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Tribe of Mentors – Timothy Ferriss – Antworten auf Fragen des Lebens

“Ich werde das Buch dieses mal nicht kaufen und ihm nicht noch mehr Millionen in den Rachen werfen!”, der Neid ist mal wieder stark in mir, als ich Tribe of Mentors aufschlage. Ich liege im Bett, eine Hand auf dem wachsenden Bauch meiner schwangeren Freundin in der Hoffnung endlich einen Tritt unserer Tochter zu spüren. Auf meinem Kindle die Vorschau des neusten Ferriss. Zehn Minuten später kaufe ich es dann doch. Wie jedes seiner Bücher. Es enthält 11 Fragen die interessieren und vor allem: Antworten die mich weiter bringen. Timothy hat einer grossen Zahl “bekannter Personen” 11 Fragen gestellt. Die Antworten darauf sind definitiv wert, gelesen zu werden.

Noch interessanter ist aber: Nimm Dir doch selbst mal einen Abend bei einem Glas Wein und beantworte die Fragen für Dich selbst. Das ist sogar noch interessanter, als die Antworten “der anderen”. In diesem Blog möchte ich nicht weiter auf das Buch eingehen, sondern ein paar meiner Antworten preisgeben. Aufgeschrieben im Zug Bern – Zürich. Pendeln ist immer eine gute Gelegenheit, in sich zu gehen. Die Fragen habe ich leicht abgewandelt gegenüber dem Buch.

 

 

Hat Dich ein Fehlschlag zum Erfolg geführt?

Mein Leben ist voller Fehlschläge. Wer immer Erfolg hat streckt sich nicht. Ein ganz wichtiger war im Studium: Meine erste Hausarbeit hat mein Prof voll zerrissen. Im wesentlichen hat er gesagt, ich könne nicht schreiben und ich hätte an der FH nichts verloren. Harte Worte, aber da war etwas dran. Statt zu schmollen habe ich das als Challenge gesehen.

Mein Leben ist voller Fehlschläge.

Damals konnte ich wirklich nicht schreiben und meine Texte waren voller Tippfehler, weil ich nicht 10-Finger schreiben konnte. Vier Wochen später konnte ich es. Jeden Tag am Morgen und Abend eine halbe Stunde Tipp-Trainer. Die beste Investition meines Lebens. Nicht nur habe ich dadurch tausende Stunden Arbeitszeit gespart, ich schreibe deswegen mehr. Und weil ich mehr schreibe, schreibe ich besser. Heute sage ich gerne, dass ich Schriftsteller bin und kann mehrere (Fach)-Bestseller vorzeigen. Den ersten habe ich nach dem Studium geschrieben. Als Folge meiner Schreibübungen. Schätze den Tritt in den Hintern habe ich gebraucht.

 

Welchen Ratschlag würdest Du einem Berufseinsteiger geben?

Dieses Jahr habe ich den Schritt in die finanzielle Selbstständigkeit gewagt und baue ein Haus mit meiner Partnerin. Die grösste Investition meines Lebens. Aber das einzige, was aktuell wirklich wichtig ist? Das meine Tochter im März gesund zur Welt kommt. Alles andere ordnet sich dem unter.

Meine Schule ist 25 Jahre her und ich habe zwei Ratschläge, die mir selbst damals gerne gegeben hätte. Das ist NICHT “Arbeite härter als alle anderen, dann wirst Du erfolgreich”. Das stimmt und das habe ich gemacht. Und war unglücklich. Meine Erkenntnis: Es gibt zwei Arten von Erfolg im Leben.

Wenn ich auf die Top 5 oder 10 Dinge in meinem Leben zurück schaue, auf die ich stolz bin, dann waren das die Dinge, die HART waren. Der Marathon in drei Stunden, Höhenbergsteigen in Chile, das ZIELFOTO-Magazin.

Aber wenn ich an die Situationen zurückdenke, in denen ich am glücklichsten war, dann waren das Moment mit Freunden und Familie.

Ich bin nicht “stolz” meine Lebenspartnerin gefunden zu haben, aber sehr froh darüber. Es braucht beides im Leben: Herausforderungen meistern und erfolgreich sein auf der einen Seite und echte Freunde haben auf der anderen Seite. Glaub mir, nichts ist so schlimm, wie einsam zu sein.

 

Hier ist mein Ratschlag: Wenn Du jung bist, dann nimm Dir eine Stunde Zeit und schreib Dir auf, wer Du mit 45 sein möchtest. Nicht WAS, sondern WER. Welche Charaktereigenschaften möchtest Du haben? Was sollen Freunde über Dich sagen? Und in welcher Familien-Situation bist Du? Heb diese Notiz auf und schau sie Dir jedes Jahr zu Weihnachten an und überlege kurz, ob Du auf dem richtigen Weg dorthin bist.

Bist Du jemand, auf den Du mit 18 stolz gewesen wärest?

Darf ich raten? Auf der Notiz steht nicht “meine Freunde sollen es cool finden, dass ich 200.000 im Jahr verdiene” oder “ich möchte ein neureicher Angeber sein”. Und ganz sicher nicht: “Ich möchte Karriere machen und nach dem Burnout in einem Heim friedlich Schäfchen zählen”. Think about it.

 

Hast Du Buch-Tipps für Berufseinsteiger?

Tribe of Mentors spricht von Büchern die man verschenkt hat, aber ich möchte Tipps für Leute auf dem Weg in die Professionalität geben. Turning Pro habe ich hier im Blog schon vorgestellt. Profitiere ich fast täglich von. Die Frage “was würde X an meiner Stelle machen” hilft mir, meine Emotionen im Griff zu haben. Manche patzige Antwort habe ich mir deswegen verkniffen, manches meiner Videos nicht veröffentlicht. Der Weg vom Hobby zum Profi ist auch einer der inneren Einstellung. Turning Pro hilft einem dabei, diese zu finden.

