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Landschaftsfotografie lernen: Ein Element in den Vordergrund nehmen

In der Landschaftsfotografie möchte man häufig Weite und Tiefe zeigen. Weite bzw. Grösse lässt sich leicht zeigen, wenn man eine Person in die Landschaft stellt. Tiefe hingegen benötigt ein Element im Vordergrund. Das Beispiel mit Schloss Chillon zeigt es. Eine typische Szene: Sonnenuntergang am Wasser. Hätte ich den Stein vorne nicht mit ins Bild genommen, dann wäre es inhaltlich das gleiche Foto, aber die Tiefen-Wirkung wäre viel schwächer.  Dieser Artikel ist Teil meines Gratis Fotokurs für Fotografie Einsteiger.

 

Vordergrundelement und Rahmen in der Landschaftsfotografie kombinieren

Ein einrahmendes Element in einem Foto kann dessen Wirkung verstärken. Häufig hat man damit dann auch den gewünschten Effekt von Tiefe erzeugt. Das Foto von Zürich zeigt dies deutlich. Die Bäume sind eigentlich nicht wichtig für den Bildinhalt (“Zürich bei Nacht”). Sie geben dem Blick aber einen Rahmen und ziehen den Betrachter stärker ins Bild. Gleichzeitig entsteht dadurch ein Gefühl für Tiefe. Die Lichter am Horizont verschwinden in vielen km Entfernung und der Blick beginnt direkt vor der Kamera.

Zürich bei Nacht mit Vollmond

Full moon over Zürich, Switzerland, at night (Sony A6000)

 

 

Schärfentiefe verstehen: Hyperfokale Distanz

Wenn Du ein Vordergrundelement und den Hintergrund im Fokus haben möchtest, wie z.B. die Bäume im Zürich-Foto, dann hast Du evtl. die Frage auf was Du fokussieren solltest. Die Lösung nennt sich Hyperfokale Distanz und wie das funktioniert erkläre ich in diesem Youtube Video. Wichtig: Nicht auf die Bäume fokussieren, denn dann wäre Zürich out of focus gewesen.

 

 

Höhe zeigen

Um Höhe zu zeigen kann es häufig helfen, einen Stein, eine Mauer oder irgendetwas in den Bildvordergrund zu nehmen. Hier z.B. braucht es die Mauer, dass man versteht, worum es geht. Spiderman (that would be me) hängt an einer Dachkante und klettert nach oben. Als Wanderer und Bergsteiger nutze ich diesen Trick sehr oft – also nicht das Spiderman Kostüm, sondern das Vordergrundelement. In diesem Fall ist die Mauer sehr dominant, meist reicht es, etwas kleines zu nehmen. Einen Borhaken beim Klettern z.B., oder einen Wanderwegweiser.

Spiderman in Bern

 

 

Break the Rules: Der Vordergrund darf auch mal unscharf sein

Prinzipiell sollten wichtige Elemente im Vordergrund fokussiert sein. Wenn sie aber nur die Gesamtwirkung unterstützen, dann kann man sie auch mal unscharf darstellen. Typisch ist das Foto einer Person an einer Ziegelwand von der Seite aufgenommen oder hier das Beispiel von Ingo Schneider Fotografie mit den Kerzen. Wenn die Kerzen alle im Fokus wären, würden sie stark von der schönen Olympus ablenken.

 

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Und jetzt Du: Schau Dir Deine Fotos an

Blättere doch mal durch ein paar Landschaftsfotos von Dir und achte auf ein Element im Vordergrund. Hast Du es bewusst eingefügt? Oder fehlt es Dir? Versuch Dich an die Situation zu erinnern und zu überlegen, was Du anders hättest machen können, bzw. schau ob Du weitere Fotos von der Location hast.

Zum Abschluss hier noch mal das Schloss Chillon – ohne Felsen. Ich stehe an der gleichen Stelle, aber es ist ein ganz anderes Foto. Nicht nur wegen der Belichtung, sondern auch weil es weniger Tiefenwirkung hat.

Sonnenuntergang am Schloss Chillon - Schweiz

Sonnenuntergang am Schloss Chillon – Schweiz

 

Dezember 19th, 2016|Kategorien: Fotografieren Lernen|Tags: , |

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