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Testbericht Sigma 85mm 1.4 ART – Review

In dem Testbericht Sigma 85mm 1.4 ART gehe ich auf die grössten Stärken und Schwächen des Objektivs ein. Dabei gehe ich besonders auch auf den Einsatz an der Sony A7II mit dem Sigma MC-11 Adapter ein. Schärfe, Autofokus und Bokeh sind die wirklich wichtigen Faktoren bei einem Arbeits-Objektiv für den Alltag. Hält das Sigma hier die hohen Versprechungen?

Testbericht Sigma 85mm 1.4 Art: Gewicht und Grösse

Das Sigma ist das vielleicht grösste 85mm Objektiv überhaupt. Deutlich grösser, als das schon recht kräftig gebaute Canon 1.2 L Objektiv. An der kleinen Sony A7II wirkt es schon fast wie eine Karikatur. Unabhängig davon, lässt es sich aber extrem gut damit arbeiten. Während dem Fotografieren empfinde ich grösser als besser. Das mag an meinen Wurstfingern liegen. Der Fokussierungsring ist fast so breit wie meine Hand und butterweich. Ich nutze den manuellen Fokus nicht, aber wer das möchte ist hier bestens bedient.

Der Schalter für den Wechsel auf den M-Modus ist gross und angenehm schwergängig. Die klassische Fokussierungs-Anzeige ist sehr gut ablesbar. Damit ist das ganze Objektiv sehr im Gegensatz zur zarten Sony und den Sony Objektiven ohne Anzeige oder Knöpfe gebaut. Gefällt mir sehr gut.

Sigma 85mm 1.4 Art an Sony A7II

Sigma 85mm 1.4 Art an Sony A7II

 

 

 

Testbericht Sigma 85mm 1.4 Art: Bokeh

Das Bokeh ist das wichtigste Merkmal eines 85mm Objektivs. Dafür kauft man es. Bislang war im Canon Lager klar: Man muss das 85mm 1.2 L kaufen, wenn man ein Spitzen-Bokeh haben möchte. Dafür akzeptiert man dann auch den lahmen Autofokus und die mässige Schärfe. Bokeh ist alles in der Portrait-Fotografie On Location.

Das Sigma 85mm 1.4 Art Objektiv überrascht hier positiv. Das viele Glas in dem Objektiv hat seinen Grund! Das Bokeh gefällt bei allen Blenden! Das ist ungewöhnlich. Ältere Objektive neigen teilweise dazu, nur offenblendig ein schönes Bokeh zu haben, das kann ich hier nicht bestätigen. Portraits wird man nur selten auf Blenden offener als 2.5 machen, daher ist der 2er-Bereich besonders wichtig. Hier überzeugt das Sigma.

Testbericht Sigma 85mm 1.4 ART Bokeh

Bokeh an Canon 80D: Testbericht Sigma 85mm 1.4 Art

Bokeh Sigma 85mm Art Objektiv

Bokeh Sigma 85mm Art Objektiv

Bokeh Sigma 85mm Art Objektiv

Bokeh Sigma 85mm Art Objektiv

 

Sigma 85mm Objektiv: Schärfe und Autofokus

Die Schärfe der Sigma Art Objektive ist legendär und das 85mm ist keine Ausnahme. Das Portrait von Stefan ist freihand aufgenommen, available light only. Der Crop zeigt, wie scharf das Bild ist. Bei Blende 1.7 wohlgemerkt, ein Wert, den ich bei solchen Portraits sonst nicht wähle. Man sieht deutlich, dass wir nur minimale Schärfentiefe haben. Die Fotos habe ich für diesen Testbericht geschossen. Normalerweise gehe ich da auf 2.5-4.0.

Schärfe vom Sigma 85mm Objektiv bei Portraits

Schärfe vom Sigma 85mm Objektiv bei Portraits

 

Schärfe vom Sigma 85mm Objektiv bei Portraits

Schärfe vom Sigma 85mm Objektiv bei Portraits

Der Autofokus hingegen am Sigma-Adapter ist bestenfalls als “mies” zu bezeichnen. Freude kommt da nicht auf und er funktioniert auch nur bei reichlich Licht. Hier hätte ich mir vom Flaggschiff von Sigma mehr erwartet. Der Sigma Adapter MC-11 ist auf der neusten Firmware (sonst geht der AF gar nicht). An der Canon 80D hingegen ist der Autofokus flott. Sowohl im Live-View, wie auch normal. Leider sind die Sigma Objektive bekannt dafür, eher unzuverlässig an einer DSLR zu sein. Ich habe das 18-35, 24mm und 35mm der Art Serie und keins davon fokussiert zuverlässig an Canon oder Nikon. Als ich meinen Kauf angekündigt habe, kamen auch gleich eine Reihe Kommentare von Fotografen, die das 85mm haben – und Probleme hatten. Daher habe ich es nicht mal ernsthaft an Canon probiert. Das mag unfair sein, aber meine Zeit ist mir dafür zu kostbar. An der Canon 6D mit ihrem einsamen Kreuzsensor macht der Einsatz eines solchen Objektivs eh nur mässig Sinn. Ideal hingegen sollte es für die M5 / M6 sein und ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass die Canon 6D MII dieses Jahr als Systemkamera erscheint.