Eine ähnliche Richtung schlägt Was sie hierher gebracht hat, wird sie nicht weiterbringen ein. Wenn man die Karriereleiter aufsteigt oder neue Herausforderungen in Sport und Hobby annimmt, dann braucht man neue Fähigkeiten. Nicht jeder gute Programmierer ist auch ein guter Projektleiter und nicht jeder gute Fussballer ist auch ein guter Trainer. Nicht jeder gute Fotograf ist ein guter Geschäftsmann. Augenöffner.

 

Fazit

Mein Tipp ist also: Schau Dir die Vorschau von dem Buch Tribe of Mentors an und mach Dir die Mühe, mal selbst über die Fragen nachzudenken. Das ganze Buch lesen hilft, ist aber optional.

 

November 23rd, 2017|Kategorien: Buchempfehlung|Tags: |

6 Kommentare

  1. Boris 24. November 2017 um 9:46 Uhr - Antworten

    Größten Respekt lieber Stephan für das was du in den letzten Jahren erreicht hast! Für mich als Hobbyfotograf bist du eine Bereicherung. Nicht nur wegen deiner Tipps, auch menschlich betrachtet (unter Berücksichtigung, dass ich nur deine Onlinepräsenz kenne, nicht dich persönlich). Ich habe fast alle deiner Videos auf YouTube gesehen, sogar die, die mich thematisch nur bedingt interessierten. Einfach weil deine Art interessant ist. Du wirst nächstes Jahr Vater, mein Glückwunsch hierzu! Ich bin ein paar Jahre jünger als du, habe einen 4-jährigen Sohn. Dein Leben wird sich umkrempeln, wenn deine Tochter auf der Welt ist, Prioritäten werden sich verschieben. Man kann sich darauf nicht vorbereiten, es gibt hierzu keine „Testszenarien“ (komme selbst aus der IT-Welt). Auch hier wird es schwierige Momente geben, dafür sind die schönen umso schöner :-). In diesem Sinne: alles Gute!

    • Stephan Wiesner 24. November 2017 um 15:24 Uhr - Antworten

      🙂 Danke Boris.

  2. Heino 23. November 2017 um 10:28 Uhr - Antworten

    Also ich bin im Wesentlichen glücklich, wenn ich Zeit für mich und meine Familie habe. Überall wird einem erzählt, was einen weiterbringt, wie man voran kommt blablabla. Man soll besser werden, Profi, Supermann. Stolz sein auf das, was hart war. Wozu? Um dann im Internet damit angeben zu können? Brauch ich nicht. Liegt vielleicht an meinem Alter, mit der Zeit verändert sich die Perspektive. Vermutlich bin ich aber auch nicht die Zielgruppe des Beitrags.

    • Gerald S. 23. November 2017 um 23:28 Uhr - Antworten

      Hallo Heino
      Ich glaube du hast den Beitrag nicht richtig verstanden. Ich habe nicht das Gefühl, dass Stephan sich als Superman sieht, im Gegenteil, steht er doch offen zu mach schmerzlicher Niederlage oder erwähnt Themen, zu denen sich andere nicht zu äussern wagen. Wer ist schon gerne einsam, haben nicht alle Freunde? Mindestens auf Facebook ein paar Dutzend. Die Realität ist oft anders. In meinen Augen ist Stephans grösste Stärke seine Selbsteinschätzung (Stärken/Schwächen) und Selbsreflektion. Manches finde ich gut, manches nicht.
      Du bist glücklich? Vielleicht hast du unbewusst genau das erreicht, wovon Stephan schreibt. In dem Sinn bist du auch Supermann. Viele erreichen diesen Zustand ihr ganzes Leben nie. Bleib glücklich und vergleiche dich nicht mit Stephan, er lebt sein Leben und du deines.

      • Heino 24. November 2017 um 16:21 Uhr - Antworten

        Hallo Gerald,
        Danke für Deine Rückmeldung auf meinen Beitrag. Ich vergleiche mich gewiss nicht mit Stephan Wiesner. Ich würde mir aber auch nicht unterstellen, seinen Beitrag nicht verstanden zu haben. Mich stört nur so ein bisschen, dass es inzwischen scheinbar Gang und Gäbe ist, Lebensberatung unters Volk zu streuen. Schön, wenn das dem ein oder anderen weiterhilft, aber insgeheim steckt da doch immer die Botschaft dahinter, man müsse vorankommen, sich weiterentwickeln und Stillstand sei Rückschritt. Woanders habe ich vor Kurzem sinngemäß gelesen, wenn man mit sich selbst zufrieden ist, müsse man dringend an sich arbeiten. Ich teile solcherlei Ansichten in keinster Weise.
        Davon ab verfolge ich ihn wegen seiner fotografischen Beiträge. Er kann hier natürlich schreiben, was immer er möchte, aber ob er ein Haus im norddeutschen Niemandsland baut, gravierende Probleme bei der Küchenplanung hat, demnächst ein Kind erwartet oder mir erzählt, wie ich es im Leben zu was bringe, interessiert mich jetzt nicht so brennend. Auch wenn ich ihn generell sehr sympathisch finde. Klar muss ich das nicht lesen, aber er schickt mir ja Emails, um mich auf seine Beiträge neugierig zu machen 🙂

  3. hackintoshi 23. November 2017 um 9:11 Uhr - Antworten

    Interessant, was es alles für bücher zum thema “das leben meistern” gibt. Wie haben das eigentlich unsere altvorderen geschafft, erfolgreich ihr leben zu wuppen, ohne all die geschriebenen bücher zum thema?

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