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Schärfe Testbericht Nikon AF-P DX NIKKOR 10-20 mm – Review

Das Nikon AF-P DX NIKKOR 10-20 mm Objektiv scheint sich für Landschaftsfotografie anzubieten. Dafür bin ich interessiert an Schärfe bis in die Ecken. Häufig sind Ultraweitwinkel-Zoom-Objektive jedoch in den Randbereichen wenig scharf, was man bei Laub, Gras, Sand und Schnee deutlich sieht. Wie sich das Nikon AF-P DX NIKKOR 10-20 mm Objektiv schlägt zeige ich hier im Testbericht. Die Fotos sind RAW mit der Schärfe auf 64 und Maskieren auf 80 in Lightroom bearbeitet. Alle Fotos aufgenommen mit der Nikon D7500. Angezeigt wird hier die D500, weil es noch keinen RAW-Support für die D7500 in Lightroom gibt. Kamera und Objektiv sind Leihgeräte von Nikon Deutschland.

Im ersten Teil der Serie gehe ich auf die Vignettierung ein.

Schärfe Nikon 10-20mm Objektiv

Schärfe Nikon 10-20mm Objektiv

 

 

Schärfe Testbericht Nikon AF-P DX NIKKOR 10-20 mm

Hier zunächst mein Standard-Test: Abfotografieren von Text auf dem Stativ bei verschiedenen Blenden. Dabei sind interessant: Die Schärfe in der Mitte und in den Ecken, sowie verschiedene Zoombereiche und Blenden. Dabei fokussiere ich auf den Rand, bzw. die Mitte. Auf Stativ, mit 2 Sekunden Vorauslösung und im Live View (also hochgeklapptem Spiegel).

Ich hatte die Nikon D750 dabei mit dem 15-30 Tamron, um Vergleichsfotos zu schiessen, aber das erübrigt sich. Die Fotos mit dem 10-20 mm zeigen deutlich, was mir auch schon in der Praxis aufgefallen ist: Das 10-20 mm Objektiv von Nikon bietet leider nur mässige Schärfe. Das ist nicht ungewöhnlich für Objektive dieser Klasse, aber für ein neu entwickeltes Objektiv hätte ich hier mehr erwartet. Deutlich zu sehen auch die chromatische Abberation.

Schärfe Nikon 10-20 mm Objektiv

Schärfe Nikon 10-20 mm Objektiv (100% Zoom)

Bei Blende 8 sieht es leider nicht viel anders aus. Die Schrift am Rand ist kaum zu lesen.

Schärfe Nikon 10-20 mm Objektiv

Schärfe Nikon 10-20 mm Objektiv

Immerhin wird es bei 20 mm besser, insbesondere der Unterschied F5.6 vs. F8 ist deutlich zu sehen. Bei F8 erscheint mir der Wert sogar sehr gut.

Schärfe Nikon 10-20 mm Objektiv

Schärfe Nikon 10-20 mm Objektiv

Der direkte Vergleich zum (sehr viel grösseren und teureren) 15-30 mm Tamron zeigt den Unterschied. Das Tamron ist meine Referenz, ich habe kein schärferes Ultraweitwinkel-Objektiv. Der Unterschied in Preis und Gewicht ist allerdings so hoch, dass jeder selbst entscheiden muss, was „besser“ ist. Das dicke Tamron nehme ich nur mit, wenn ich erwarte, dass es sich lohnt. Das kleine Nikon kann man ungeniert „einfach mal in den Rucksack werfen“, da es nur 230g wiegt.

Nikon vs. Tamron

Nikon vs. Tamron

 

Nikon D7500 vs D750

Nikon D7500 vs D750

Fazit

Und die Praxis? Die wenigsten von uns sind daran interessiert, Theater-Plakate abzufotografieren. Leider fällt die geringe Schärfe in der Praxis durchaus auf. Hier noch mal das Foto aus Colmar vom Anfang. Die Elemente am Rand sind auf 100% Ansicht deutlich unscharf und die Chromatische Abberation springt einen förmlich an. In der Bildmitte ist das aber gut unter Kontrolle und die Schärfe gefällt.

