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Welche Festbrennweite sollte man als erstes kaufen?

Als die Geburt unserer Tochter bevor stand, hat Kristina ihre Krankenhaus-Tasche gepackt und ich meine Fotografie-Tasche. Mit den Zielfotos “Kristina im Kreissaal” und “Kristina und Ronja im Krankenhaus” war für mich klar, dass ich eine Festbrennweite mitnehme. Ich habe wenig Licht und wenig Platz erwartet und bei diesen Fotos ist die Umgebung genauso wichtig, wie die Person. Warum die Festbrennweiten im Bereich 28-55 mm (alles auf Vollformat gerechnet) so beliebt sind und warum 50 mm die langweiligste und deswegen beste erste Festbrennweite ist, erkläre ich in diesem Beitrag.

50 mm in der Landschaftsfotografie

50 mm in der Landschaftsfotografie

 

Welche Festbrennweite kaufen?

Die ersten Kameras kauft man meist mit dem Kit-Objektiv. Mit den ersten Fotos kommt dann schnell das Gefühl auf, dass diese nicht so viel anders aussehen, als Handyfotos und der Wunsch nach einer Festbrennweite für “bessere Fotos” wächst. Ein 50 mm Objektiv ist dabei meine Empfehlung für den Einstieg. Bei einer APS-C Kamera wie der Sony A6300, Canon 80D oder Nikon D7500 entsprechend ein 30-35mm Objektiv, bei einer MFT-Kamera wählt man 25 mm.

Mehrere Gründe sprechen für diese Festbrennweite: Sie ist meist (relativ) günstig, lichtstark, klein und sehr einfach zu verwenden. Man kann den Hintergrund einigermassen freistellen, hat aber noch nicht solche Probleme mit zu wenig Schärfentiefe, wie z. B. bei einem 135 mm Objektiv. Es hat einen Grund, warum das iPhone Plus ein 55 mm Objektiv eingebaut hat (28 mm für das Weitwinkel). Jede Brennweite hat Stärken und Schwächen. Keine ist jedoch so flexibel einsetzbar, wie 50 mm.

 

Portrait mit 50mm Objektiv

Portrait mit 50mm Objektiv führt zu leichter Verzerrung, die hier gewünscht ist.

 

Warum ist ein 50 mm Objektiv so einfach zu verwenden?

Als Mensch kann man ein Sichtfeld von ca. 50 mm fokussiert sehen. Daher spricht man hier von einer Normalbrennweite. Ein 35 mm Objektiv hat bereits eine deutliche Verzerrung, wenn man nah an ein Motiv geht. Das kann man künstlerisch nutzen, aber das ist schwieriger in der Verwendung. Ein Tele fokussiert den Blick stärker (Tunnelblick), aber man benötigt viel Platz und kann die Umgebung nicht mehr so gut zeigen. Für das oben angesprochene “Kristina im Kreissaal” ist ein 70-200 mm Objektiv definitiv falsch. Für ein Foto “Kristina freut sich” hingegen evtl. ideal.

Vergleich Weitwinkel vs. Tele für Portraits

Vergleich Weitwinkel vs. Tele für Portraits

Die zwei Fotos von Kristina am Ende der Schwangerschaft sind sehr verschieden, obwohl sie kurz hintereinander aufgenommen worden sind. Das rechte (Canon 80D) finden wir viel schöner, aber nur das linke Foto (Fuji X100T) zeigt, dass wir an der Aare stehen.

 

Trailrunner vor dem Matterhorn bei Zermatt

Trailrunner vor dem Matterhorn bei Zermatt

 

Lange Zeit habe ich gesagt, dass mir 50 mm “zu langweilig” wären. “Nichts halbes und nichts ganzes”. Und das stimmt ein wenig. Weil der Fotograf abbildet, was man auch im Alltag sieht. Aber genau deshalb ist die Technik so einfach und man kann sich voll auf die Bildkomposition und das Licht konzentrieren.

 

 

Sportfotografie mit Normalbrennweite

Sportfotografie mit Normalbrennweite

 

 

Kaufempfehlungen für Festbrennweiten

Wer eine Sony A6300 oder eine MFT Kamera hat, der findet mit dem Sigma 30 mm Objektiv ein aussergewöhnlich gutes Objektiv. An der Sony A7 nutze ich das (zu teure) Zeiss 55 mm. In meiner Biografie erzähle ich von meinen ersten Erfahrungen mit diesem Objektiv. Canon und Nikon User finden ebenfalls bei Sigma eine  sehr gute Auswahl mit dem 50 mm, bzw. 35 mm Objektiv. Auch sehr interessant kann das Sigma 18-35 mm sein (Testbericht).

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Portrait im Hotelzimmer

Portrait im Hotelzimmer

 

Das Video zu verschiedenen Brennweiten in der Portrait-Fotografie zeigt die unterschiedliche Wirkung von Brennweiten auf die Kopfform.

 

 

 

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