Das Samyang 14mm F2.8 für Sony E-Mount hatte ich mir für ein paar Tage ausgeliehen, um Sternenfotografie mit der Sony A7II in der Lüneburger Heide zu machen. Hier mein erster Eindruck in Form eines kurzen Testberichts.

Schärfe und Kontrast

Die Samyang Objektive sind berühmt für ihre Schärfe bis zum Rand und mit meinem 12mm F2.8 an der Sony A6300 bin ich ja auch sehr zufrieden. Man darf dabei halt nicht vergessen, immer zu sagen “für den Preis”. Das 14mm ist sehr scharf in der Mitte, schon bei F2.8 und bei F8 sowieso. Also, auffällig scharf.





Am Bildrand sieht das leider etwas anders aus. Wie bei Ultra-Weitwinkelobjektiven üblich ist der Rand deutlich unscharf, insbesondere bei F2.8. So, dass es schon auffällt. Bei 100% Zoom. Auf Facebook-Fotos wird das evtl. niemand sehen, aber dafür braucht man auch nicht so ein Objektiv. Wer in hoher Auflösung im Web publiziert, wird damit bereits zu tun haben (siehe unten).

samyang-schaerfe

Blende 2.8 vs. Blende 8 – linker Rand vom Objektiv

Wie sieht das in der Praxis aus? Das folgende Foto ist ein Ausschnitt von dem ersten Foto des Artikels. Achte mal auf das Laub, wie es von der Bildmitte zum Rand hin unschärfer wird. Das sieht man durchaus auch im Web und trotz Verkleinerung des Fotos._DSC8307

Sehr gut hingegen gefällt mir der Kontrast. Die Farben sind sehr kräftig und klar und mir ist kein Farbstich aufgefallen.

 

Vignettierung und Verzerrung

Auch das ist normal bei Weitwinkeln: Die Vignettierung ist sehr stark. Natürlich kann man das mit einem Click korrigieren, aber das gibt es nicht umsonst, das kostet noch mal Qualität am Rand.

Samyang 14mm bei Blende 8: Mit und ohne Objektivkorrektur

Samyang 14mm bei Blende 8: Mit und ohne Objektivkorrektur (achte auf die Ecken, die Verzerrung in der Mitte fällt hier weniger auf)

Samyang-Review-Verzerrung

Samyang-Review-Verzerrung mit und ohne Objektivkorrektur bei F2.8

 

Bokeh

Sehr erfreulich ist das Bokeh. Natürlich hat man das nur, wenn man auf Makro-Nähe geht und bei F2.8 bleibt. Dann entstehen aber durchaus schöne Effekte. Hier habe ich manuell fokussiert bei Norddeutschem Wind. Die Fotos sind daher nur so scharf, wie man das halt freihändig hinbekommt.

Testbericht-Bokeh-14mm-Samyang

 

 

Bokeh-14mm-Samyang-Review

 

Sonnensterne

Wie bei Samyang üblich sind die Sonnensterne… so wie immer bei Samyang. Nennen wir es doch einfach charmant und freuen uns daran, dass man die Samyang Objektive wiedererkennt…

sonnenstern_samyang_14mm_review

Sonnenstern Samyang 14mm Objektiv bei Blende 16 und 2.8

 

Was macht man überhaupt mit einem 14mm Objektiv?

Ich habe mir das 14mm für Sternenfotografie ausgeliehen – und hatte dann leider 5 bewölkte Nächte in Folge. Grmph. Ansonsten habe ich keine Verwendung dafür. 14mm ist mir ganz klar zu weit. Natürlich gibt es die drei, vier Situationen im Jahr, wo man froh ist, sowas zu haben – aber dann kann man auch ein Panorama machen.

Wichtiger Punkt also: Überleg Dir, ob Du soetwas breites – und die dazugehörige Verzerrung – überhaupt brauchst. Und ob Du es auf F2.8 brauchst. Denn das wird ausserhalb von Astrofotografie wahrscheinlich nicht der Fall sein. Getreu dem Motto “Haben und dann nicht benutzen”, ist der bessere Weg wahrscheinlich etwas wie das 20mm Sigma zu nehmen. Das ist zwei Blenden lichtstärker, verzerrt weniger und wird damit wahrscheinlich deutlich mehr benutzt werden. Oder einen Kumpel überreden, dass ER es braucht 🙂

Das 24mm Samyang / Walimex F1.4 hatte ich mir auch mal ausgeliehen – aber wohl ein Montags-Objektiv. Unbrauchbar bei offener Blende, eigentlich erst ab F4 halbwegs vorzeigbar. Das habe ich gerne wieder zurückgegeben. Das hört man leider viel von Samyang: Die Qualitätskontrolle stimmt nicht und man braucht evtl. drei Bestellungen, bis man ein gutes Objektiv erwischt.

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Fazit zum Samyang 14mm F2.8 Objektiv

Mich hat sofort gestört, dass der Fokusring relativ leichtgängig ist. Also, eigentlich hat er wohl eher einen normalen Widerstand, aber das 12mm Samyang ist eben schön schwergängig. Da ich damit normalerweise gar nicht fokussiere, bin ich froh, dass es sich nicht von alleine verstellt. Am Morgen kontrolliert, bleibt das die ganze Bergtour unangetastet. Das nagelneue 14mm hingegen hat sich mehrfach von alleine verstellt, beim Spaziergang mit der Kamera in der Hand. Bei Objektiven mit Autofokus stört das nicht, aber hier braucht man halt zwei Hände, um zu fokussieren, und das ist für mich nicht immer möglich. Von daher macht das Objektiv für mich wenig Sinn.

Die optischen Eigenschaften des 14mm Samyangs (Affiliate Link) sind gut, aber nicht sehr gut. Sehr gut meinetwegen für den Preis, aber es kommt kein Jubel bei mir auf. Ich habe es gerne zurück gegeben und freue mich auf den Test vom Tamron 15-30 (Affiliate Link), der kommendes Wochenende startet. Da war der erste Eindruck ein Wow!

Generell wird man mit einem Weitwinkel-Zoom wahrscheinlich mehr Spass haben, als mit der 14mm Festbrennweite von Samyang. Man zahlt und schleppt die F2.8 – und nutzt sie dann wahrscheinlich nicht. Ausgenommen natürlich die Astrofotografie, zu der ich jetzt leider nichts sagen kann.

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