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Testbericht Kamera vom Google Pixel Handy

Testbericht der Kamera vom Google Pixel Handy. Mit dem Pixel bringt Google ein eigenes Handy auf den Markt und laut DxO Benchmark ist es aktuell das Handy mit der „besten Kamera“. Ich habe das Pixel drei Wochen dabei gehabt und ausprobiert, was die Jackentaschenkamera in der Praxis taugt. Dieser Testbericht konzentriert sich auf die Kamera und nicht auf die vielen Apps, welche spezielle Funktionen anbieten. Auf die Diskussion iOS vs. Android gehe ich nicht ein, beide haben Vor- und Nachteile. Die Links sind Affiliate Links zu Amazon. Für die technischen Details siehe die Produktbeschreibung bei Amazon.

Bildqualität der Google Pixel Kamera

Bildqualität der Google Pixel Kamera

Google Pixel Kamera: Autofokus und Verarbeitungsgeschwindigkeit

Der Autofokus ist schnell und zuverlässig in Alltagssituationen. Bei Makro-Aufnahmen hatte ich jedoch wiederholt Schwierigkeiten zu fokussieren, insbesondere, wenn ich ein kleines Objekt im Vordergrund hatte und es vor dem Horizont freistellen wollte. Das abgemähte Feld zeigt das Problem.

Makro Fotografie mit dem Google Pixel will mir nicht gelingen

Makro Fotografie mit dem Google Pixel will mir nicht gelingen

Auch am Abend in der Wohnung ist der Autofokus noch gut genug, jedenfalls so lange es hell genug ist, dass man mit den Fotos auch noch etwas anfangen kann. Der AF ist spürbar langsamer als der vom G4, dass meine Freundin hat, aber noch mal: Der ist gut.

 

Bildqualität der Kamera vom Google Pixel

Die Kamera im Smartphone ist vor allem für zwei Dinge da: Selfies und Schnappschüsse. Dafür ist die Bildqualität des Pixel bei Tageslicht mehr als ausreichend. Anders als das iPhone hat das Pixel jedoch „nur“ eine Kamera (siehe unten) und ist daher für Portraits nicht geeignet (Weitwinkel-Verzerrung).

Kamera-Vergleich: Google Pixel vs. iPhone 7 Plus

Kamera-Vergleich: Google Pixel vs. iPhone 7 Plus

Wenn man nur nah genug heran geht, dann kann man auch mit der F2.0 Kamera des Pixel noch Objekte Freistellen.

Zürich

Für immer in Zürich

Auch Gegenlicht-Situationen kann das Pixel (meistens) gut lösen. Dies sowohl im Film, als auch bei Fotos.

Google Pixel Kamera - Sonnenuntergang

Google Pixel Kamera – Sonnenuntergang

 

Bokeh der Kamera vom Google Pixel Handy

Bokeh der Kamera vom Google Pixel Handy

Das Pixel kann Fotos in DNG, also im RAW-Format, abspeichern. Dafür benötigt man allerdings spezielle Apps (und schnell sehr viel Speicher). Das Handy hat spielend genügend Rechenleistung, um mit Photoshop oder Lightroom direkt auf dem Handy Fotos zu bearbeiten. Ausser vielleicht mal im Urlaub mache ich das allerdings nicht, für mich sind die RAW-Dateien daher kein Feature, dass ich nutze. Ausprobiert habe ich es und Lightroom erkennt das Handy ohne Probleme. 

Lightroom kennt das Pixel

Lightroom kennt das Pixel

 

Video

4K mit der hinteren Kamera und Full HD mit der Frontkamera. Bildstabilisator, Gesichtserkennung (in manchen Apps), externes Mikrofon (mit dem richtigen Kabel und der richtigen App), etc. Das Pixel könnte ein tolles Handy für mich als Selfie-Filmer sein. Leider kann die native Kamera App hier zu wenig (z.B. nicht das externe Mikro ansteuern). Für ein paar EUR bekommt man z.B. mit FV-5 eine deutlich leistungsfähigere Film-App. Dann überzeugt die Bildqualität. Ich habe viele meiner Youtube Videos mit dem G4 oder einem iPhone 6s gedreht und mit dem Pixel werde ich dies fortsetzen. Im Testzeitraum habe ich einige Sequenzen oder auch ganze Facebook-Videos damit gedreht.

Ein (für mich) ernstes Problem ist jedoch: Die Lautstärke-Taster sind zu tief am Gehäuse angebracht. Ich habe mehrere Halterungen für Handys (Affiliate Link), um sie auf ein Stativ zu bekommen und diese kann ich nicht an der Mitte vom Gerät anbringen – weil dort eben die Lautstärke-Tasten sind. Das Mikrofon ist am unteren Ende des Geräts. Vor- oder Nachteil hängt davon ab, welche der beiden Kameras man verwendet. Beispiel-Videos gibt es in ein paar Tagen auf meinem Youtube-Kanal im Video-Review zum Handy.

