Die Sony Alpha 6000 war insbesondere aufgrund ihres guten Autofokus bahnbrechend für die aufkommenden Sony Systemkameras. Dass sie noch nicht zum alten Eisen zählt zeigt Anja Kallenbach an der Tour de France 2017. In ihrem Gastbeitrag zeigt sie, ob die Rennradfahrer nicht doch zu schnell für die “alte” Sony sind.

Sony A6000 Sportfotografie

Sony A6000 Sportfotografie

Tour de France fotografieren mit der Sony Alpha 6000

Heute möchte euch mitnehmen zu einem außergewöhnlichen Event. Seit 30 Jahren ist die Tour de France das erste Mal wieder in Deutschland! Am Samstag war der Grand Depart in Düsseldorf mit einem Einzelzeitfahren, dem Prolog. Und auch am Sonntag startete die erste Etappe dort. Es war ein riesiges Volksfest mit am Samstag einer halbe Million Leute an der 15km langen Strecke. Sonntag sollen es sogar 1,5 Million Zuschauer am deutschen Teil der Strecke gewesen sein und das trotz des wirklich miserablen Wetters!

Samstag morgen, war ich noch auf dem Stand von meinem Sponsor unterwegs, um über die neue Schalttechnik, ohne Kabel, zu erzählen, aber so kamen wir natürlich nicht gerade als einer der ersten auf die Strecke.

 

Fotografieren an einem Strassenrennen

Als erstes ist es natürlich wichtig, einen geeigneten Platz zu finden. Die Profis sind im Einzelzeitfahren oft mit 50-60km/h unterwegs und so ist eine Kurve ein guter Standplatz, weil sie dort etwas abbremsen müssen. Wir haben die Kurve nach der Rheinbrücke ausgesucht, wo man sie auch schon von weitem kommen sieht. Da alle 198 Fahrer im Abstand von ca. einer Minute vorbeikommen würden, hat man doch genug Zeit, um den besten Platz zu finden. So war es am Anfang gar nicht so leicht vernünftige Bilder zu bekommen, irgendjemand oder irgendetwas war einfach immer im Weg. Passt der Rand vom gelben Schirm natürlich noch zum der Jagd auf gelb, so waren häufig doch zu viele Arme, Handys oder Köpfe im Bild.

Aber da hatte mein Freund echt die zündende Idee: am Stand von meinem Sponsor stand doch eine Leiter. Klar durften wir sie ausleihen. Und so hatte ich endlich freie Sicht!

Die steht von nun an fest auf meiner Liste für große Events mit vielen Leuten! Wirklich praktisch! Außderdem fand das jeder lustig und hat mich nett angelächelt und ich dachte schon, dass sich manche Leute aufregen würden.

 

Sportfotografie mit der Sony Alpha 6000 und 70-200 F4

Im Einsatz war also die Alpha 6000 mit dem Sony 70-200 F4, meine bevorzugte Kombi für Radsport. Kamera und Objektiv bilden eine sehr schnelle Kombi und das 70-200 ist sehr scharf. An APS-C ist es genau die richtige Brennweite, da die Radfahrer ja doch ein ganzes Stück weg sind. Ich war eigentlich fast den ganzen Tag auf 200 mm.

Hier sieht man wie schön scharf das Objektiv ist, jeder einzelne Wassertropfen ist zu erkennen:

 

Heute war wirklich ein toller Tag für geniale Fotos, wenn auch nicht für die Radfahrer und Zuschauer.  Der Regen ließ die Scheinwerfer der Autos auf der Straße widerspiegeln und die Fahrer waren aufgrund der Rutschgefahr besonders konzentriert, was sich in ihren ausdruckstarken und hochkonzentrierten Gesichtern bemerkbar machte:

Seit ich von Stephans Missgeschickt mit der Alpha 6000 im Bach gehört habe, mache ich mir gar keine Sorgen mehr, wenn es regnet. Sie hat auch 4 Stunden Dauerregen anstandslos weggesteckt. Die große Sonnenblende des 70-200 ist bei so einem Wetter auch besonders nützlich, so gelang kein Tropfen auf die Frontlinse. Rennradfahrer fotografiere ich im S-Modus, das heißt die Verschlusszeit wird eingestellt und die Kamera stellt die Blende ein.

Die Sony Alpha 6000 hat auch 4 Stunden Dauerregen anstandslos weggesteckt

Bei so einem Wetter ist diese dann sowieso auf F4, ansonsten wählt man dem M-Modus. Den Isowert stelle ich dann auf Auto, so wird die gewünschte Verschlusszeit garantiert. Heute hatte ich ja mehrere Fahrer zur Verfügung, um die optimale Verschlusszeit zu finden, so dass der Fahrer noch scharf ist, aber trotzdem der ISO-Wert so tief wie möglich ist. Da die Rennfahrer aufgrund der rutschigen Fahrbahn in den Kurven sehr vorsichtig waren, hat 1/640 Verschlusszeit ausgereicht:

Für den Autofokus habe ich natürlich den Nachführ-Autofokus Af-C gewählt. Dieser verfolgt das gewünschte Objekt auch wirklich sensationell, aber er lässt sich bei Gesichtern von Zuschauern, Motorrädern und Autos auch leicht ablenken. Deswegen habe ich den Bereich mit der Einstellung Feld etwas begrenzt. Flexible Spot ist natürlich noch genauer, aber wenn sich der Radfahrer dann doch nicht auf der erwarteten Linie befindet, hat man unter Umständen gar kein Bild und ich hatte doch meinem Sponsor Bilder von seinen Fahrern versprochen.

Hier bei Geraint Thomas, dem Sieger der Etappe, fand der Autofokus das Begleitfahrzeug leider wichtiger als den Fahrer:

Fehlfokus

 

Und zum Schluss darf natürlich auch der berühmte Tourteufel nicht fehlen, der die Tour schon seit Jahrzehnten begleitet:

Vielen Dank fürs Lesen, ich hoffe das war interessant für euch! Das nächste Mal ist dann Stephan wieder hier! Mehr Rennradfotos gibt es bei mir auf Instagram: https://www.instagram.com/anjakallenbach/