Hier noch ein Foto Bildmitte bei 16mm: Auch hier ist nichts auffällig scharf.

Das Fazit ist interessant: Vor ein paar Jahren hätte ich hier wahrscheinlich noch von dem Objektiv geschwärmt. Die Werte sind solide (für Preis und Gewicht). Aber wir haben 2017 und es gibt das Samyang 12mm, die Sigma Art-Serie oder das Tamron 15-30. Die Messlatte ist deutlich angehoben worden und Nikon hat mich in Bezug auf die Schärfe hier etwas enttäuscht. Oder meine Erwartung war einfach zu hoch. Natürlich ist der grosse Zoom-Bereich in der Praxis sehr nützlich, aber ehrlich gesagt hätte ich lieber weniger Zoom und dafür so richtig knackig scharfe Fotos, zumindest auf Blende 8.

Ich bin an dieses Review herangegangen mit der Erwartung ein solides Objektiv mit leicht unscharfen Rändern bei offener Blende zu bekommen. Dann ist mir an den Fotos aufgefallen, dass keins richtig scharf ist. Nur auf 100% natürlich und weil ich das Review mache schaue ich kritischer als sonst, aber es ist aufgefallen. Erst danach habe ich die Theater-Plakate fotografiert und erst dann konnte ich reproduzierbar zeigen, dass ich keine richtige Schärfe hin bekomme. Man könnte denken, dass dies auch mit dem fehlenden Support in Lightroom zusammenhängt – aber leider sehen die JPG out of camera genauso aus (bzw. schlimmer, da ich dort nicht gezielt schärfen kann). Selbst bei F8 in der Bildmitte bekomme ich keine richtige Schärfe hin.

Zum Schluss wiederhole ich, dass die Werte völlig OK sind – ich nur besseres gewohnt bin. Deutlich besser gefällt mir dagegen die Vignettierung vom Nikon AF-P DX NIKKOR 10-20 mm Objektiv.

Fotografieren in Colmar

Fotografieren in Colmar

Juni 24th, 2017|Categories: Fotoausrüstung, Landschaftsfotografie|Tags: , |

12 Comments

  1. Ben 19. Juli 2017 at 8:14 - Reply

    Hallo Stephan. Ich kann deine Unschärfeerfahrungen mit dem Nikkor DX AF-P 10-20mm bestätigen. Ich fotografiere bisher im UWW mit einer D7200 und einem Sigma 10-20mm 4.0-5.6 EX DC und war natürlich gespannt auf das neue Kleine von Nikon und hatte die Erwartung dass es als hauseigenes Objektiv Dritthersteller übertrifft. Vergangenes Wochenende war die Nikon Test & Try Roadshow bei uns im Alexa in Berlin zu Gast. Die Gelegenheit habe ich genutzt das neue Nikkor zu testen. Ich war begeistert von der Größe und dem Gewicht. Endlich ein UWW Objektiv zum immer dabei haben. Dass ein reines Plastikobjektiv nicht zwingend schlecht sein muß kenne ich vom 18-105. So sehr die Kompaktheit begeisterte, so sehr enttäuschte dann die Bildqualität. Ich habe dies mit verschiedenen Blendeneinstellungen und Fokuspunkten getestet.
    Es mag vielleicht ausreichend sein für Immobilienmakler die bei Innenaufnahmen einfach nur viel aufs Bild bekommen möchten und wo die Fotos auf den Anzeigenportalen eh auf max. 800×600 Pixel mit 80% JPEG runtergerechnet werden, aber für Landschaftsfotografen die sich mit der Ausrüstung mühselig den Aufstieg ins Gebirge geschleppt haben oder bis in die Savannen von Afrika gefahren sind, sind es die Pro-Argumente (Größe und Gewicht) einfach nicht wert danach unscharfe Fotos zu haben. Ich bleibe vorerst bei meiner Kombination und kann jedem mit etwas Anspruch an gute Fotos von dem neuen Nikkor nur abraten. Viele Grüße, Ben

  2. Peter G. 11. Juli 2017 at 22:50 - Reply

    Hallo Stefan,

    danke für Deine recht deutliche und offene Meinung über das Nikon 10 – 20 mm. Ich hatte schon gehofft, es könnte mein Tokina 11 – 16 mm ersetzen, da wesentlich neuer und vielleicht auch schärfer, aber das scheint dann ja wohl nicht der Fall zu sein.

