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Panorama der Milchstrasse in den Dolomiten – Gastbeitrag Anja Kallenbach

„Ich kann nicht mit, ich muss auf die Katze aufpassen!“ musste ich Anja leider für ein langes Wochenende absagen und sie alleine in die Wildnis der Dolomiten schicken. Zur Strafe hat sie mir versprochen ein paar Bilder mitzubringen und einen Gastbeitrag zu schreiben. Vorsicht: Der Artikel weckt akute Reiselust und Fernweh!

Mit Stephans Absage war klar, dass ich diesmal 4 Tage und eben auch 4 Nächte ganz alleine in den Bergen sein werde, um mein absolutes Lieblingsmotiv zu jagen: die Milchstraße. Und deswegen, hört ihr heute von mir auf Stephans Blog, damit ihr trotzdem diese tolle Landschaft miterleben könnt. Schon letztes Wochenende war ich mit meinem Freund bei den Drei Zinnen gewesen. In den Bergen war noch viel Schnee und so war es gar nicht leicht den Winterraum am Rifugio Locatelli zu erreichen.

Mit Schneeschuhen in den Dolomiten

Mit Schneeschuhen in den Dolomiten

 

Das hatte aber den Vorteil, dass wir diese wunderschönen Felstürme ganz für uns alleine hatten!  Ich war schon zweimal hier und habe sie doch noch nie gesehen, weil sie sich einfach immer in den Wolken verstecken, wenn ich da bin. Natürlich freute ich mich schon sehr auf den Sonnenuntergang, aber es war wie immer: nur weiße Suppe draußen! Dafür war es aber dann in der Hütte aber umso gemütlicher.

Dafür war der Morgen wunderschön! Also die drei Zinnen spielten mal wieder verstecken, aber die Bödenseen liegen gleich auf der anderen Seite der Hütte:

Sonnenaufgang in den Dolomiten

Sonnenaufgang in den Dolomiten

 

Panorama der Milchstrasse in den Dolomiten

Und dann hatte ich wenigstens eine Nacht Glück und ich konnte mein Ziel verwirklichen, endlich mal die ganze Milchstraße als Panorama aufzunehmen! Das folgende Panorama besteht aus 48 einzelnen Aufnahmen und ist in zwei Reihen aufgenommen. Zusammengesetzt wurde es in PTgui, einem Programm speziell für Panoramas. Photoshop kommt mit den Sternen, die sich ja auch noch zwischen den einzelnen Aufnahmen weiterbewegen nicht klar und auch in PTgui ist es viel Arbeit, weil man oft bei den Sternen die gemeinsamen Punkte der Bilder (Kontrollpunkte) von Hand setzen muss. Hier sieht man die Überlappung der Bilder:

ptgui - Milchtrasse

ptgui – Milchtrasse

 

Und das fertige Panorama:

 

Panorama der Milchstrasse in den Dolomiten

Panorama der Milchstrasse in den Dolomiten

 

Zur Aufnahme Stand die Sony 7s mit dem Zeiss Batis 18mm auf einem Stativ mit Panoramakopf. Der dient dazu die Kamera auf den Nodalpunkt des Objektivs auszurichten, damit es zu keiner Verschiebung zwischen Hintergrund und Vordergrund kommt, sonst kann das Panorama nicht mehr zusammengesetzt werden.

Außerdem besitzt er einen Drehmechanismus mit Raststufen, so dass die Bilder immer gleichmäßig überlappen. Ich habe den Panomaxx 2, er könnte stabiler sein und dass die Schnellwechselplatte der Kamera nicht verdrehsicher ist, hat schon mehrmals dazu geführt, dass ich ein Panorama neu anfangen musste. Dafür ist aber sehr leicht und ich muss das alles oft samt Zelt und warmen Schlafsack den Berg hoch tragen.

