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Samyang 12mm 2.0 Objektiv – Ist es so scharf wie man sagt?

Das Samyang 12mm Objektiv für E-Mount ist meine erste Wahl für Landschaftsfotografie und Outdoor Sportfotografie an der Sony A6300. Von Timo kam die Leser-Frage nach der Schärfe:

Wie scharf ist das Samyang 12mm Objektiv?

Sieht man beim Samyang 12mm einen Unterschied zu Kits und unbezahlbaren Zeiss-Optiken hinsichtlich Schärfe und chromatischer Aberration?

So kannst Du leicht selbst prüfen, wie scharf Deine Objektive sind

Um die technischen Eigenschaften eines Objektivs zu prüfen, schaue ich mir Reviews von Seiten an, die darauf spezialisiert sind. Meine erste Wahl dafür ist: http://www.photozone.de/all-tests. Wichtig dabei ist aber immer zu bedenken, dass die meisten dieser Seiten auf das Wohlwollen der Hersteller angewiesen sind. Die gezeigten Beispielfotos sind daher manchmal … handverlesen.

Um mir selbst ein Bild zu machen, verwende ich eine ganz einfache Methode: Ich fotografiere mein Bücherregal oder die Theaterplakate vor der Tür. Dazu fokussiere ich manuell auf den Rand und schaue mir die Schrift an. Sie sollte klar zu lesen sein und hier sehe ich auch deutlich, wie stark die Chromatische Aberration ist (noch besser wäre schwarze Schrift, statt blauer).

Tamron 15-30 Review Schärfe

Tamron 15-30 an Nikon D750

 

Samyang 12mm vs. Tamron 15-30 F2.8

Das Tamron (Testbericht) wird von vielen als die neue Referenz im Weitwinkelbereich angesehen. Es ist ein Zoom-Objektiv, gross und schwer und hat nur F2.8 statt F2.0. Ein direkter Vergleich zwischen dem Tamron an der D750 und dem Samyang an der Sony A6300 macht für mich daher keinen Sinn, aber ich zeige mal, was man gerne hätte. Hier der direkte Vergleich bei F2.8 vs. F8 bei 16mm, also nicht ganz am Limit vom Objektiv.

Man sieht kaum einen Unterschied. Die Chromatische Aberration ist sichtbar – aber nur im 100% Crop und mit einem Click automatisch entfernt. Das sind Werte, wie ich sie noch nie gesehen habe. Das Canon 16-35 F2.8 z.B., dass ich  neulich hier hatte ist ein tolles Objektiv – solange man auf Blende 4 bleibt. Bei F2.8 sind die Ränder fast unbrauchbar.

tamron-nikon-schaerfe

 

Hier das Samyang an der Sony A6300 mit F2.8 vs. 8.0. Nicht vergessen, dass es ein 100% Crop vom Bildrand ist. Das sind immer noch sehr sehr gute Werte. Ich habe kein Sony Kit-Objektiv und kann daher keinen sinnvollen Vergleich machen, aber probier es ruhig mal für Dich aus.

 

Samyang 12mm bei F2.8

Samyang 12mm bei F2.8

Zum Schluss noch der Vergleich F2.0 vs. 8.0




Samyang 12mm bei F2.0

Samyang 12mm bei F2.0

 

Randschärfe Canon 16-35 F2.8 Objektiv

Randschärfe Canon 16-35 F2.8 Objektiv: Selbst bei Blende 8 ist die Schrift auf den Büchern am Rand kaum zu lesen, wird schnell schärfer in Richtung Bildmitte

Fazit: Ja, das Samyang ist super – für den Preis

Wer meinen Serie zum Eisklettern am Gletscher verfolgt hat, weiss, dass ich mir damals extra das Nikon 14-24 ausgeliehen habe – für den letzten extra Kick an Schärfe am Rand. Das bietet mir das Tamron auch. Das Samyang kostet ein Drittel und wiegt nur einen Bruchteil. Dazu kommt die günstigere und leichtere A6300 vs. der D750. Für mich ist in den allermeisten Fällen das Samyang daher die bessere Wahl.