    Gruß Peter

    • Stephan Wiesner 12. Juli 2017 at 5:48 - Reply

      Verlass Dich nicht auf meine Meinung. Ich habe vielleicht nicht das beste Exemplar. Wenn ich mir aber andere Review-Fotos ansehe, scheint es normal zu sein, dass die Fotos nicht sonderlich scharf sind.

      • Peter G. 13. Juli 2017 at 17:23 - Reply

        Warum sollte ich das nicht tun ?? Wenn Nikon nicht in der Lage ist, durch Qualitätssicherung zu gewährleisten, dass jedes Objektiv gleich scharf ist, dann bin ich nicht dazu berufen, dies durch den Kauf/Rücksendung von 2-3 Exemplaren zu tun. Das Spielchen habe ich einmal mit einem UWW von Sigma gemacht. Nie wieder ! Ich bin nicht der Beta-Versions-Tester der Hersteller.

  3. Pascal 25. Juni 2017 at 19:50 - Reply

    Moin Stephan,

    wie ist es denn im Vergleich zum Canon 10-18mm STM Objektiv? Ist das Canon schärfer oder ist es im selben Bereich wie das Nikon?

    Grüße!

    • Stephan Wiesner 25. Juni 2017 at 20:05 - Reply

      Du willst das Canon an ne Nikon schliessen? Wofür sollte das wohl gut sein?

      • Pascal 25. Juni 2017 at 20:13 - Reply

        Nein, ich möchte nur wissen ob die Bildqualitativ gleich sind oder welches besser ist.

  4. Tom Pohorski 25. Juni 2017 at 14:59 - Reply

    Schade. Könnte man doch auf dem Tamron 15-30 Schraubfilter verwenden…

  5. Tom Pohorski 25. Juni 2017 at 12:47 - Reply

    Schade. Das Samyang 12mm bleibt in der Preisklasse bei den UWW unschlagbar. Was mich beim beim Tamron 15-30 sehr stört, ist die Tatsache, dass keine Schraubfilter verwendet werden können.

  6. Kevin Pio 25. Juni 2017 at 12:30 - Reply

    Habe mich sehr gefreut als ich erfahren habe, dass es ein Review von dir zu dieser Linse gibt! Der Schärfebericht hat mich dann wieder auf den Boden der Tatsachen gebracht. Jetzt bin ich wieder auf der Suche nach einer Alternative 🙁 Das Samyang 12mm gibts leider nicht für Nikon F und das Tamron 15-30 könnte etwas Weitwinkliger sein. Hast du vielleicht noch ein Objektiv welches man in Betracht ziehen könnte?

    • Stephan Wiesner 25. Juni 2017 at 12:33 - Reply

      Nein, ich habe keine Nikon APS-C Kamera und kenne die diversen Optionen nicht. Das Tamron macht keinen Sinn, da es ja dann kein Ultraweitwinkel mehr ist.

  7. Thommmy 25. Juni 2017 at 11:27 - Reply

    Hallo Stefan,
    vielen Dank für den Bericht und Deine Eindrücke. Ich hatte gehofft, das Nikon 10-20 wäre eine Alternative zu meinem Sigma 10-20/3.5 an der Nikon D7100. Aber das sieht im Moment eher nicht so aus. Das geringe Gewicht und der Filterdurchmesser wären für mich die großen Pluspunkte. Aber so leg ich mir wohl doch eher noch passende Filter für das Sigma zu…… schade….

    Mach weiter so!
    Grüße
    Thommy

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