 

Alleine in den Dolomiten

So jetzt war ich also ganz alleine unterwegs, für die erste Nacht, suchte ich mir eine Location aus, die ich schon kannte, den Strudelkopf mir Blick auf die drei Zinnen.  Diesmal war ich früh genug da und konnte erst noch in Ruhe mein Zelt aufbauen und den Vordergrund für das Panorama noch in der blauen Stunde fotografieren.In der Nacht ist dann dieses Panorama rausgekommen:

 

Panorama Strudelkopf

Panorama Strudelkopf

 

und ich hatte sogar noch Zeit für ein Selfie:

 

 

Am Lago del Baste

So viel Glück hatte ich dann leider nicht mehr. Ich war noch am Lago del Baste, wo ich die Milchstraße mit Spieglung im See aufnehmen wollte. Der Weg, der im Sommer ein leichter Wanderweg ist, war jetzt mit unüberwindlichen Hindernissen aus losen Schneefeldern gespickt. Unterwegs traf ich zwei Türken mit Turnschuhen, die auch dorthin wollten, aber nicht mehr vor noch zurück kamen. Ich habe sie erst einmal auf einen sicheren Weg ins Tal begleitet und bin dann weiter. Nachdem ich völlig fertig kurz  nach Sonnenuntergang ankam, wollte ich meinen Augen nicht trauen, es war kein See mehr da nur noch Sumpf! Diesen Winter gab es erschreckend wenig Niederschläge. Zum zurückgehen war ich aber viel zu müde und habe schnell das Zelt aufgebaut und mich in den Schlafsack fallen lassen.

Nachts wollte ich trotzdem ein Bild machen, aber für eine bessere Komposition musste ich den Berg an der Seite unbedingt hoch. Leider bin ich nicht ganz hoch gekommen, plötzlich war alles gefroren und spiegelglatt. Ich habe einfach da wo ich war meine Fotos gemacht und dann versucht heil wieder runterzukommen. Das Stativ musste als Wanderstock dienen und trotzdem bin ich zweimal ausgerutscht. Gottseidank hatte nur ich blaue Flecken und der Kamera ist nichts passiert. Trotzdem denkt man immer, was ist wenn einen hier jetzt ganz alleine etwas passiert!

 

Deswegen hab ich mir für die letzte Nacht ein einfaches Ziel ausgesucht, den Wuhner Weiher. Der Sonnenuntergang war auch sehr vielversprechend, aber leider war es in der Nacht dann nicht sehr klar.

Wuhner Weiher

Wuhner Weiher

Vielen Dank fürs Lesen, ich hoffe das war interessant für euch! Das nächste Mal ist dann Stephan wieder hier!

Mehr von Anja Kallenbach: https://www.instagram.com/anjakallenbach/

Juni 16th, 2017|Categories: Fotografieren Lernen, Nachtfotografie|Tags: , |

7 Comments

  1. Luise 19. Juni 2017 at 10:36 - Reply

    Ich finde die Bilder auch super toll! Und ICH wäre sicher nicht allein los gegangen! Ich finde, allein kann man sich immer noch 10x schwerer motivieren, als wenn man noch mit jemandem verabredet ist. Von daher: Echt coole Aktion!!! 😉

  2. Lutz Hahn 19. Juni 2017 at 9:25 - Reply

    Großen Respekt dafür, dass Du da echt alleine hochgehst, „nur“ für ein paar Fotos.

    • Anja Kallenbach 19. Juni 2017 at 17:41 - Reply

      Danke, ich kann es eigentlich jedem nur empfehlen, auch mal ganz alleine loszuziehen, das Erlebnis ist umso intensiver!

  3. Anja Kallenbach 17. Juni 2017 at 17:14 - Reply

    Danke für die netten Kommentare! Freue mich, dass es euch gefällt!

  4. Manfred Stockhusen 17. Juni 2017 at 11:36 - Reply

    Respekt!
    Das sind Superaufnahmen, die es verdient haben, dass man sie ausdruckt!
    Ich bin mir sicher, das Panoramafoto über dem Bett garantiert einem,
    das man mit seinen Träumen ganz geschwind in den unendlichen Weiten des Weltalls dahinschlummert…

  5. Richard Puhl 16. Juni 2017 at 21:34 - Reply

    Sehr beeindruckende Aufnahmen! Das Bild mit dem Gipfelkreuz gefällt mir persönlich am besten.

  6. Christoph Feldhaus 16. Juni 2017 at 21:13 - Reply

    Die Bilder sind wirklich von herausragender Qualität !!! Grosse Bewunderung dafür, wow!

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