Neben Schärfe und Chroma gibt es natürlich noch weitere Eigenschaften eines Objektivs, die wichtig sind. Bei Ultra-Weitwinkelobjektiven ist Bokeh eher irrelevant, aber z.B. Sonnensterne und Flare-Resistenz sind wichtige Themen. Hier kann das Samyang nicht unbedingt glänzen (siehe das erste Foto des Artikels).

Zum Abschluss noch ein Foto, dass sehr gut zeigt, wie scharf das Samyang bis zum Rand ist. Insbesondere bei Eis und Schnee (oder Sand und Laub) fallen schwammige Ränder auf.

Im Schneesturm am Eisklettern - Sportfotograf Stephan Wiesner aus Bern

Im Schneesturm am Eisklettern – Sportfotograf Stephan Wiesner aus Bern

Da das Samyang sehr lichtstark ist, verwende ich es auch gerne für die Nachtfotografie und insbesondere die Milchstrasse.

Milchstrasse über Zelt in den Alpen - Landschaftsfotograf in Bern

Milchstrasse über Zelt in den Alpen – Landschaftsfotograf in Bern

16 Comments

  1. Florian Göbe 24. Februar 2017 at 17:58 - Reply

    Hallo Stephan, danke für den ausführlichen Bericht. Was mich interessieren würde: Hast du auch mal das äquivalente 10mm F2.8 für APS-C getestet? Was hat dich schlussendlich zu 12 statt 10 mm bewogen? Ich bin momentan noch etwas unschlüssig, ob mir 12mm als Ultraweitwinkel reichen. Hattest du öfter Situationen, in denen du dir einen noch größeren Bildwinkel gewünscht hättest? Danke schonmal!
    Viele Grüße
    Florian

    • Stephan Wiesner 24. Februar 2017 at 18:01 - Reply

      Nein

  2. Oliver 12. Januar 2017 at 11:07 - Reply

    Du meinst das Samyang 14mm 2.8??

  3. Oliver 11. Januar 2017 at 22:28 - Reply

    Hallo Stephan,
    ich weiß das das Tamron am Vollformat gerade dein absoluter Favorit im Weitwinkelbereich ist.
    Ich würde mich dennoch freuen, wenn du hier eine Alternative in der Preisklasse des Samyang fürs Vollformat empfehlen könntest. Vielleicht hast du ja schonmal eins zum Testen da gehabt. (Abgesehen von deinem Test des Samyang 14mm)
    VG
    Oliver

    • Stephan Wiesner 12. Januar 2017 at 5:54 - Reply

      Mhm, das Tamron ist sehr günstig für das was es bietet. Die „Originale“ von Canon und Nikon sind sehr viel teuerer. Ich kenne nichts günstigeres, dass vergleichbar gut ist. Zum Samyang für Vollformat gibt es einen Kurztest hier im Blog.

  4. Landie 31. Dezember 2016 at 10:07 - Reply

    Ich habe eine A6000 (welche aktuell aber leider in NZ ist – und dort meistens mit dem Samyang 12mm bestückt wird, statt 1670Z (!) )
    Ich habe mir eine A6500 geleistet weil für mich die Sensorstabilisierung wichtig war. Das Mehrgewicht fällt m.E. nicht so sehr ins Gewicht (habe die Kameras vollversichert und bei Bergtouren praktisch fast ständig in der Hand).
    Eine A6000 mit Samyang 12mm wäre für mich für Deine Ansprüche voll ausreichend !!!

