleich das passende Kabel für den Anschluss an meine Macs dabei (die ich bislang teuer extra kaufen musste): Der Lieferumfang beinhaltet neben dem Kabel für Strom und USB-3.0-Hub auch ein DP-Kabel (DP normal auf mini).

Bildschirm-Auflösung iMac 2017

Bildschirm-Auflösung iMac 2017

 

Der Monitor „erzielt eine sRGB-Farbab­deckung von 99% sowie eine Delta E<2 Farbgenauigkeit und bietet so eine präzise Farbleistung für farbkritische Anwendungen wie Grafikde­sign, Fotografie und Videobearbeitung. Als gemeinsame Entwicklung mit X-Rite Colorimeter ist der VP2768 mit ViewSonics speziell entwickelter Kalibrierungssoftware, einschließlich Hardware-Kalibrierungsfunktionen, bereit für eine lang anhaltende, präzise Farbperformance“ (ViewSonic)

Geräusche kann ich keine hören – das ist nicht selbstverständlich. Viele Monitore summen oder pfeifen leise – ein KO-Kriterium für mich. Ein richtiges Handbuch ist nicht enthalten und auch das Online-Handbuch ist nicht gerade umfangreich. Die Grundlegende Bedienung ist intuitiv, aber das Thema Kalibrierung nicht. Hierfür hätte ich eine Anleitung erwartet, immerhin wirbt der Monitor mit Hardwarekalibrierung – und dann wird einem nicht gezeigt, wie das funktioniert. Nach längerem Suchen habe ich diesen (englischen) Artikel dazu gefunden. Die Hardware habe ich nicht und die Kalibrierung daher nicht ausprobiert. Ich nutze eh keinen kalibrierten Monitor, aber ich drucke auch nicht. Mein Workflow ist für Online optimiert, also für Smartphones, denn dort werden die meisten meiner Fotos angezeigt. Entsprechend ist mein iPhone der Masstab und das kalibriere ich auch nicht. Nicht jeder sieht das so: Meine Freundin arbeitet beruflich mit medizinischen Fotos und kalibriert ihren iMac jeden Monat frisch.

 

Fazit

Die Farben überzeugen. Das Display spiegelt etwas weniger als das MacBook Pro (2015) und die Farben wirken optisch vergleichbar zum MacBook. Eine Beurteilung der Fotos ist somit gut möglich. Die Ausleuchtung bei komplett weissem oder schwarzem Bild ist sehr gleichmässig, nur in den äussersten Ecken hat man einen leichten Abfall der Helligkeit. Das ist im Alltag nicht sichtbar, aber praxisrelevant in der hochwertigen Studiofotografie. Aber um das weiter zu reduzieren muss man tief in die Tasche greifen: Mein 32-Zoll EIZO-Monitor (Affiliate Link) ist leicht besser, aber er kostet auch das Dreifache.

Für den Preis bekommt man einen hochwertigen Monitor – wenn man mit der „mässigen“ Auflösung leben kann und sRGB ausreichend ist. Bei dem Preis erscheint der Monitor auch ideal als Zweit-Monitor z.B. für Video-Bearbeitung oder das Arbeiten mit Lightroom (siehe Foto vom Beginn des Artikels). Ich selbst werde ihn nicht weiter nutzen, da ich bereits zwei grosse Monitore auf dem Schreibtisch stehen habe.

 

August 21st, 2017|Categories: Fotoausrüstung|Tags: |

5 Comments

  1. Alexa Gnoß 30. August 2017 at 15:40 - Reply

    Sehr interessant, dass Apple 5k-iMacs anbietet und dann bis heute keine anständige Funktion zum Skalieren der Inhalte, damit man die Auflösung auch nutzen kann (so zumindest meine schnelle Google-Recherche)…
    Fände ich definitiv ein wahnsinnig sinnvolles Feature. Habe hier 3000×2000 auf 13,5″ (Surface Book) und 3840×2160 auf 24″ und die Auflösung meines Großen ist mir definitiv noch zu wenig bei der Fläche, wenn man das Bild mal vergleicht.

    Aber, wie du auch schon schreibst: Inzwischen jammern wir diesbezüglich auf wirklich hohem Niveau!

  2. joshuafan 21. August 2017 at 15:39 - Reply

    Wieso betreibst du deinen iMac mit einer geringen Auflösung (also nicht die 5120×2880 Pixel)?

    • Stephan Wiesner 23. August 2017 at 16:39 - Reply

      Weil man dann nichts mehr erkennen kann und er langsamer wird

  3. Hans Willisch 21. August 2017 at 11:32 - Reply

    Hallo zusammen….
    iMac: ist doch klar, dass du prima Schrift siehst – der ist ja praktisch nur halb so groß. Ich bin mir sicher, das du dort ebenfalls picelige Schrift siehst, wenn du bei unveränderter Auflösung den Mac-Monitor (theoretisch 🙂 ) – also inklusive der der Pixelmaske – auf die Größe des Viewsonic „aufblasen“ könntest. Probier doch mal als rohe Annäherung einen Text auf dem Mac formatfüllend mit ca. 1400×800 anzuschauen; wie sieht das dann aus? Vergleich hinkt vielleicht etwas, da die Mac-Pixel physikalisch kleiner sind – wäre aber interessant. Ist als Denkmodell etwa zu vergleichen mit Vollformat / APS-C.

    • Stephan Wiesner 21. August 2017 at 12:13 - Reply

      Der iMac hat ebenfalls ein 27 Zoll Display, deswegen ziehe ich den heran. Du meinst wahrscheinlich das MacBook vom Foto.

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