Der Messenger Bag von Peak Design glänzt durch sein edles Aussehen – und den Preis. Ich war ein paar Wochen mit der 15er Version unterwegs und habe ausprobiert, ob er hält, was er verspricht. Im Testbericht liest Du, welche Funktionen mir besonders gefallen – und welche ich für gefährlich oder unsinnig halte.

 

Design: Reaktion von Freunden – und Fremden

Den Messenger Bag kauft man primär wegen dem Design. Bei dem Preis erwartet man dann ein wenig Bewunderung und Neid. Fremde haben mich in der Stadt oder am Bahnhof bislang nicht auf den Bag angesprochen. Freunde schon – wenn sie selbst Fotografen sind. Dann fragt jeder “Ah, Du hast ihn jetzt auch?” gefolgt von einem “Und? Gefällt er Dir?” Worauf ich in Stephan-Manier antworte “Ja, ziemlich cool, ABER…” und dann kommen die Punkte, die ich anders gemacht hätte. Berufskrankheit. 13 Jahre Software-Tester… Im Freundeskreis haben mehrere die Tasche, es ist also kein Geheimtipp mehr und auch kein Unikat. Meine Freunde sind zufrieden damit und das ist letztlich wohl wichtiger als das Alleinstellungsmerkmal.

Unterwegs mit der Peak Design Messenger Bag Fototasche

Unterwegs mit der Peak Design Messenger Bag Fototasche

Der Punkt ist: In der ersten Klasse im Zug fällt die Tasche nicht auf. Sie sieht auch nicht nach einer Foto-Tasche aus. Und ich behandle sie im Wesentlichen auch nicht so (siehe unten). Die schwarze Tasche ist schick und neutral. Unauffällig. Dieses Understatement gefällt mir sehr. Prinzipiell ziehe ich leuchtende Farben vor – ich bin viel mit dem Fahrrad unterwegs und Farben bedeuten mehr Sicherheit. Im Geschäftsleben muss ich mich aber manchmal anpassen und mit Jacket und Krawatte passt die Tasche genauso wie in Jeans und Turnschuhen. Es gibt sie in zwei Grössen und zwei Farben.

Das Material wirkt sehr hochwertig. Die Verarbeitung ist Top. Man zahlt nicht nur viel, man bekommt auch etwas für sein Geld.  Sie bietet diverse Anbringungsmöglichkeiten für das Peak Design Caputre System. Dieses habe ich zwar, nutze es aber nicht. Nicht beim Wandern und schon gar nicht in der Stadt. Das soll keine Wertung sein, passt einfach nicht zu meinen Einsatzgebieten.

Peak Design Fototasche

Peak Design Fototasche: Stativhalterung, Öffnung für Wasserflasche, Charcoal Black Design

 

Meine Kritik an der Peak Design Messenger Bag Tasche: Diebstahl!

Meine grosse Kritik ist das Thema Sicherheit. Die Reissverschlüsse für Hauptfach und Laptopfach sind aussen. Das wird Taschendiebe freuen. Auch der Klapp-Verschluss für das Hauptfach ist sehr leicht zu öffnen. Praktisch, wenn man schnell die Knarre, äh, Kamera zücken möchte – aber da die Tasche am Rücken hängt fast schon ein No-Go! Aktuell ringe ich mit mir, ob ich sie behalten oder auf ebay stellen soll. Ausschliesslich aus diesem Grund.

In der Werbung wird vielfach gezeigt, dass man die Kamera aussen an die Tasche hängen kann. Kann man. Aber wer macht das? Die Tasche ist ja für die Stadt gedacht. Wandern gehe ich damit nicht. Und in der Stadt laufe ich nicht mit der Kamera aussen an der Tasche herum. Bern gilt als eine der sichersten Städte der Welt, aber ein wenig Vorsicht kann man auch hier zeigen.

Schade auch, dass die Tasche nicht stabil steht. Beladen ist der Boden nicht flach und die Tasche kippt um.

Peak Design Messenger Bag: Laptop-Fach und Zugriff aufs Hauptfach von oben

Peak Design Messenger Bag: Laptop-Fach und Zugriff aufs Hauptfach von oben

 

Die Kameratasche im Alltag

Ein Messenger Bag mit nur einem Riemen ist nicht für grosses Gewicht gedacht. Schon gar nicht auf dem Fahrrad. Einen Messenger Bag in ähnlicher Grösse habe ich dennoch seit Jahren. Für 50 EUR im Aussverkauf gekauft. Wetterfest, praktisch, hässlich. Genau das Richtige für den Alltag als Berufspendler mit der Bahn, da denkt niemand, dass Hardware für mehrere tausend EUR drin ist. Den Bag nutze ich, wenn ich beruflich in Zürich bin. Im Zug ist mir so ein Bag einfach sympathischer, als ein Rucksack. Darf ich “cooler” sagen? Darin habe ich dann Laptop, Mittagessen, evtl. die Jacke, meist Einkäufe auf dem Heimweg. Er ist immer voll. Aussserdem nehme ich den Bag hin und wieder zum Fotografieren – wenn ich mit leichtem Gepäck unterwegs bin.