    (Entsprechend dem ersten Hauptsatz der Wiesnerschen Lehre 😉

    Und das Buch von Stephan über Landschaftsfotographie würd ich mir reinziehen. (Bevor falscher Verdacht aufkommt: bezahlt wird hier nur Stephan, dessen Videos und Kenntnisse wir uns hier gern reinziehen)

  5. Frank Linzenmeier 12. Dezember 2016 at 11:50 - Reply

    Hi, gibts für dich aktuell gute Gründe auf die A6300 (ca 1000€) anstatt der A6000 (ca 500€) zurückzugreifen. Ich plane die Kombi mit dem besagten samyang für längere Trekking Touren – hier hauptsächlich für Landschaftsaufnahmen (noch schnellerer Autofokus also nicht kriegsentscheidend). Die A6000 ist zudem auch noch minimal leichter und kleiner.
    (Neue Videofunktionen natürlich auch nur bedingt relevant)

    MfG

    Frank

  6. Florian 4. November 2016 at 3:24 - Reply

    Hi, vielen Dank für den aufschlussreichen Artikel! Bei dem vergleichsweise günstigen Preis und dem geringen Gewicht sieht man sogar gerne mal über die leichte Dezentrierung und die gerade noch tolerierbare Anfangslichtstärke hinweg.

    Liebe Grüße

    Florian

    • Stephan Wiesner 5. November 2016 at 2:04 - Reply

      2.0 ist tolerierbare Lichtstärke? Welches Ultraweitwinkel ist lichtstärker?

  7. Mario 1. August 2016 at 14:34 - Reply

    Ist es sinnvoll das Samyang 12mm 2.0 Objektiv auf eine A7R zu schrauben? ich finde für den kommenden Urlaub keine wirkliche Alternative und würde gerne viele Landschaftsfotos machen.
    MfG

    • Stephan Wiesner 1. August 2016 at 15:11 - Reply

      Perlen vor die Säue 🙂 Es geht natürlich, Du hast dann halt „nur“ einen APS-C Sensor mit wenig Pixeln. Du wirst ja einen sinnvollen Grund gehabt haben, Dir die A7R zu kaufen. Besser: Ne A6000 mit dem 12mm Samyang gönnen. Dann hast Du die A7R frei für Deine anderen Objektive und die A6000 passt locker in die Jackentasche.

  8. Dennis Wilzek 7. Juli 2016 at 12:26 - Reply

    Eos 70D und das Tokina 11-16 DXii hatten mich eig. sehr glücklich gemacht. Vor allem durch das Preis-Leistungsverhältnis (sowie Blende 2,8) war ich damit immer zufrieden. Es ist halt etwas lauter aufgrund des Mikromotors aber sonst kann man nicht meckern. Nun habe ich das 1635F4 da ich auf Vollformat und Sony umgesattelt bin.

  9. Sascha 7. Juli 2016 at 10:39 - Reply

    Hallo Stephan,
    vielen Dank für deine tollen Artikel und Videos! Sehe ich es richtig, dass es dieses Objektiv nicht für Canon EF(-S) gibt? (http://www.samyang-lens.co.uk/samyang-lenses.html) Wohl aber ein 12mm Fisheye – was macht ein Objektiv bei gleicher Brennweite zum Fisheye-Objektiv?

    Ich selbst habe das Tokina 11-16mm f/2.8 als Weitwinkelobjektiv an meiner 70D. Weiß aber mangels Vergleichsmöglichkeiten noch nicht so ganz, ob ich zufrieden bin, oder nicht. 😉

    Viele Grüße, Sascha

  10. Alex 7. Juli 2016 at 9:32 - Reply

    Ich besitze ebenfalls das Samyang und bin der Meinung, dass die flares ein Bild in gewissen Situationen aufwerten können. Alles in allem ist es ein tollen Objektiv.

    • Stephan Wiesner 7. Juli 2016 at 9:52 - Reply

      Flare generell schon, aber die vom Samyang sehen schon sehr billig aus (IMO)

  11. Jens-Uwe Bartusch 7. Juli 2016 at 8:52 - Reply

    Danke – ein sehr praxisorientierter und damit aussagekräftiger Test !

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