 

ISO-Rauschen

Naturgemäss können Handy Kameras mit ihren kleinen Chips nicht gut mit dunklen Szenen umgehen. Das Pixel ist da keine Ausnahme. In diesem Punkt habe ich nichts besonderes erwartet – und auch nicht bekommen. Dieses Foto ist übrigens am Mittag aufgenommen, im verregneten Zürich im Innenhof einer Kirche. Man sieht also, dass man auch am Tage schnell mal bei ISO-Werten von über 1000 landet. Das folgende Foto ist mit ISO 914 bei 1/35 aufgenommen. Für Social Media Schnappschüsse noch ausreichend.

ISO-Rauschen Google Pixel

ISO-Rauschen Google Pixel

 

HDR

Das Pixel kann HDR. Je nach App kann man das aktivieren oder im Automatik-Modus darauf hoffen. In der Praxis hat sich das leider gar nicht bewährt, was aber an den Apps liegen mag. Dieses Ergebnis von Adobe Lightroom z.B. hat nicht den von mir erwarteten Effekt, dass man die Aussenszene in Zürich sehen kann. Dies einen Tag nach dem neusten Lightroom-Release, der eben dieses Feature angepriesen hat. Hier zu sehen ist das JPG, die RAW-Datei sieht nicht anders aus. Ich habe verschiedene HDR-Szenarien mit Lightroom Mobile und der eingebauten Kamera versucht, wirklich gelungen ist mir nichts gescheites.

HDR mit Lightroom Mobile

HDR mit Lightroom Mobile

 

Braucht man zwei Kameras?

Ich habe das iPhone 7 Plus wegen der zwei Kameras gekauft. Und auch wenn ich es nur selten mitnehme – weil es mir dann doch zu gross ist – ich nutze sie. In der Praxis nutze ich das „50mm“ Objektiv sogar häufiger, als das Weitwinkel. Meine Meinung ist, dass künftige Handys im oberen Preisbereich hier nachziehen „müssen“. Und damit meine ich nicht mal den Portrait-Modus vom iPhone (der extrem gut funktioniert). Ich betone hier aber, dass ich das aus Sicht Fotograf sage. Das folgende Foto zeigt die beiden Kameras im Vergleich. Ich stehe an der gleichen Stelle.

 

Fun Faktor

Grösstes Probelm für mich war: Ich kriege die Dateien nicht über das mitgelieferte Kabel auf meinen Mac. Ich habe zwei MacBooks und in beiden wird das Handy erkannt, ich kann die Dateien sehen, aber sie nicht runterkopieren. Über eine Cloud-Lösung geht’s, aber eben, das sollte nicht sein. Das wird wahrscheinlich an meinen Macs liegen, ändert aber nichts an der Frustration.

Davon ab macht das Handy als Kamera Spass. Das grosse Display lässt Filme und Fotos brillant erscheinen, man wartet nie und die Bildqualität ist ausreichend gut, um die Fotos/Filme in Social Media zu teilen. Wenn Du meinen Aktivitäten folgst, dann hast Du die letzten Wochen diverse Ergebnisse des Pixels gesehen.

Portrait Google Pixel Handy

Portrait Google Pixel Handy – Weitwinkel-Verzerrung lässt grüssen

 

Fazit

Das Pixel passt nicht in die Hosentasche. So wie ich mein iPhone 7 Plus nicht mit mir rumschleppe, nehme ich auch das Pixel nur in der Jackentasche mit. Im Februar kein Opfer, aber im Sommer wäre es mir klar zu gross. Wer damit leben kann, bekommt eine gute Kamera, die einen nicht im Stich lässt, aber auch nicht positiv überrascht. Das Problem beim „ersten Google Handy“ war für mich, dass ich etwas innovatives erwartet habe. Stattdessen bekommt man solide Qualität – was ja nicht schlecht sein muss. Im Alltag ist die Bildqualität für mich identisch zum iPhone 7 Plus, nur HDR ist im iPhone wesentlich besser gelöst (oder ich verwende es iPhone gerechter).

Kleines Detail noch zum Handy: Der Fingersensor ist auf der Rückseite. Das wurde wahrscheinlich in Kalifornien entwickelt. Wenn ich im Februar in Bern die Hände in die Hosentasche stecke, dann… kommt mein Finger automatisch auf den Sensor und schaltet das Handy schon mal frei. Nicht jedes Mal, aber wiederholt. Nenn mich Apple-Fan, aber der Home-Button ist (für mich) das beste Feature an den iPhones.

Disclaimer: Google hat mir das Handy kostenlos zur Verfügung gestellt.

 

 

März 9th, 2017|Categories: Fotoausrüstung|Tags: |

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