Auf Facebook habe ich bei  6400 Fans in den meisten Wochen über 100.000 Clicks pro Woche (Stand 06.01.2016) und mehr interagierende Personen, als ich Fans habe. Dahinter steckt kein Geheimnis – aber sehr viel Arbeit. Zusätzlich zeige ich in diesem Blog-Beitrag meine Statistiken für Youtube und Facebook von 2015.

Gut geplant ist halb geschrieben: Qualität braucht Zeit
116.383 Klicks auf Beiträge auf Facebook

Was heisst “viele” Zugriffe?

Diese Frage ist relevant und viel diskutiert – und relativ. Schau, was andere in Deinem Themengebiet machen. Du kannst als Seiteninhaber andere Seiten beobachten. Such dir vielleicht nicht nur Leute, die sehr viel weiter sind als Du. Calvin Hollywood z.B. hat 90.000 Fans, ich nur 6400. Dennoch habe ich meist so ca. 50% seiner Interaktionen, aktuell sogar mehr.

Relevanter sind aber Seiten, die ein wenig weiter sind als Du. Hier z.B. Lyonel Stief Photography mit 3x soviel Fans wie ich – aber typischerweise deutlich weniger Interaktionen. Achtung, bei mir war in dieser Woche ein Best-of-Fotos-Album dabei, da gilt jedes Foto als ein Beitrag. Daher die hohe Zahl. In Wirklichkeit versuche ich, nicht mehr als 2-3 Posts pro Tag zu machen.

Wer hat wieviele Interaktionen?

Content ist auf Facebook weiterhin King

Auf Facebook möchte ich Likes nicht einfach (nur) für mein Ego bekommen. Sie sorgen auch für Wachstum. Wenn jemand einen Like vergibt, dann können (je nach Einstellung in der Privatsphäre) seine Facebook Freunde das sehen und ab und an geht einer von ihnen schauen, WAS denn dort geliked wurde. Ob aus diesem “schauen gehen” ein Abonnent wird hängt natürlich davon ab, was er auf meiner Seite sieht.

Schreiben Schreiben Scheiben: Content ist King

Tipp: Schau Dir Deine Facebook Seite(n) mal aus verschiedenen Sichten an. In Deinem Profil kannst Du “anzeigen aus Sicht von” wählen. Dann siehst Du z.B. das, was Personen sehen, die nicht mit Dir befreundet sind. Wenn diese nur Joke-Videos und iPhone Fotos von Deinem Mittagessen sehen . . . werden Sie Dich auch nicht abonnieren.

Was macht einen guten Facebook Beitrag? Kurz, knackig und am Besten mit einer Prise Humor oder einem AHA-Erlebnis. Ein Post ist kein Blogbeitrag. Niemand liest auf Facebook mehrere DIN A4 Seiten Text. Die ersten beiden Sätze müssen sitzen, sonst kannst Du Dir den ganzen Beitrag sparen. Siehe dazu auch die Buchempfehlung: Writing Active Hooks Book 1: Action, Emotion, Surprise and More

Fotos bringen mehr Views und Likes

Das ist allgemein bekannt und kann ich sehr bestätigen. Daher bringe ich immer ein Foto. Es muss nur am Rande zum Thema passen, aber ich bemühe mich, nie Posts zu schreiben, die nicht entweder ein Foto haben oder, wenn sie auf eine Webseite verlinken, eine Vorschau eines Fotos.

Besonders beliebt sind bei mir auch immer Behind the Scenes, bzw. Making ofs

Fragen stellen hilft – bis zu einem gewissen Grad

Auch das ist kein Geheimnis: Versuche Deine Fans zu aktivieren. Stelle Fragen, die zum Antworten anregen – einfach nicht in jedem Post, sonst nervt es schnell. In meinem Fall stelle ich gerne provozierende Fragen zu Kameras (Fotografen machen nichts lieber, als über Kameras zu diskutieren). Oder ich poste zwei Fotos oder das gleiche Foto in zwei Varianten und frage, was besser gefällt.

Die Fragen müssen für Dein Zielpublikum interessant und relevant sein.

Sei großzügig – mit Deiner Zeit. Nimm Deine Fans ernst!

Immer wieder passiert es mir, dass ich bekannte Leute auf ihrem Facebook Profil anschreibe – und keine Reaktion erhalte. Oder erst nach ein paar Tagen. Hallo? Da frage ich mich, wie sie gross geworden sind. Ja, es passiert mir auch, dass ich Posts übersehe. Und nein, ich beantworte nicht mehr alles. Aber ich gebe mir sehr Mühe, alles zu lesen. Und wo immer ich kann, antworte ich auch.

Tipp für Dich als Fragesteller: Mach es mir einfach. Stell Deine Frage präzise und so, dass ich eine kurze Antwort geben kann. Wenn ich 2 Seiten Text sehe – lese ich den nicht. Und wenn die Frage ist “was ist die beste Kamera?” oder “welche Einstellungen sollte ich bei Sportfotografie verwenden”, dann antworte ich auch nicht (mehr).

Fotografie Tutorials sind die Grundlage meines Contents

Meine Erfahrung ist, dass Fans normale Menschen sind. Sie verdienen es ernst genommen zu werden und freuen sich über Reaktionen von mir. Sie entwickeln dadurch natürlich eine “engere Beziehung” zu mir und bleiben mir länger treu, auch wenn ich mal  etwas poste, was sie nicht interessiert oder ihren eigenen Ideen widerspricht.

Zeige Deine Menschlichkeit

Niemand mag Jammerlappen – und niemand mag kalte Roboter oder scheinbare Übermenschen. Zeig etwas von Deiner Persönlichkeit. Sei Authentisch. Zeige auch mal Emotionen. Und auch Fehler. Das mach sympathisch und Deine Fans können sich besser mit Dir identifizieren. Ich hatte z.B. im März ein Shooting mit ASICS Frontrunner und dies als “ich freue mich” Post geschrieben – und über 370 Likes und ganz viele Kommentare im Sinne von “super, ich freue mich mit Dir” oder “das hast Du Dir verdient” bekommen. Total süss von meinen Fans 🙂

Immer Online, immer erreichbar – auch im Urlaub (Irland, 2015)

Dahinter stecken natürlich dutzende oder sogar hunderte Posts. Posts, wo ich auch mal zeige, dass etwas nicht funktioniert hat oder dass ich tolle Fotos mache, aber kein Geld dafür bekomme. Und in meinem Fall hunderte Videos, wo ich meine Erfahrungen in Form von Tutorials und Making Ofs teile. Ich gebe sehr viel in die Fotografie Community im deutschsprachigen Raum – und erhalte daher auch etwas zurück. Wichtig ist hier: Erst investieren – und dann hoffen, das ein Teil zurück kommt.

Man kann auch mal nicht posten

Wenn Du nur noch postest, damit ein Beitrag da steht: Dann lass es. Niemand verlässt Dich, wenn Du NICHTS machst. Aber es verlassen Dich Fans, wenn Du halbherzige Beiträge bringst, die langweilig oder von mässiger Qualität sind.

Fazit

Es mag einfachere Wege geben, aber der sichere Weg ist meiner Meinung nach: Dran bleiben und Qualität liefern. Konsistenz zeigen. Und den Content bringen, den Deine Fans sehen wollen – aber Dich dabei auch nicht zu sehr verrenken. Ja, ich poste manchmal Dinge nicht, weil ich weiss, dass ich dafür nicht viele Likes bekomme. Aber ich fotografiere das, was ich möchte – nicht, was meine Fans von mir verlangen.

Bern, 7.01.2016