Aktuell testet Adobe eine Verdoppelung des Preise für das häufig kritisierte Abo Modell (DPReview Artikel). Entsprechend häufig werde ich nach Alternativen gefragt und Skylum Luminar scheint dabei ein heisser Kandidat zu sein, da sie derzeit eine aggressive Kampagne fahren (also viele Influencer bezahlen). Hier liest Du, warum ich Luminar 3.1 aktuell noch nicht reif für den produktiven Einsatz für Hobby Fotografen halte (und für Profis sowieso nicht).

Das obere Foto aus Wien dieses Artikels ist in Luminar 3.1 mit dem Filter AI Image Enhancer und einer manuellen Anpassung des Weissabgleichs entwickelt worden. Die untere Variante mit meinem Standard-Preset für Sony Blaue Stunde Fotos in Lightroom (Sony A7RIII mit 24-70 F2.8).

 

Luminar Filter machen die Bearbeitung einfach

Mit einem Knopfdruck kann ich in Luminar 3.1 einen tollen Look auf meine Fotos legen. Wenn man sich bereits ein Lightroom Preset für die gängigen Szenarien gebastelt hat ist das kein Vorteil, aber für Einsteiger sicherlich interessant. Anders als in älteren Versionen sind die Filter vom Set “Essentials” tatsächlich attraktiv und bei einer Reduktion der Stärke der Filter könnte ich mir ihre Verwendung vorstellen.

Leider ist die Performance auf meinem MacBook (16GB Ram, 2.8 GHZ) nicht akzeptabel.

Es dauert rund sechs Sekunden, bis ein Foto der Sony A7RIII scharf angezeigt wird (in Lightroom weniger als zwei). Für die Filter gibt es keine Mouse-Over-Vorschau und jede Anwendung eines Filters dauert wieder mehrere Sekunden. Anders als Lightroom scheint das Anwenden eines Filters ein neues Rendern zu benötigen. Ein flüssiges Arbeiten ist für mich daher unmöglich.

Dateien mit weniger Pixeln (Sony A6400 z.B.) werden schneller angezeigt, aber wieder deutlich langsamer als in Lightroom. Das Performance Problem zieht sich durch das ganze Programm. Ein Export des Fotos der A7RIII dauert über zehn Sekunden (ca. 3 in Lightroom).

 

Luminar vs Lightroom

Wien zur blauen Stunde Lightroom Version (Luminar siehe oben)

 

In Luminar können Lightroom Keywords nicht verwendet werden

Laut Roadmap ist es geplant, dass künftig Keywords von Lightroom übernommen und auch danach gesucht werden kann. Wann das kommt, wie schnell das ist und wie mächtig die Vergabe von Keywords bleibt aber abzuwarten.

https://skylum.com/luminar/roadmap

Die Vergabe und das Suchen von Keywords ist für die professionelle Arbeit als Fotograf meiner Ansicht nach ein absolutes Muss. Mehrfach im Jahr suche ich alte Fotos für einen Kunden raus, der seine Kopien verloren hat. Für Fachartikel suche ich Fotos nach inhaltlichen Kriterien. Für Offerten benötige ich Referenzen von einem bestimmten Typ. Für mich selbst suche ich sehr oft nach “Fotos von Kristina und Ronja Outdoor” oder “best of Familie” oder “Portraits im Studio”, etc.

Auch virtuelle Kopien nutze ich täglich und möchte nicht darauf verzichten. Das Feature ist auf der geplanten Liste von Luminar, auch hier ohne konkreten Termin.

 

Ein Wechsel wäre unglaublich teuer

Ein Wechsel der Bildverwaltung ist extrem aufwändig. Da ist zum einen die Zeit für das Lernen der Bedienung des neuen Programms. Viel wichtiger ist aber, dass alle Bearbeitungen verloren gehen. Es bleibt einem eigentlich nur, alle (bearbeiteten) Fotos als JPG zu exportieren und zusätzlich in die Bibliothek aufzunehmen (wie man das im Detail organisieren will ist mir nicht klar). Dann hat man zumindest den letzten Stand eingefangen. Immerhin wäre das ein guter Zeitpunkt, um endlich ein paar tausend Fotos des letzten Urlaubs zu löschen. Und des Urlaubs vom Jahr zuvor …