Meinen Testbericht zum MC-11 Adapter gibt es hier im Blog.

 

Flare – Voll in die Sonne fotografieren

Am meisten beeindruckt hat mich das Sigma beim Arbeiten in der Sonne. Man kann das Objektiv voll in die Sonne halten und hat nur selten überhaupt Flare. Die Beschichtung ist extrem gut. Hier wohlgemerkt noch mit einem Haida UV Filter drauf. Haida Filter nutze ich ja auch in der Landschaftsfotografie (Testbericht). Das ein UV Filter nicht teuer sein muss, sieht man hier.

Sigma 85mm Objektiv: Flare

Sigma 85mm Objektiv: Flare

Beeindruckend auch die Vignette. Selbst bei 1.4 ist sie bereits OKisch und bei 2.0 kaum noch zu sehen. Wenn ich das mit dem 85mm Batis 1.8 für Sony vergleiche, sind da Welten dazwischen. Das Batis kostet ähnlich viel, wiegt allerdings sehr viel weniger und hat einen deutlich schnelleren Autofokus an der Sony A7II.

Vignette vom Sigma 85mm 1.4

Vignette vom Sigma 85mm 1.4 mit und ohne Objektivkorrektur

Fazit – Testbericht Sigma 85mm 1.4 Art

Ich habe das Objektiv noch keine 2 Wochen im Einsatz und werden noch ein wenig mehr damit arbeiten. Aber es überzeugt auf der ganzen Linie. Mein Canon 85mm 1.2 werde ich dann wohl bei Gelegenheit verkaufen. Das Bokeh mag vergleichbar gut sein, aber es ist weniger scharf bei Offenblende. Wer sich an dem hohen Gewicht und Packmass des Sigma also nicht stört bekommt hier ein aussergewöhnlich gutes Objektiv. Wird Zeit, dass Canon nachzieht. Das 85mm L ist bereits zehn Jahre alt, wird Zeit für ein Update.

Ein wichtiger Punkt noch zur Schärfe: Die ist in der Portrait Fotografie nicht in diesem Mass notwendig und führt dazu, dass man mehr Arbeit in der Nachbearbeitung hat. Wer das Sigma für Portraits kauft, dem wünsche ich viel Spass mit Mitessern und Co 🙂 Insbesondere bei Sensoren mit 24MP oder mehr sieht man wirklich jedes Detail, meist schärfer, als man möchte.

Portrait mit dem 85mm Sigma

Portrait mit dem 85mm Sigma

 

Februar 17th, 2017|Kategorien: Fotoausrüstung|Tags: , , |

6 Kommentare

  1. Christopher 28. Mai 2017 um 8:57 Uhr - Antworten

    Hallo Stephan, ich wollte dazu mal fragen ob Du tatsächlich Dein 85 1.2 bereits verkauft hast. Das Canon L ist eigentlich mein ansoluter Liebling, was mich stört ist die perverse CA. Wenn das Sigma wirklich schärfer ist und kaum CA hat überlegt man schon, bin aber immer noch am zweifeln ob man sich nicht doch ärgert das 1.2 aufzugeben was in Sachen Bokeh einfach pervers schön ist.
    Daher: bist Du als Profi tatsächlich den Schritt gegangen und hast Dein 1.2 verkauft?
    Danke Dir für eine kurze Rückmeldung.
    Viele Grüsse,
    Christopher

    • Stephan Wiesner 28. Mai 2017 um 10:53 Uhr - Antworten

      ja, das ist schon lange weg.

  2. Hans-Peter 17. Februar 2017 um 22:35 Uhr - Antworten

    Wie ist denn die Alternative das Objektiv mit Sony A Mount Anschluss und dem LaLe3 Adapter zu nehmen; hier sollte doch der Autofokus keine Einschränkung haben oder doch?

    • Kay 19. Februar 2017 um 12:26 Uhr - Antworten

      Das würde mich ebenfalls sehr interessieren.

  3. theBruce 17. Februar 2017 um 12:09 Uhr - Antworten

    Puh, danke für den Bericht! Das klingt wirklich wie 5:0 für das 85mm 1.4GMaster, wenn man eh schon eine A7 und/oder a6xxx Zuhause rumfliegen hat. Und die 400,– zusätzlich, machen den Kohl dann auch nicht mehr fett. Aber man kann sein teuer bezahltes 85er dann auch wenigstens bei schnellen Sportarten einsetzen (zumindest an einer a6xxx).

    • theBruce 17. Februar 2017 um 14:11 Uhr - Antworten

      Der miese AF könnte aber auch an der A7 liegen. Der wird an der a6300, a6500 oder A7R2 schneller sein. Und bei der Objektivgröße sieht man auch keine skeptischen Gesichter mehr bei Kunden, wenn die a6300 hinten dran hängt. Was ja gern mal das Problem ist… Immer wieder schön zu sehen, wenn den Leuten alles aus dem Gesicht fällt, wenn man mit einer a6xxx und einem billigen 60mm 2.8 Sigma, die Bilder einer Canon 5D3 mit 85mmL zerstört, bei Headshots ohne Bokeh-Orgie…

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