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Mit 3 Jahre alten Kameras kann man nicht mehr fotografieren!

Mit einer 3 Jahre alten DSLR kann man nicht mehr fotografieren – so kommt es mir manchmal vor. Als ich gestern ein Behind-the-Scenes Foto von einem Mitarbeiterfoto-Shoot in Zürich gepostet habe, kamen gleich mehrere Kommentare/Nachrichten, warum ich mit der “Uralten” Canon 6D arbeite und nicht mit der “neuen” D750 oder Sony A7. Hier der überraschende Grund dafür.

Neue Kameras sind besser als alte

Alle 2-3 Jahre bringen die grossen Hersteller neue Kameras heraus. Das sind meist nur kleine Detailverbesserungen und nicht wirklich neue “Generationen”. Sony schafft es, das jeweils als Quantensprung zu verkaufen – ich würde das eher als Bugfixing bezeichnen, welches teils auch über Software gelöst werden kann (und wird).
(Sony A6000, 12mm Samyang. 1500 Likes TROTZ alter Kamera?)
Besser heisst meist: Mehr Autofokus-Punkte (der aktuelle Hype), besseres ISO-Rauschen (noch ein Hype) und ab und an auch mehr MP (ab 24MP ein Nachteil für mich). Der Autofokus wird einen Tick besser und ist meist “der schnellste Autofokus der Welt”.

Ist besser wirklich besser?

Es gibt Situationen und Fotografen, für die gilt: besser ist besser. Sportfotografen wie Schiller Photo, die schnelle Action Indoor schiessen z.B. In diesem Youtube Video erklärt Ulf, warum er so viel Geld für Ausrüstung ausgibt.
Aber ich verdiene mein Geld mit Portraits und Bewerbungsfotos im Fotostudio in Bern oder Sitzungszimmern in Zürich. Ich bin nie auf mehr als ISO 200, also nutzt mir bessere ISO-Rauschen auch nichts. Ich habe es hell, also nutzt mir besserer Autofokus nichts. Und ich bearbeite Portraits, da sind mehr als 24MP ein Nachteil, weil die Verarbeitung langsamer ist. Die Canon 6D mit 20MP ist ideal.
Mehr Autofokuspunkte? Ja, ich hätte gerne 20 statt 11 und diese über den ganzen Sucher verteilt. Das wars auch schon. Mehr sind… ein Nachteil. Wenn ich 157 Autofokuspunkte habe, wie schnell kann ich dann vom linken aufs rechte Auge wechseln? Von Querformat auf Hochformat, von Stehen auf Sitzen? Ne, danke, gut ist irgendwann gut genug und mehr ist schlechter.
(Bitte warten)

Das grosse Geheimnis

Pssst, so unter uns verrate ich mal ein wirkliches Geheimnis. Einfach nicht weitersagen, ok?
Meine 3 Jahre alte Canon 6D macht noch die gleichen Fotos wie vor drei Jahren. Die sind nicht schlechter geworden! Und wenn Canon mir jetzt das neuste Flaggschiff sponsoren würde, dann wüsste ich schon was damit anzufangen. Aber meine Portraits würde ich weiter mit der 6D machen. Weil die leichter ist. Und leichter zu bedienen. Und man es den Fotos nicht ansieht.

Das Vorjahresmodell ist meist … gut genug

Ich habe es oft gesagt und wiederhole es hier noch mal: Vor ca. 3 Jahren haben wir eine Qualität erreicht, die gut genug ist für die allermeisten Situationen. Wer eine Canon 6D oder Nikon D750 hat, der braucht nicht aktualisieren, wenn er nicht ganz genau weiss, warum. Wenn er das nicht weiss… wird er mit der neuen Kamera die gleichen Fotos machen wie mit der alten. Analysier Deine Fotos und lege fest, WARUM eine neue Kamera das gleiche Foto besser gemacht hätte, oder Dir ein Foto ermöglicht hätte, dass Du jetzt nicht machen konntest.
(Manueller Fokus und nur ein Schuss – Es geht auch mit Low Tech)
Und um zum Schluss zu noch zu stänkern: Nur Sony User, die dürfen upgraden. Die A7II ist mir weiterhin zu langsam im Handling und Autofokus, als dass ich sie für meinen täglichen Einsatz als Portrait-Fotograf einsetzen möchte. Für Landschaft ist sie hingegen gut geeignet (aber nicht so gut wie die D750). Und so lange es keine reibungslose Lightroom-Integration gibt ist Sony eh ein No-Go für mich.
(Bitte warten)
Juni 1st, 2016|Kategorien: Fotoausrüstung, Fotografieren Lernen|Tags: , , , , |

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