Peak Design Fototasche

Peak Design Fototasche – Grundsatz: Egal wie gross die Tasche ist, sie füllt sich immer!

Der Peak Design Messenger Bag ist, so unter uns gesagt, weniger praktisch als mein alter. Der hatte ein unterteiltes Hauptfach, so dass ich meinen Plünn da gut reinwerfen und grob nach zerbrechlich und unzerbrechlich sortieren konnte. Dazu mehrere Unterfächer, teils mit Reissverschluss. Der Peak Design Bag hat nur ein Hauptfach und “komische” Einsätze (siehe das Bier-Foto unten). Diese sind dafür da, dass ich z.B. Fächer falten kann für Objektive – Origami-Style. Nur mache ich das nicht. Ich brauche Platz für meinen Aldi-Einkauf – und die Kamera. Für mich ist so ein Bag nunmal ein Alltagsgegenstand der zum Gebrauchen gedacht ist. Origami falten würde mir sicher mal gut tun – aber dafür habe ich nicht die Nerven. Die Einsätze nutze ich daher nicht. Sehr praktisch ist der robuste Tragegriff auf der Oberseite.

Sehr praktisch: Das extra Fach für Laptop und Notizbuch. Nutze ich immer. Mein 15er MacBook ist da genauso sicher verstaut, wie das 12er. Auf der Vorderseite hat es ein (kleines) Extrafach. Inkl. Fächern mit Farbmarkierung Rot und Grün – für frische und gebrauchte Akkus. Statt Akkus nach Farbe zu sortieren schmeisse ich da Tempos, Kugelschreiber und sonstigen Kleinkram rein. Für mich ein typisches Beispiel für Over-Enginnering: Als der Verkäufer mir erklärt hat, wofür die Farbmarkierungen sind, habe ich weise den Kopf genickt und zugestimmt, dass es eine gute Idee wäre. Genutzt habe ich es seit dem nicht einmal – und auch nicht vor. Stattdessen hätte ich gerne mehr Platz für… Zeugs.

Die 15er Tasche mit 15er MacBook, Kamera, Stativ, Wasserflasche und … Zeugs wird schnell recht schwer. Der Riemen der Tasche ist zwar nicht direkt schmal, aber für mich dürfte er deutlich dicker gepolstert sein. Selbst mit Pullover und dünner Jacke schnürt er schnell ein. Andere Taschen kommen mit einem (abnehmbaren) Polster. Wer nur leichtes Gewicht transportiert, den stört das natürlich nicht. Hier dürfte die kleinere 13er Tasche (mit weniger Inhalt) weniger Probleme bereiten.

Ich bin Fotograf in Bern. Nutzt man die Tasche dafür, wofür sie gebaut ist: Um zu einem Available-Light-Shooting in der Stadt zu gehen, dann ist die Tasche die meiste Zeit fast leer – und sehr bequem. Während ich am Fotografieren bin habe ich die Kamera in der Hand. Das 12 MacBook und ein Ersatzakku, evtl. ein zweites Objektiv, mehr ist nicht im Bag. Damit ist er so leicht, dass man ihn kaum noch spürt. Logischerweise ist man mit der kleineren Tasche noch besser bedient – wenn man einen kleinen Laptop hat.

peak-design-messenger-bag-review

Die Tasche ist wetterfest. Die Reissverschlüsse sind gedichtet und das Aussenmaterial robust genug für einen normalen Regenguss. Ich war zweimal auf dem Fahrrad im Regen unterwegs und es ist nichts nass geworden.

Features Feature Features

In diesem Video von enjoyyourcamera werden die Funktionen im Detail vorgestellt.

 

Fazit

Was soll ich schreiben? Die Tasche ist einfach schick. Wer fragt da nach Details? Ernsthaft. Ich verwende sie gerne. So wie eine schicke Jacke oder die guten Schuhe. Nicht weil sie praktisch sind, sondern weil ich ab und an auch gerne mal gut aussehe! Als Tasche für eine leichte Kamera und wenig Zubehör ist sie absolut tauglich, bequem und empfehlenswert. Ob der Preis für das Design gerechtfertigt ist muss jeder für sich entscheiden. Eine sehr hochwertige Verarbeitung bekommt man jedenfalls.

Für Details zu Abmessung, Gewicht und so weiter verweise ich gerne auf die Produktseite. Wenn mein Review etwas negativ klingt: Dann täuscht das. Ich wollte im Testbericht des Peak Design Messenger Bag einfach klar aufzeigen, dass die Tasche… eine normale Tasche ist. Schicker und teurer als manche andere – aber nicht ohne Haken und Ösen. Sie macht Spass! Ah, und sagte ich schon, dass sie schick ist?

Auch Bier gehört in die Fototasche

Auch Bier gehört in die Fototasche

Disclaimer: Der Messenger Bag wurde mir für den Testbericht von enjoyyourcamera.com zur Verfügung gestellt.