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Mit der Drohne Fliegen in der Schweiz – Darf ich das überhaupt?

Seit ich die DJI Mavic Pro Drohne auf meinen Fotoprojekten in der Schweiz einsetze, werde ich häufig angesprochen, ob ich eine Erlaubnis habe. Hier habe ich die wichtigsten Informationen dazu zusammengetragen, wo und was man mit der Drohne filmen darf. Das ist keine Rechtsberatung und gilt nur für die Schweiz. In Deutschland gelten andere Richtlinien für den Einsatz einer Drohne. Die Informationen beziehen sich auf „leichte“ Drohnen mit weniger als 30kg Gewicht. Für grössere Flieger gelten strengere Bestimmungen.

 

 

Die Karte mit den Flugverbots-Zonen für Drohnen in der Schweiz

Mein wichtigstes Werkzeug für die Planung der Flüge mit der Drohne ist die vom Bundesamt für Luftfahrt bereit gestellte Karte. Dort sind in Rot und Blau die Zonen eingezeichnet, in denen man nicht oder maximal 150m fliegen darf. Das sind im  Wesentlichen die Gebiete rund um die Flughäfen. So darf ich z.B. hier bei mir vor der Tür nicht fliegen, weil ich zu nahe am Flughafen Belp wohne. Auf der anderen Seite von Bern hingegen darf ich prinzipiell.

Die Stadt Zürich hat ein Infoblatt zum Thema Drohnen herausgegeben (PDF Download).

 

Verboten: Fliegen über Menschenmengen

Das Gesetz ist klar: Fliegen über Menschenmengen ist verboten und eine Bewilligung nötig:

Seit der Gesetzesrevision vom 1. August 2014 gilt neu eine Bewilligungspflicht für das Überfliegen grösserer Menschenansammlungen, z.B. bei einem Fest, einem Umzug oder einer Sportveranstaltung. Auch wenn Hobby-Drohnen zusätzlich zur Fernsteuerung mit GPS versehen sind, können sie ausser Kontrolle geraten und andere Personen gefährden. Ohne Bewilligung dürfen Sie daher Ihre Drohne nur bis maximal 100 Meter Entfernung von einer Menschenansammlung betrieben. Es gibt aber ein vereinfachtes Standardverfahren für geschlossene Veranstaltungen.

 

 

Erlaubt: Filmen mit der Drohne in der Natur

In der Natur darf ich prinzipiell frei fliegen und filmen – sofern ich nicht in einer Flugverbotszone bin. Dabei gilt jedoch: Ich muss Sichtkontakt zur Drohne haben. Möchte ich eine Flug-Brille verwenden, so muss eine zweite Person neben mir stehen und Sichtkontakt zur Drohne haben. Problematisch ist in diesem Zusammenhang der Selfie-Modus, sofern man keine Kontrolle oder Sichtkontakt mehr hat. Wer genau hinsieht, wird bemerken, dass ich die Fernbedienung auch beim „Kreis um mich fliegen“ noch in der Hand habe. Vorbild und so.

 

 

Die Details

Das Fliegen mit der Drohne macht nicht nur Spass, es schafft auch Verantwortung. Ich gebe mir grosse Mühe, im Rahmen der Gesetze zu bleiben und niemanden zu stören. Bislang habe ich nur positive Erfahrungen mit Passanten gemacht, aber ich fürchte das wird kippen, wenn der „es ist neu und interessant“ Faktor nachlässt und Drohnen zur Belästigung im Alltag werden.

Das Filmen in der Stadt ist prinzipiell erlaubt, aber es gelten die normalen Gesetze für das Fotografieren und Filmen, sprich: Nicht bei der netten Nachbarin aus dem dritten Stock ins Fenster filmen!

Schwierig wird es im Falle eines Unfalls. Klar ist: Ich muss eine Haftpflichtversicherung mit mindestens einer Million Franken Deckung haben (Fluggeräte ab 500g).

Für weitere Details: Das Bundesamt für Zivilluftfahrt hat eine umfangreiche Webseite mit häufig gestellten Fragen zu Drohnen.

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Mai 19th, 2017|Categories: Beruf Fotograf, Beruf Youtube|

6 Comments

  1. Richard Puhl 22. Mai 2017 at 7:42 - Reply

    Ich persönlich bin da immer hin und her gerissen. Ich finde es super schön die Naturaufnahmen, speziell über den Bergen mir anzuschauen. Wenn aber (2 Mal bisher) eine Drohne über mein Haus fliegt, dann empfinde ich es als extrem störend und hab da ein seltsames Gefühl dabei.

  2. Renzo Antonini 19. Mai 2017 at 22:41 - Reply

    Hallo Stephan
    Vielen Dank für deine Recherchen. Alle meine Fragen wurden vom BAZL beantwortet. Der Multikopter ist nur noch eine Zeitfrage 🙂

  3. Eugen 19. Mai 2017 at 14:41 - Reply

    Hey Stephan, ich überlege mir auch eine DJI Magic zu kaufen. In Deutschland muss man egal ob privat oder Gewerbliche eine Haftpflicht haben. Eine Vollkasko ist hingegen alternativ dazu zukaufen es gibt auch Pakete etc. Hast du eine Vollkasko für deine Drohne? Oder verlässt du dich auf die Technik ?

    VG, Eugen

  4. Stephan Otto 19. Mai 2017 at 12:06 - Reply

    Wow, sehr fundierte Darstellung, hatte die Frage auch schon im Kopf…

  5. Andy 19. Mai 2017 at 8:02 - Reply

    Danke, für Deine Beiträge. Ich bewundere Menschen, wie Dich! – so viel Projekte mit so einen hohen Output in top Qualität. Ich möchte mal danke sagen! Leider ist Österreich nicht so Modern wie die Schweiz, bei uns sind Videoaufnahmen mit Drohnen mehr oder wenig verboten bzw. sehr Kompliziert… leider.

    • Tom Pohorski 19. Mai 2017 at 10:40 - Reply

      Was da im österreichischen Luftfahrtgesetz über „Unbemannte Luftfahrzeuge“ so drinnen steht, ist wahrlich ein Schildbürgerstreich. Man unterscheidet zwei Klassen (mit/ohne Sichtverbindung), dann die Betriebsmasse (< 5kg, < 25kg, <150kg), dann 4 Einsatzgebiete (unbebaut, unbesiedelt, besiedelt, dicht besiedelt), dazu 4 Kategorien (A-D) mit verschiedenen Auflagen. Will man im dicht besiedelten Gebiet fliegen, muss man eine Prüfung im Gegenstand Luftrecht ablegen! Die Austro Control lässt sich das alles gut bezahlen: Die Gebühren für die Zulassung betragen mindestens € 318,96.
      Wer sich hier noch auskennt, muss Jurist sein.
      Übrigens: Sollte man Foto-/Videoaufnahmen ohne Betriebsbewilligung veröffentlichen, drohen Strafen bis zu € 22.000!

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