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Review Tim Tadder Videos – Sportportraits vom Profi

Fotografieren habe ich überwiegend aus einer Mischung von Tutorial-Videos und Ausprobieren gelernt. Der Fortschritt wird naturgemäss langsamer, je erfahrener man ist – zumal sich Tutorials meist an Einsteiger richten. Auf meinem Niveau noch gute Lern-Videos zu finden, die mich weiterbringen ist schwer. Mit dem Tim Tadder Video habe ich mir dies versprochen. Ob ich etwas gelernt habe und der hohe Preis gerechtfertigt ist liest Du in diesem Blog-Beitrag.

Wer ist Tim Tadder?

Wenn man nach Ideen für Sportportraits sucht, dann bleibt man immer wieder bei seinen Fotos hängen. In meiner Ideen-Sammlung habe ich etliche seiner Fotos drin. Nicht, um sie 1-1 nachzumachen, aber einfach als Brainstorming Input. Am besten direkt mal bei ihm vorbeischauen: http://www.timtadder.com/Sport/Sports/thumbs

 

Was lernt man in dem Video Tutorial?

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Man erhält sehr viele Videos von mehreren Shootings. Dabei sind die einzelnen Videos teilweise sehr lang (teilweise über 40 Minuten) und ungekürzt und das ist für mich der beste Teil. Dadurch sehe ich nicht, wie er ein Hit-Foto macht, sondern eben gerade all die Versuche, die nicht funktionieren. Wenn man aktiv zuschaut, dann kann man mitfiebern und mitdenken. Immer wieder erwische ich mich, wie ich denke „das kann nichts werden“ oder „warum nimmt er nicht das Striplight weiter nach hinten?“ und ein paar Minuten später macht er genau das – oder ganz was anderes. Der Blick durch die Kamera IM Shooting ist immer ein wenig ein Tunnelblick.

Spannendes Detail: Er arbeitet mit Nikon und wenn er tethered arbeitet, dann sieht er die Fotos nicht auf der Kamera. Er muss also ein paar Fotos machen, steht dann auf (meist liegt er) und geht zum Monitor zur Kontrolle. Dadurch kommt er dann nicht wirklich in einen Flow mit seinem Model. Fand ich noch sehr strange, dass er damit zufrieden ist (bei Canon wäre das nicht so).

Die Setups sind gemischt mit Blitz und/oder Available Light und setzen voraus, dass man sicher mit Blitz und Kamera umgehen kann. Es gibt zwar ein kurzes (etwas lustloses) Hallo-Blitzen-Video, aber jemand der bereits vier Blitze hat, wird das wohl nicht brauchen. Die im weiteren Verlauf eingesetzten Blitz-Techniken sind nichts besonderes und er erklärt das dann jeweils gut.

Tim Tadder ist vor allem ein Photoshop-Fotograf, wie ich das gerne nenne. Wie man am Screenshot deutlich sieht, sind die Fotos stark nachbearbeitet. Entsprechend inszeniert er die Fotos auch – und fotografiert sie dafür. Während ich häufig denke „warum nimmt er das Stativ nicht aus dem Foto!“ stört ihn das nicht – der Sportler wird nachher eh ausgeschnitten. Diese Denkweise und die folgende Nacharbeit zu sehen ist sehr interessant – gerade weil er so anders arbeitet als ich.

Und schliesslich bekommt man eine Reihe langer Interviews mit ihm. Besonders interessant für mich ist da z.B. die Aussage, dass er wenig Talent hätte. Das merkt man beim Fotografieren! Er macht das nicht so auffällig gut, wie manch anderer Profifotograf. Aber, und hier ist der Kicker: Er behauptet härter zu arbeiten als alle Anderen. Das behaupten viele Fotografen (inkl. mir). Fakt ist jedenfalls, die Ergebnisse sind nachher sehr gut. Mit der Moral: Man muss nicht talentiert sein – man muss dann einfach härter arbeiten.

Mache ich Morgen etwas anders als gestern?

Ein Tutorial kaufe ich nicht zur Unterhaltung. Es muss mir etwas gebracht haben. Das muss nicht „viel“ sein, aber es muss mich weiter bringen. Entweder mache ich beim nächsten Shooting etwas anders als bislang – oder ich habe Bestätigung gefunden für etwas das ich mache, aber wegen dem ich bislang unsicher war.

Fest steht, dass ich übermorgen ein Schwimmer-Shooting habe. Kein Nachstellen seiner Videos, aber inspiriert durch ihn endlich das Schwimmer-Zielfoto abzuhaken, dass seit einem Jahr in der Liste hängt. Und was ich sicher mal ausprobieren werde ist die Kombination aus Blitz und Dauerlicht, die er beim Boxer (oben zu sehen) verwendet hat. Nichts neues, habe ich in der Vergangenheit schon gemacht, aber auch hier: Frisch inspiriert und ein paar winzige Details gelernt. Kleine Schritte.

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Fazit

Das Video hat mich positiv überrascht. Statt sinnlosen Film-Tricks mit Drohnen und was nicht allem sind die Videos professionell, aber einfach gehalten. Ich habe nicht das Gefühl, für Schnick Schnack zu zahlen, wie ich das manches mal bei anderen Videos denke. Bildqualität und Ton sind sehr gut. Man erhält ein paar RAW-Dateien und kann die Nachbearbeitung in Photoshop nachvollziehen (ich muss die mit 1.5 Geschwindigkeit schauen, weil Tim extrem langsam spricht). Das Englisch ist gut zu verstehen.

Durch das Live-Dabei-Feeling habe ich mehr mitgenommen, als erwartet. Nicht so sehr an Techniken, mehr das Drumherum. Schau Dir doch einfach mal die Trailer auf Youtube an, dann bekommst Du selbst ein Gefühl dafür, ob es sich lohnt.

Disclaimer: Das Video wurde mir kostenlos zur Verfügung gestellt

 

Dezember 3rd, 2016|Categories: Aktion, Fotografieren Lernen|Tags: |

One Comment

  1. Catia 3. Dezember 2016 at 20:20 - Reply

    Hey Stephan
    Danke für den tollen Post zu Timm Tadder. Ich kanne ihn vorher noch nicht aber ich bin von seinen Sportfotos begeistert. (vor allem diese mit den Schwimmer) Ich werde einmal seine Fotos ein wenig studieren, hab da was im Kopf betreffend sportportrait ;).

    gruss catia

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