Vor rund 20 Jahren habe ich meine erste Homepage erstellt. Auf meinem ersten eigenen PC – mit dem Windows-Notepad. Hach, was waren das noch Zeiten, als wir 4GB RAM und einen 15 Zoll Röhrenmonitor hatten 🙂 Seufz. Heute basieren Webseiten meist auf einem Framework – einer komplexen Software – wie z.B. WordPress, Joomla! oder dem Adobe Experience Manager. Was WordPress ist und ob es fĂŒr Dich das richtige Werkzeug ist, liest Du in diesem Blog-Beitrag.

 

Was ist WordPress?

WordPress

WordPress ist eine freie Webanwendung zur Verwaltung der Inhalte einer Website (Texte und Bilder). Sie bietet sich besonders zum Aufbau und zur Pflege eines Weblogs an[…]. Parallel kann WordPress auch hierarchische Seiten verwalten und gestattet den Einsatz als Content-Management-System (CMS). [https://de.wikipedia.org/wiki/WordPress] 

WordPress wird hĂ€ufig fĂŒr Blogs eingesetzt, man kann aber auch “normale” Webseiten damit aufstellen, z.B. die typische Webseite eines Fotografen mit den ĂŒblichen Dingen wie Portfolio, Kontakt, Testimonials, etc. Kurz zusammengefasst: Mit WordPress kann ich eine komplexe Webseite mit Suche, verschiedenen Designs, Verlinkungen, Verwaltung von Fotos und vielem mehr in wenigen Minuten aufsetzen. Ohne Vorkenntnisse (aber mit GrundverstĂ€ndnis von Webtechnologien) und vor allem: Mein Blog ist aktuell ohne eine einzige Anpassung an Skripten oder sonstige Programmierung am Laufen. Von der Idee her ist es sehr einfach zu verwenden (aber siehe Probleme unten).

Da es sehr verbreitet ist, gibt es extrem viele vorgefertigte Erweiterungen, Designs und sehr viel Hilfe in diversen Foren. Ausserdem ist WordPress kostenlos verfĂŒgbar. Erweiterungen gibt es teilweise gratis, teils als kommerzielle Version.

 

 

WordPress installieren

Die Installation ist in wenigen Minuten erledigt. Das ist gut dokumentiert und es gibt einen Wizard. Wenn Du einen Server/Webspace gemietet hast, wirst Du dort wahrscheinlich eine spezifische Anleitung finden (bei mir war das so). Aufwendiger ist dann jedoch die Konfiguration und Absicherung. Gerade das Thema Sicherheit sollte man nicht vernachlĂ€ssigen. Ich selbst habe parallel das WordPress Paxishandbuch gelesen. Es fĂ€ngt am Zeitpunkt nach der Installation an und gibt einem eine sehr leicht verstĂ€ndliche und kompetente Hilfe fĂŒr die ersten Tage.

Wenn Du Dir nicht einen eigenen Server in den Keller stellen möchtest, dann musst Du Deine Webseite irgendwo betreiben lassen. Meine Webseiten sind seit vielen Jahren bei all-inkl.com gehostet (Partner-Link, sprich ich bekomme eine kleine Provision, wenn Du dort einen Vertrag abschliesst):


ALL-INKL.COM - Webhosting Server Hosting Domain Provider

 

 

Wer ist Dein Zielpublikum?

Bevor Du Dich fĂŒr ein Design und den Detail-Aufbau Deiner Webseite entscheidest, musst Du Dir ĂŒberlegen, wer Deine Zielgruppe ist. Das sind nicht zwingen diejenigen, die Deine Seite am meisten besuchen. FĂŒr meine http://www.fotograf-bern.net Seite ist das Zielpublikum Leute aus dem Raum Bern, die fotografiert werden wollen. Die meisten Besucher sind aber Deutsche, die ĂŒber meine Youtube Seiten kommen. Sie werden nicht fĂŒr Bewerbungsfotos in mein Studio in Bern kommen.

Wenn Du schon eine Seite hast, dann hast Du umfangreiche Informationen ĂŒber Deine Besucher, inkl. die Art der GerĂ€te, mit denen sie zugreifen. Google Analytics z.B. liefert hier umfangreiche Auswertungen. Wenn Du noch keine Seite hast: Dann such Dir jemanden mit Ă€hnlicher Webseite – oder mache einen educated guess. Hier z.B. die Zugriffe auf meine Webseite im Mai 2016.

Bildschirmauflösung Besucher meiner Webseite Mai 2016

Bildschirmauflösung Besucher meiner Webseite Mai 2016

Zum Vergleich hier die Zugriffszahlen fĂŒr meinen Youtube-Kanal (letzte 30 Tage):

youtube-zugriffszahlen-geräte-2016

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Zum Schluss die Warnung: Man kann es nicht allen Usern recht machen. Irgendwer meckert immer! Mobile Webseiten werden hĂ€ufig nur mit den drei, vier hĂ€ufigsten GerĂ€ten getestet, weil man damit schon ĂŒber 80% des Marktes abgedeckt hat – und die Kosten danach explodieren. Und nicht vergessen: Auch wenn die Mobilen User (insbesondere Android User) am lautesten schreien. Die meisten Zugriffe (auf meine Seiten) kommen weiterhin vom Computer.

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Plugins und Themes fĂŒr WordPress

Richtig interessant ist WordPress erst, durch den Einsatz von Erweiterungen. Es gibt Programme fĂŒr alle Probleme. Sei es SicherheitsergĂ€nzungen, Einbindung von Social Media Icons (wie ich sie nach jedem Artikel habe), etc. Themes erlauben es, das Layout in wenigen Clicks komplett zu Ă€ndern. Hier sollte man sich ein paar anschauen und dann fĂŒr eins entscheiden. Ich habe Aegaeus fĂŒr 60$ gekauft, da es mir die Dinge bietet, auf die ich wert gelegt habe. Ich kann hier jetzt nicht nur diverse Anpassungen vornehmen, sondern auch eigene Erweiterungen programmieren (was ich aber nicht beabsichtige).

Wordpress Theme

WordPress Themes erlauben ein komplett anderes Aussehen mit wenigen Clicks.

Wordpress Theme

 

Plugins sind nĂŒtzliche kleine Erweiterungen mit diversen Funktionen. Hier z.B. wird Google Analytics direkt in mein Dashboard eingebunden.

Google Analytics im WordPress Blog

Google Analytics im WordPress Blog

 

 

Die Probleme liegen im Detail

Scheinen Installation und erste Konfiguration noch einfach, kommen die Probleme im tĂ€glichen Betrieb. Z.B. Responsive Design, also eigenes Layout fĂŒr mobile GerĂ€te. Ein Thema, das viel komplexer ist, als die meisten denken. Beruflich habe ich sehr viel damit zu tun. Die Schwierigkeit ist dabei weniger die Technologie, das hat man heute weitgehend im Griff. Es ist aber hĂ€ufig unklar, was richtig oder falsch ist. Pers. schalte ich wo immer möglich auf die Desktop-Version. Bei Amazon.de z.B. ist die Suche in der mobilen Version (fĂŒr mich) kaum benutzbar. Irgendwer dort wird aber die Vorgaben gemacht haben, wie z.B. die Filterung implementiert ist. Sie funktioniert auch – ist fĂŒr mich Hektiker aber viel zu mĂŒhsam.

[infobox color=”green”]Beim Responsive Webdesign (im Deutschen auch responsives Webdesign genannt oder kurz RWD, englisch responsive ‚reagierend‘) handelt es sich um ein gestalterisches und technisches Paradigma zur Erstellung von Websites, so dass diese auf Eigenschaften des jeweils benutzten EndgerĂ€ts, vor allem Smartphones und Tabletcomputer, reagieren können. Der grafische Aufbau einer „responsiven“ Website erfolgt anhand der Anforderungen des jeweiligen GerĂ€tes, mit dem die Site betrachtet wird. Dies betrifft insbesondere die Anordnung und Darstellung einzelner Elemente, wie Navigationen, Seitenspalten und Texte, aber auch die Nutzung unterschiedlicher Eingabemethoden von Maus (klicken, ĂŒberfahren) oder Touchscreen (tippen, wischen). Technische Basis hierfĂŒr sind die neueren Webstandards HTML5, CSS3 (hier insbesondere die Media Queries) und JavaScript. [https://de.wikipedia.org/wiki/Responsive_Webdesign] [/infobox]

In meinem Blog finde ich auch die Desktop Version auf meinem iPhone 6 deutlich besser, als die mobile Version. Aber natĂŒrlich schreiben mich reihenweise User an, weil es keine mobile Version gibt. Schalte ich diese aber an, schreiben mir (andere) User, weil irgendwas nicht so dargestellt wird, wie sie es möchten. Der Punkt ist: ICH kann da wenig machen. DafĂŒr habe ich mein Theme gekauft und wenn der irgendwas nicht richtig darstellt – dann bin ich dem weitgehend hilflos ausgeliefert. Ich habe nicht mehr die Skills – und nicht die Zeit – das Theme mit Programmierung zu erweitern (was man könnte) und wenig Lust mich mit dem Support rumzuschlagen, ob das nun Bug oder Feature ist. Die professionelle Lösung ist, jemanden damit zu beauftragen, der sich damit auskennt. Aber als Kleinunternehmer kann ich mir das nicht leisten.

Einfach auf ein anderes Theme zu wechseln löst evtl. ein konkretes Problem – und schafft 7 neue. ZurĂŒck zum wirklichen Leben: Web-Projekte dauern IMMER viel lĂ€nger als erwartet (und kosten entsprechend mehr).

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WordPress Nachteile gegenĂŒber Blogger.com

WordPress gibt mir viel mehr Möglichkeiten, als Blogger.com, wo ich meinen Blog bislang hatte. DafĂŒr muss ich mit mehr KomplexitĂ€t leben und mich selbst um Backups, Sicherheit, Google-Indexierung, etc. kĂŒmmern. Der Arbeitsaufwand initial ist um ein Vielfaches – im laufenden Betrieb nur noch wenig höher. FĂŒr mich lohnt es sich, da der Blog ein wesentlicher Bestandteil meines GeschĂ€ftsmodells ist und das einfache Blogger.com-Design nicht mehr meinen AnsprĂŒchen an einen professionellen Auftritt entspricht.

Nicht zu unterschĂ€tzen ist jetzt natĂŒrlich: Was mache ich mit den alten Artikeln. Bringe ich die in den neuen Blog? Wie? Welche? Überarbeite ich sie auch gleich? etc. Die Arbeit fĂ€ngt also jetzt eigentlich erst an. Die Lektion daraus fĂŒr Dich: Think Big. Wenn Du mal ein “bekannter Fotograf” (oder Blogger) bist, wie soll Deine PrĂ€senz dann aussehen? Und macht es nicht vielleicht jetzt schon Sinn, das entsprechend vorzubereiten?

Happy Blogging,

Stephan